Wissen

Hals-, Rücken- und SchwanzwirbelSchafhirte entdeckt bislang unbekannten Langhalssaurier

17.04.2026, 16:07 Uhr
00:00 / 03:18
PM-Saupropode_6-768x1024
Das Foto zeigt die Bergung von Teilen eines bislang unbekannten Langhalssauriers in Patagonien. (Foto: SNSB / María Agustinho)

Ein Mann findet auf seiner Farm in Patagonien eigenartige Dinge. Diese stellen sich schließlich als fossile Überreste eines bisher unbekannten Langhalssauriers heraus, der vor rund 155 Millionen Jahren in der Region lebte.

Ein Schafhirte hat die Überreste eines rund 155 Millionen Jahre alten riesigen Dinosauriers auf seiner Farm in Patagonien gefunden: An die 20 Meter lang ist der bis dahin unbekannte Langhalssaurier nach den Schätzungen eines deutsch-argentinischen Forschungsteams, das die Knochen des Bicharracosaurus dionidei aus der oberen Jurazeit Argentiniens barg und untersuchte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PeerJ" veröffentlicht, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) in München mitteilten.

Mit ihren massigen Körpern, langen Hälsen und Schwänzen und winzigen Köpfen entsprechen Langhalssaurier - Sauropoden - für viele Menschen dem Bild des typischen Dinosauriers. Zu den Sauropoden gehören die größten bekannten Landtiere überhaupt, mit einer Körperlänge von bis zu 40 Metern, bekannteste Vertreter sind Diplodocus oder Brachiosaurus.

Im argentinischen Patagonien wurden demnach Teile der Wirbelsäule mit mehr als 30 Hals-, Rücken- und Schwanzwirbeln, mehrere Rippen sowie ein Bruchstück des Beckens. Die Knochenstruktur zeigt den Forschern zufolge, dass es sich um ein erwachsenes Tier handelt, das auf dem damaligen Südkontinent Gondwana lebte. Das Skelett des Bicharracosaurus dionidei zeige Ähnlichkeiten mit dem afrikanischen Giraffatitan, einem Brachiosauriden aus Tansania. Andere Merkmale, wie seine Rückenwirbel, ähneln den Forschern zufolge dem Diplodocus und seinen nächsten Verwandten aus Nordamerika.

Benennung nach Schafhirten

"Unsere stammesgeschichtlichen Analysen des Skeletts weisen darauf hin, dass Bicharracosaurus dionidei verwandt war mit den Brachiosauriden - das wären die ersten Brachiosauriden aus dem Jura Südamerikas", sagte die Studienautorin und Paläontologin der Ludwig Maximilian Universität Alexandra Reutter. Studienleiter Oliver Rauhut von den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen betonte die Bedeutung des Fundes für die Forschung: "Unser Wissen über die Evolution der Sauropoden der oberen Jurazeit beruht bisher ganz überwiegend auf vielen Fossilfunden aus Nordamerika und anderen Fundstellen auf der nördlichen Halbkugel. Auf den südlichen Kontinenten gab es lange Zeit nur eine einzige bedeutende Fundstelle in Tansania."

PM-Saupropode_1-683x1024
Dionide Mesa fand auf seiner Farm die fossilen Überreste des Langhalssauriers. (Foto: SNSB / María Agustinho)

Die Fossilfundstelle des Bicharracosaurus dionidei in der argentinischen Provinz Chubut liefere nun wichtiges Vergleichsmaterial, um das Bild von der Entwicklungsgeschichte dieser Tiere insbesondere auf der Südhalbkugel zu ergänzen und neu zu bewerten, sagte Rauhut. Der Dino wurde übrigens nach seinem Entdecker, dem Schafshirten Dionide Mesa benannt. Der Gattungsname leitet sich vom spanischen Wort "bicharraco" für großes Tier ab. Das Fossil wird im Museo Paleontológico Egidio Feruglio im argentinischen Trelew aufbewahrt.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

ArchäologieFundsacheDinosaurier