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In einer Webserie probiert eine Pornodarstellerin eine Sexroboterin aus.
In einer Webserie probiert eine Pornodarstellerin eine Sexroboterin aus.(Foto: Homo Digitalis)
Dienstag, 12. Dezember 2017

Zukunftsstudie "Homo Digitalis": Wer will Sex mit einer Maschine?

Die digitale Welt verändert den Alltag des Menschen. Roboter sollen das Leben erleichtern. Sie betreuen, reinigen und unterhalten. Und sie sollen für Sex bereitstehen. Aber wer will das denn?

Forscher des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation haben erste Tendenzen ihrer Zukunftsstudie "Homo Digitalis" veröffentlicht. Demnach würden rund 20 Prozent der Deutschen gerne einmal Sex mit einem Sexroboter ausprobieren. Ein Großteil der Befragten schließt nicht aus, in Zukunft mit Robotern Sex zu haben. Lediglich rund sechs Prozent der bisherigen Teilnehmer beantwortete die Frage "Könntest du dir vorstellen, dich in einen Roboter zu verlieben?" mit "Ja". Für 70 Prozent hingegen ist Liebe zu einem Roboter undenkbar.

Wirklich überrascht waren die Forscher von dem derzeitigen Ergebnis zu der hypothetischen Frage, wie sehr es stören würde, wenn der Partner Sex mit einem Sexroboter hätte. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass es sie nicht oder nur vielleicht stören würde. Die Zwischenergebnisse deuten darauf hin, dass Sexroboter vor allem als Spielzeug und nicht als Menschen-Ersatz wahrgenommen werden, erklärt Kathrin Pollmann, die als Wissenschaftlerin die Studie begleitet.

Frage nach der digitalisierten Zukunft

Die Studie "Homo Digitalis", die in Zusammenarbeit mit dem BR, Arte und dem ORF durchgeführt wird, soll Aufschluss darüber geben, wie in Zukunft die Digitalisierung den Menschen und seine Bedürfnisse verändern wird. Freiwillige Teilnehmer haben noch bis zum Frühjahr 2018 die Chance, daran teilzunehmen. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Fragebogen, der online beantwortet werden muss, sondern eher um eine Art Spiel mit Fragen, bei dem der Nutzer seine Ergebnisse in Echtzeit mit denen anderer Nutzer vergleichen kann und sogar ein individuelles Feedback bekommt. Der Zukunftstest mit Mini-Spielen kann sowohl über einen Chatbot bei Facebook als auch über die Webseite homodigitalis.tv absolviert werden.

"Für uns ist die Studie auch ein Experiment, wie wir Umfragen so gestalten können, dass der Nutzer Spaß daran hat", erklärt Pollmann die außergewöhnliche Gestaltung.

Die Untersuchung gehört zu einem internationalen Webprojekt mit einer siebenteiligen Webserie, die das Thema Digitalisierung aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

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Quelle: n-tv.de