Wissen

Anak Krakatoa löste Tsunami aus Vulkan schrumpft um mehr als 200 Meter

imago73293431h.jpg

Der Anak Krakatoa hat durch seine Eruption tonnenweise Gestein abgetragen.

(Foto: imago/Leemage)

Bis zu seinem Ausbruch misst der Anak Krakatoa 338 Meter, doch bei der Eruption verliert tonnenweise Gestein, Lava und Geröll - und büßt so zwei Drittel seiner Höhe ein. Gefahr geht von dem geschrumpften Vulkan dennoch aus.

Der indonesische Vulkan Anak Krakatoa, dessen Ausbruch vor einer Woche einen tödlichen Tsunami auslöste, hat bei der Eruption mehr als zwei Drittel seiner Höhe eingebüßt. Wie die indonesische Vulkanbehörde mitteilte, geht das aus einer visuellen Analyse hervor. Der ursprünglich 338 Meter hohe Berg misst demnach nur noch 110 Meter, seine Spitze war vom Beobachtungsposten aus nicht mehr zu sehen.

Die Vulkanbehörde schätzt, dass der Vulkan zwischen 150 und 180 Millionen Kubikmeter an Masse verlor, als große Mengen an Gestein, Lava und Geröll nach einer Reihe von Eruptionen ins Meer stürzten. Bilder der japanischen Raumfahrtbehörde zeigten, dass ein zwei Quadratkilometer großes Stück der Vulkaninsel in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java abbrach und ins Meer stürzte.

Nach dem Ausbruch des Anak Krakatoa am Samstag vergangener Woche hatte eine verheerende Flutwelle die Küstenregionen und Touristenstrände an der Meerenge von Sunda überrollt. Die Flutwellen trafen im Süden Sumatras und im Westen Javas an Land. Nach Behördenangaben kamen mindestens 426 Menschen ums Leben, mehr als 7000 weitere wurden verletzt. 23 Menschen gelten noch als vermisst. Fast 1300 Häuser wurden zerstört.

Die Sicherheitszone rund um den Krater wurde von zwei auf fünf Kilometer erweitert. Wegen der anhaltenden Aktivität des Vulkans wurden aus Furcht vor weiteren Flutwellen mehr als 40.000 Menschen in Sicherheit gebracht.

Im dem am stärksten betroffenen Bezirk Pandeglang im Westen von Java nahmen am Samstag tausende Muslime an einem Massengebet teil. Sie gedachten der Opfer und beteten für die Sicherheit ihrer Häuser. Die Teilnehmerin Dian Rosdiana sagte: "Ich bete auch dafür, dass die Regierung uns sofort hilft: beim Wiederaufbau, bei der Versorgung mit Kleidung und Nahrungsmitteln oder zumindest mit moralischer Unterstützung."

Quelle: n-tv.de, mba/AFP