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High-Speed-Videos analysiert Wie halten Specht-Köpfe das Hämmern aus?

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Der Schwarzspecht, der in der Studie im Alpenzoo Innsbruck gefilmt wurde.

(Foto: Sam Van Wassenbergh/Universiteit Antwerpen/dpa)

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Spechte hämmern Tausende Male am Tag auf Bäume ein. Sie nutzen ihre Köpfe beim Picken wie eine Art Hammer. Wie halten die Gehirne der Vögel das aus, ohne Schaden zu nehmen? Jedenfalls funktionieren ihre Schädel nicht wie stoßdämpfende Helme, findet ein Forscherteam heraus.

Spechte hämmern mit bis zu sieben Metern pro Sekunde gegen Baumstämme - das ist so, als würde man seinen Kopf mit 25 Kilometern je Stunde gegen eine Wand schlagen. Das tun die Vögel bis zu 20 Mal pro Sekunde, ungefähr 12.000 Mal am Tag. Eigentlich müssten Spechte ständig eine Gehirnerschütterung haben. Wie halten sie das aus?

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Bildsequenz aus einem Hochgeschwindigkeitsvideo vom Picken eines Pfahlspechts (Dryocopus pileatus).

(Foto: Erica Ortlieb/Robert Shadwick/University of British Columbia/dpa)

Die Schädel von Spechten wirken beim Picken einer Studie zufolge wie massive Hämmer. Damit widerlegt das Forschungsteam in der Zeitschrift "Current Biology" nach eigener Aussage die Annahme, dass Spechtschädel wie stoßdämpfende Helme funktionieren, wie die Universität Antwerpen mitteilte. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten den Angaben zufolge mehr als 100 High-Speed-Videos von Schwarzspechten, Helmspechten und Buntspechten.

Ihre Berechnungen zeigten, dass die Köpfe der Spechte beim Picken nicht stoßdämpfend wirken und sie das sogar behindern würde. "Ihre Köpfe fungieren beim Picken im Grunde als steife, massive Hämmer", sagte der Hauptautor der Studie, Sam Van Wassenbergh, von der Universität Antwerpen.

Keine Gefahr für Specht-Gehirne entdeckt

Aber schadet es dann nicht den Gehirnen von Spechten, wenn sie mit ihren Schnäbeln mit großer Wucht Bäume bearbeiten? Das Forscherteam, zu der auch die deutsche Wissenschaftlerin Christine Böhmer von der Universität Kiel gehört, entdeckte keine Gefahr für die Gehirne der Spechte. Laut Van Wassenbergh waren selbst die stärksten der analysierten Stöße eine geringere Belastung für die Gehirne der Spechte als jene bei Menschen mit einer Gehirnerschütterung.

Laut den Forscherinnen und Forschern könnten ihre Ergebnisse auch erklären, warum es keine Spechte mit deutlich größeren Köpfen und Nackenmuskeln gibt. Diese könnten zwar kräftiger picken, aber sie hätten wahrscheinlich größere Probleme mit Gehirnerschütterungen.

Quelle: ntv.de, abe/dpa

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