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Unabhängig vom GewichtsverlustWirkstoff in Abnehmspritzen könnte Arthrose lindern

04.03.2026, 08:26 Uhr
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Arthrose ist die weltweit häufigste chronische Gelenkerkrankung, bei der sich der schützende Gelenkknorpel schneller abbaut, als er nachwächst. (Foto: IMAGO/Panthermedia)

Arthrose ist weltweit verbreitet. Der degenerative Abbau von Knorpel in den Gelenken trifft im Alter knapp drei Viertel der Menschen. Die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung könnten einen Ausweg aufzeigen.

Semaglutid reguliert nicht nur den Appetit, sondern schützt auch die Gelenke. Das hat ein Forschungsteam aus China und den USA herausgefunden. Der Effekt zeigt sich auch unabhängig von der Druckentlastung durch einen Gewichtsverlust. Die Forschenden gehen davon aus, dass der Wirkstoff, der auch in den Abnehmspritzen Ozempic und Wegovy steckt, den Stoffwechsel der knorpelumgebenden Zellen umprogrammiert, sodass gesunder Knorpel erhalten bleibt.

Für die Untersuchung wurden zuerst Versuche im Labor mit Mäusen gemacht. Bei den mit Semaglutid behandelten Mäusen verringerten sich die arthrosebedingten Schmerzen. Auch der Knorpelabbau in den Gelenken reduzierte sich. Die Knorpel der Tiere, die Semaglutid erhalten hatten, zeigten zudem Veränderungen bei mehr als 8000 Proteinen beziehungsweise deren Expression. Das beschreibt den Prozess, bei dem Zellen genetische Informationen aus der DNA nutzen, um spezifische Proteine herzustellen.

Durch eine tierische Kontrollgruppe konnte gezeigt werden, dass die knorpelschützenden Effekte nicht ausschließlich mit dem Gewichtsverlust in Verbindung stehen. Es zeigte sich vielmehr, dass die Gabe von Semaglutid eine Reihe von Enzymen aktiviert, wodurch die Stoffwechselprozesse in den gesunden Knorpelzellen optimiert werden.

Mehr Knorpel, weniger Schmerzen

Im nächsten Schritt wollten die Forschenden herausfinden, ob sich die Ergebnisse vom Mausmodell auch auf Menschen übertragen lassen. So wurden 20 Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren mit Adipositas und Arthrose rekrutiert und in zwei Gruppen eingeteilt. Die Personen der ersten Gruppe erhielten Natriumhyaluronat (HA), eine gelenkschmierende, besonders wirksame Form der Hyaluronsäure. Die andere Gruppe erhielt sowohl HA als auch Semaglutid. Nach dem 24-wöchigen Untersuchungszeitraum gaben die Personen aus der Semaglutid-HA-Gruppe niedrigere Schmerzwerte und eine deutliche Verbesserung der Kniegelenkfunktion an. Die Forschenden sahen darüber hinaus auf MRT-Bildern eine Verdickung des Knorpels und ein Knorpelwachstum in den Gelenkbereichen, die das Gewicht tragen.

Auch wenn die Untersuchungsergebnisse, die im Fachmagazin "Cell Metabolism" veröffentlicht wurden, zunächst vielversprechend für das globale und wachsende Problem der Arthrose sind, weisen die Forschenden auch auf die Nebenwirkungen des Medikaments hin. "Die schützende Wirkung von Semaglutid auf das menschliche Kniegelenk sollte mit Vorsicht interpretiert werden und bedarf weiterer Bestätigung durch klinische Studien."

Quelle: ntv.de, jaz

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