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Forscher entwickeln neue Formel Wie alt ein Hund in "Menschenjahren" ist

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Hunde sind oft Teil von Familien - nur leben sie deutlich kürzer als andere Mitglieder.

(Foto: imago images/ingimage)

Bisher galt beim Berechnen des "Menschenalters" von Hunden die Faustformel: Hundealter in Jahren mal sieben. Doch die Methode offenbart Schwächen. Forscher aus den USA entwickeln nun eine neue Formel. Sie ist etwas komplizierter - doch sie stützt sich auf messbare Beobachtungen.

Der Hund ist dem Menschen ein treuer Begleiter - umso frustrierender ist für viele Hundebesitzer, dass die Lebensdauer ihres tierischen Gefährten die eigene deutlich unterschreitet. Womöglich um diesen Unterschied etwas hinnehmbarer zu machen, hat sich die Berechnung des Alters von Hunden in "Menschenjahren" etabliert. Die Faustregel dabei lautet: Alter des Hundes mal sieben. Das kommt dann hin, wenn Hunde entsprechend dem Durchschnitt etwa 10 bis 12 Jahre alt werden.

Hunde mancher Rassen, wie etwa Dackel, können allerdings bis zu 20 Jahre alt werden - was unrealistischen 140 "Menschenjahren" entspräche. Spätestens dann stößt die "Sieben-Jahre-Formel" also an ihre Grenzen. Forscher der University of California San Diego haben aber eine neue Formel entwickelt, mit der das "Menschenalter" von Hunden verlässlicher errechnet werden kann. Dabei orientierten sich die Forscher an messbaren Beobachtungen - durch den Alterungsprozess bedingte Veränderungen am Erbgut von Hunden und Menschen.

Diese werden als DNA-Methylierung bezeichnet. Anhand dieser kann für Menschen mittlerweile sogar das biologische Alter recht genau errechnet werden - mit einer Genauigkeit von unter zwei Jahren. Der Humangenetiker Steve Horvarth hatte im Jahr 2013 die Messung der "genetische Uhr" vorgestellt. Das Forscherteam aus Kalifornien um die Genetikerin Tina Wang hat diese Methode nun übernommen und auf Hunde übertragen.

Da es große Unterschiede in der Lebenserwartung einzelner Hunderassen gibt, fokussierten sich Wang und ihre Mitstreiter einzig auf die Rasse Labrador-Retriever. Für ihre Studie untersuchten die Forscher das Erbgut von mehr als 100 Hunden im Alter von vier Wochen bis 16 Jahren. Dabei fiel ihnen auf, dass Hunde und Menschen durchaus eine Ähnlichkeit bei der altersbedingten Veränderung des Erbguts aufweisen. Besonders stark ähneln sich junge und alte Exemplare der jeweiligen Art.

16ln(Hundealter) + 31 = Menschenjahre

Durch den Vergleich der genetischen Uhren von Hunden und Menschen erkannten die Forscher einen Zusammenhang und konnten eine Formel ableiten, mit der sich das Alter von Hunden ab einem Jahr in "Menschenjahren" berechnen lässt. Dafür multipliziert man den sogenannten natürlichen Logarithmus der Lebensjahre des Hundes mit 16 und addiert 31 dazu. Zum Berechnen des natürlichen Logarithmus bietet sich ein Online-Rechner oder ein Taschenrechner an: Die Formel lautet: 16ln(Hundealter) + 31 = Menschenjahre.

Ein Hund im Alter von einem Jahr entspricht demnach bereits einem erwachsenen Menschen im Alter von 31 Jahren. Mit zwei Jahren ist ein Hund bereits 42 Menschenjahre alt, mit fünf Jahren rund 57 Jahre. Der Unterschied zur "Sieben-Jahre-Formel": Je älter ein Hund wird, desto weniger Menschenjahre entsprechen einem Hundejahr. So ist das biologische Alter eines 20 Jahre alten Hundes laut den neuen Erkenntnissen also eher mit einem 79-jährigen Menschen vergleichbar - und nicht mit einem 140-Jahre-Methusalem.

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Quelle: n-tv.de