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Ungewöhnliches PaarungsverhaltenSchaben fressen gegenseitig ihre Flügel

07.03.2026, 16:39 Uhr
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Auf dem Bild ist eine Taiwanische Holzschabe rechts mit Flügel zu sehen. Bei dem anderen Exemplar sind die Flügel abgefressen. (Foto: Haruka Osaki)

Ein ungewöhnliches Ritual beobachten Forschende bei der Taiwanischen Holzschabe: Das gegenseitige Fressen der Flügel festigt ihre Partnerschaft. Danach leben die Insekten jahrelang monogam und verteidigen ihr Territorium gemeinsam.

Wie erkennt man, dass zwei Schaben es ernst miteinander meinen? Wenn sie gegenseitig ihre Flügel essen, ist das ein ziemlich klares Anzeichen dafür - zumindest im Fall der Art Salganea taiwanensis, auch als Taiwanische Holzschabe bekannt.

Man habe zeigen können, dass der Verzehr der Flügel zum Paarungsverhalten gehöre, heißt es in der Studie im Fachblatt "Royal Society Open Science". Nach diesem Ritual wiesen beide Partner konsequent Artgenossen beider Geschlechter teils aggressiv zurück, während sie dem eigenen Partner friedlich treu blieben. Die Beobachtungen deuteten darauf hin, dass für die Tiere nach dem gegenseitigen Fressen der Flügel keine anderen potenziellen Partner mehr infrage kämen.

Jahrelanges Familienleben

Schabenpaare, die sich füreinander entschieden haben, werden ohne ihre Flügel zwangsläufig sesshafter, bauen sich der Studie zufolge üblicherweise gemeinsam ein Nest in morschem Holz, bekommen Nachwuchs und kümmern sich über Jahre hinweg gemeinsam und treu um diesen.

Neben dem Flügelfraß spielt den Autoren zufolge die Paarung selbst eine Rolle für die Bindung. Obwohl sich die Schabenpaare auch schon vor dem Flügel-Fressen miteinander paarten, waren die beobachteten Verhaltensweisen erst nach dem Flügel-Ritual so deutlich ausgeprägt. Zuvor zeigten die Schaben noch kein so aggressives Verhalten gegenüber Eindringlingen. Das gegenseitige Essen der Flügel spiele also mutmaßlich eine entscheidende Rolle dabei, die exklusive Partnerschaft zu etablieren.

Für seine Beobachtungen sammelte das Forschungsteam um Haruka Osaki von der North Carolina State University in Raleigh Kolonien der Schabe in der Nähe einer japanischen Universität in Okinawa und beobachtete sie dann in Petrischalen.

Angriff zu zweit

Möglicherweise könne dies an chemischen Stoffen liegen, die durch die Zerstörung der Flügel freigesetzt würden und Signale an den jeweiligen Partner sendeten. Auch Prozesse im Gehirn, die durch Paarung und Verlust der Flügel ausgelöst würden, könnten eine Rolle dafür spielen, dass die Schaben ihre Partner tolerieren, anderen gegenüber aber aggressiv werden.

"Was uns am meisten überraschte, war, dass das Paar Eindringlinge gemeinsam als Zweierteam angriff", sagte Studienautor Osaki. Die Tiere attackierten also auch Eindringlinge des anderen Geschlechts, was darauf hindeute, dass sie die Exklusivität als wichtiger einstufen als andere potenzielle Partner.

Bislang sei exklusive Partnerschaft vor allem mit Wirbeltieren in Verbindung gebracht worden und weniger mit Insekten, schreiben die Autoren. "Die Untersuchung von Paarbindungen bei Insekten kann uns helfen zu verstehen, wie sich kooperative Beziehungen im gesamten Tierreich entwickeln", erklärte Osaki. "Insekten stellen eine der evolutionär grundlegendsten Gruppen dar, in denen diese Art der Paarbindung beobachtet wurde, was Einblicke in die frühen evolutionären Ursprünge stabiler sozialer Partnerschaften liefern kann."

Quelle: ntv.de, Larissa Schwedes, dpa

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