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Ganz ohne Beine Wie Maden weit springen können

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Aufnahme einer springenden Made im Zeitraffer.

(Foto: Journal of Experimental Biology/Farley, G. M., Wise, M. J., Harrison, J. S., Sutton, G. P., Kuo, C., Patek, S. N., 2019, Journal of Experimental Biology, volume 222, doi:10.1242/jeb.20112/dpa)

Um weite Strecken schnell zu überwinden, springen manche Lebewesen. Dafür benutzen sie normalerweise ihre Beine. Dass weite Sprünge jedoch auch ohne diese gemacht werden können, beweisen Forscher mit beeindrucken Bildern von Maden, die sich mit einer außergewöhnlichen Methode selbst wegschnipsen.

Obwohl sie keine Beine haben, können manche Maden einer Studie zufolge mit einer komplizierten Methode weit springen. Drei Jahre lang beobachteten US-Forscher kleine Mückenlarven der Gruppe Asphondylia mit speziellen Kameras und Mikroskopen. Nun schildern sie ihre Beobachtungen im Fachblatt "Journal of Experimental Biology".

"Sie pflanzen ein Ende ihres Körpers auf den Boden und rutschen das andere Ende heran, bis sich beide Enden treffen", sagt Ko-Autor Jacob Harrison von der Duke University in Durham (US-Bundesstaat North Carolina). An beiden Enden der Maden entdeckten die Forscher winzige Härchen. Diese könnten dazu dienen, dass die beiden Körperenden vorübergehend aneinander befestigt werden, schreiben die Wissenschaftler.

Elastische Energie aufbauen, dann loslassen

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Die nun schlaufenförmige Made drückt ihren oberen Teil nach unten durch und speichert so elastische Energie. Wenn sich das vordere Ende des Körpers löst, wird die Larve durch die plötzlich freiwerdende Energie mit einer mittleren Geschwindigkeit von 0,85 Metern pro Sekunde hoch in die Luft geschleudert.

So kann das etwa 3 Millimeter kleine Insekt bis zu 12 Zentimeter weit springen. Das ist das 36-Fache seiner eigenen Körperlänge. Nach Berechnung der Forscher verbraucht diese Methode wesentlich weniger Energie als das Kriechen über eine äquivalente Distanz. Die Maden benutzen die Methode jedoch nur, um sich bei Gefahr in Sicherheit zu bringen.

Die Erkenntnisse der Forscher weisen nicht nur auf einen großen, noch unerschlossenen Bereich der biologischen Vielfalt von wurmartigen Tieren hin, sondern könnten in Zukunft auch im Bereich der Bionik Anwendung finden.

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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