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Wie Masken besser passen Studie: Strumpfhosen schützen vor Infektionen

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Eine zwar nicht über die Beine, aber über den Kopf und die Maske gezogene Strumpfhose verbessert den Schutz vor einer Corona-Infektion, berichten britische Forschende.

(Foto: imago images/aksakalko)

Dass Masken vor einer Corona-Ansteckung schützen, ist schon länger klar. Vorausgesetzt, sie sitzen gut. Das ist in der Praxis aber nur selten der Fall. Wie das Tragen optimiert werden kann, untersucht ein britisches Forscherteam - und kommt zu einem überraschenden Ergebnis.

Damenstrumpfhosen schützen vor einer Corona-Infektion. Was zunächst klingt wie ein schlechter Scherz, haben Forscherinnen und Forscher der renommierten britischen Cambridge Universität in einer Studie herausgefunden. Dabei sei vorab verraten: Es geht selbstverständlich nicht um das Tragen der Strumpfhose an den Beinen. Vielmehr hat das Team um Eugenia O'Kelly Methoden - sogenannte "Fit Hacks" - untersucht, um die Wirksamkeit einer FFP2-Maske oder OP-Maske zu erhöhen.

Diese können vor einer Infektion mit dem Coronavirus hervorragend schützen, wie bereits mehrere Untersuchungen gezeigt haben. Vorausgesetzt, sie sitzen gut. Die optimale Passform ist entscheidend. Schließlich sollen keine oder möglichst wenig Viruspartikel beim Sprechen oder Atmen durch die Maske entweichen oder eindringen. Sitzen sie allerdings schlecht, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung. Und das ist oft der Fall. Meist liegen die Masken nicht eng genug am Gesicht an - sei es durch eine breitere Kopfform oder einen Bart.

Das Tragen von Damenstrumpfhosen über der Maske kann das Risiko einer Ansteckung mit Corona erheblich verringern.

Das Tragen von Damenstrumpfhosen über der Maske kann das Risiko einer Ansteckung mit Corona erheblich verringern.

(Foto: screenshot plos one/cambridge university)

"Wir haben viele anekdotische Beweise dafür gesehen, dass Menschen ihre Masken verbessern, um sie besser an ihre Gesichtsform anzupassen. Aber wir wollten überprüfen, ob einer dieser Hacks tatsächlich funktioniert, da auf diesem Gebiet nur sehr wenig Forschung betrieben wurde", wird O'Kelly in einer Mitteilung zitiert. Ihr Team teste daher "Fit Hacks", mit deren Hilfe die Passform der Masken optimiert werden kann:

  • Klebeband: Die Ränder der Maske wurden mit einem sogenannten Gewebe-Klebeband abgeklebt.
  • Lücken auffüllen: Mit Erste-Hilfe-Gaze wurden sichtbare Lücken zwischen Haut und Maske gefüllt.
  • Gaze um Kopf binden: Eine Rolle Erste-Hilfe-Gaze wurde verwendet, um die Maske fest an das Gesicht zu binden. Die Ränder der Maske wurden dabei auf die Gesichtshaut gedrückt.
  • Strumpfhosen: Zwei verschiedene Strumpfhosen wurden über den Kopf und die Maske gezogen.
  • Ohrschlaufen verknoten: Es wurde Gummiband an der Ohrschlaufe befestigt, um eine große Maske an ein kleineres Gesicht anzupassen.
  • Gummibänder: Mit drei Gummibändern wird eine OP-Maske nochmals über dem Mund und an den Ohren fixiert.

Freiwillige testeten die verschiedenen Methoden sieben Minuten lang in verschiedenen, möglichst lebensnahen Aktivitäten wie normales Atmen, schweres Atmen, Reden, Drehen des Kopfes zur Seite, Nicken, Lächeln, Grimassen schneiden oder auch nach vorne Überbeugen.

Hoher Schutz, aber unbequem

Das Ergebnis: Das Tragen einer Damenstrumpfhose über einer Maske im Gesicht sei besonders effektiv und könne das Ansteckungsrisiko mit Corona erheblich verringern, resümieren die Forschenden. Denn die Strumpfhosen würden Lücken um Mund und Nase schließen und so das Eindringen von Aerosolen um den Faktor sieben verringern. Zudem biete die Nylon-Schicht über einer FFP2-Maske einen weiteren Filter.

Die Verstärkung mit Klebeband sei zwar ebenfalls wirksam gewesen, heißt es in der Studie. Aber die Methode sei auch sehr unbequem, ebenso die Verwendung von Gummibändern. Diese übten einen schmerzhaften Druck auf die Ohren und das Gesicht aus und verhinderten im schlimmsten Fall sogar die Blutzirkulation. Die anderen "Fit-Hacks" lieferten nur kleine bis mäßige Verbesserungen des Schutzes.

Doch auch die hilfreichen Strumpfhosen hätten bei den Probanden ein "hohes Maß an Unbehagen" und Probleme beim Sprechen verursacht, räumen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein. Sie zeigen sich daher realistisch: Angesichts der physischen und sozialen Auswirkungen werde das Tragen von Strumpfhosen in der Öffentlichkeit "wahrscheinlich nicht über längere Zeiträume hinweg toleriert werden". Dennoch könne die Studie bei der Entwicklung von neuen Masken helfen: "Wir hoffen, dass diese Ergebnisse beim Design zukünftiger Masken verwendet werden können, um sicherzustellen, dass sie für so viele Träger wie möglich so eng wie möglich am Gesicht anliegen, ohne dass sie unbequem werden", sagte Studienleiterin O'Kelly.

Quelle: ntv.de, hny

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