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Will man lieber nicht wissen So viel Urin ist im Schwimmbecken

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Prost Mahlzeit!

(Foto: dpa)

Dass nicht immer alle Schwimmer zur Toilette gehen, wenn es nötig wäre, ahnt man ja. Nun sind Forscher der Frage nachgegangen, wie viel Liter Urin im Becken treiben. Am ganzen Pool gemessen, ist es nicht so viel. Verschlucken möchte man sich trotzdem nicht.

Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, wie viel Urin im Wasser von Schwimmbädern ist - und haben Antworten gefunden, die den Badespaß trüben. So hätten sich in einem der getesteten klassischen Schwimmbecken 75 Liter Pipi befunden, wie aus einer in einer Fachzeitschrift veröffentlichten Studie der kanadischen Universität Alberta hervorgeht. In einem kleineren Pool seien es 30 Liter gewesen.

Insgesamt hatten die Forscher 31 Schwimmbecken und Whirlpools in zwei kanadischen Städten unter die Lupe genommen. Die Gesundheitsbehörden von Alberta erklärten, sie würden sich die Ergebnisse der Studie "genau anschauen".

Zwar enthält Urin normalerweise keine krankmachenden Bakterien. In einem Schwimmbecken kann er sich der Studie zufolge aber mit verschiedenen Chemikalien, die dem Wasser zugesetzt sind, verbinden und dadurch die Gesundheit von Schwimmern gefährden.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes handelt es sich vor allem um das zur Desinfektion des Badewassers eingesetzte Chlor, das mit Harnstoff zu dem gesundheitsschädlichen Trichloramin reagiert und für den "typischen Schwimmbadgeruch" verantwortlich ist. Der Harnstoff wiederum muss nicht unbedingt nur aus heimlich eingeleiteten Urin stammen: Ein Teil davon geht auf den Schweiß und den Hautkontakt der Badegäste mit dem Wasser zurück. Um die Harnstoffbelastung möglichst gering zu halten, fordern Schwimmbadbetreiber deshalb Besucher dazu auf, vor dem Baden unbedingt zu Duschen.

In Deutschland gilt seit 2012 die Norm DIN 19643 zur "Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser". Sie soll eine gleichbleibende Qualität des Beckenwassers gewährleisten - mit Blick auf Sicherheit, die Hygiene und das Wohlbefinden der Badegäste. Überprüft wird die Einhaltung der Vorschriften durch die zuständigen Gesundheitsämter.

Quelle: n-tv.de, asc/rts