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Auf der zugefrorenen Alster in Hamburg liegt eine Schneedecke.
Auf der zugefrorenen Alster in Hamburg liegt eine Schneedecke.(Foto: dpa)
Dienstag, 27. Februar 2018

Besonderes Wetterphänomen: Von Rügen bis Lübeck schneit Ostseewasser

Von Björn Alexander

Deutschlands Ostseeküste erstrahlt in nicht oft gesehenem Weiß. Jede Menge Schnee von Lübeck bis Greifswald. Sogar Hamburg bekommt etwas ab. Die Schneemassen im hohen Norden sind das Ergebnis eines in unserer Region seltenen Wetterphänomens.

Während die extreme Kälte in den meisten Regionen häufiger die Sonne als den Schnee mitbringt, sieht es an der Ostseeküste derzeit ganz anders aus. Grund ist der sogenannte "Lake Effect", zu Deutsch: "See-Effekt". Dieser Begriff beschreibt die Bildung von kräftigen Schneeschauern, sobald hochreichende arktische Kaltluft längere Zeit über offenes Wasser strömt und dann auf Land trifft.

Das Wasser ist in diesem Fall eben die Ostsee. Die eisigen Winde über der vergleichsweise warmen Ostsee haben das verdampfende Wasser aufgenommen. Dann sind einige Schneepakete landeinwärts gezogen. Das Phänomen ist vor allem von den Großen Seen zwischen Kanada und dem Nordosten der USA bekannt. Städte wie Chicago versinken des Öfteren unter großen Schneemassen.

Mit entsprechenden Schneehöhen: rund um Lübeck 30 bis 35 Zentimeter, Greifswald vermeldet 26 Zentimeter. Auf Rügen (Kap Arkona) sind es 10 Zentimeter. Selbst der Wettermelder in Hamburg konnte heute in der Früh 7 Zentimeter Gesamtschneehöhe messen. Zudem sorgt der mitunter kräftige Wind für Schneeverwehungen.

Quelle: n-tv.de