Wissen

Entdeckungen auf Yucatán Unterwasserhöhle birgt Knochen und Kunst

98795756.jpg

Die Höhle ist rund 350 Kilometer lang.

(Foto: Herbert Meyrl/Proyecto/Gran Acuífero Maya/dpa)

Überreste von Riesenfaultieren und Elefantenvorfahren sowie Maya-Relikte: Die Forscher staunen nicht schlecht über ihre Funde in der größten Unterwasserhöhle der Welt. Und was hat es mit dem mehr als 10.000 Jahre alten Zahn auf sich?

In dem kürzlich in Mexiko entdeckten längsten Unterwasser-Höhlensystem der Welt sind Forscher auf etwa 15.000 Jahre alte Knochen von Riesenfaultieren und Elefantenvorfahren gestoßen. Auch mehr als 9000 Jahre alte Schädel und Knochen von Menschen sowie ein Keramikkopf und Altäre der Maya-Hochkultur befänden sich in der Sac-Actun-Höhle nahe dem Küstenort Tulum auf der Halbinsel Yucatán, teilte das Forschungsprojekt Gran Acuífero Maya (GAM) mit.

"Dies ist die wichtigste archäologische Unterwasserstätte der Welt", sagte der mexikanische Forscher Guillermo de Anda bei der Vorstellung der Funde. Dort gebe es fast 200 Fundorte. Die Überreste sollen nun erforscht werden, um das genaue Alter festzustellen. Darunter befindet sich auch ein mehr als 10.000 Jahre alter Zahn. Unklar ist noch, ob es sich um einen Tierzahn handelt.

Höhlentaucher unter der Leitung des Deutschen Robert Schmittner hatten die Verbindung zwischen den beiden Höhlen Sac Actun und Dos Ojos im Bundesstaat Quintana Roo nachgewiesen und ihre Entdeckung im Januar bekanntgegeben. Beide Systeme bilden mit knapp 350 Kilometern die längste Unterwasserhöhle der Welt. Sie wird nun nach der größeren Sac Actun genannt.

Manche Menschen fanden nie heraus

Nach Einschätzung der Wissenschaftler stand das Wasser in den Höhlen im Laufe der Zeit unterschiedlich hoch. In Dürrezeiten könnten sie als Trinkwasserquelle genutzt worden sein - allerdings fanden einige Menschen und Tiere nie wieder heraus.

Nach Angaben der Archäologen erlauben die Funde Rückschlüsse bis ins Zeitalter des Pleistozäns, das 2,6 Millionen bis 11.700 Jahre zurückliegt. Die Unterwasserwelt berge eine beeindruckende Menge an archäologischen Funden und es sei "beeindruckend", wie gut diese erhalten seien. Die Forscher zeigten sich auch von der architektonischen Vielfalt in der Höhle Sac Actun beeindruckt. Als Zugang zu dem Maya-Schrein sei mitten im Dschungel eine Treppe angelegt worden.

Rund um Hunderte weitere Höhleneingänge seien Hinweise auf rituelle Feiern gefunden worden. Die Maya betrachteten Höhlen und insbesondere solche, die zu Wasser führten, als hochheilige Orte.

Quelle: n-tv.de, asc/dpa/AFP

Mehr zum Thema