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Kein Einzelfall auf Hawaii Wie kommt ein Aal in die Robbennase?

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Das Jungtier wurde in French Frigate Shoals auf den nordwestlichen Hawaii-Inseln entdeckt.

NOAA Fisheries /Brittany Dolan

Menschen schnäuzen sich, um Unangenehmes aus der Nase zu befördern. Doch wie helfen sich Tiere? Gar nicht, wissen Forscher, die einen Aal in einer Robbennase entdecken.

Dieser Schnappschuss, der von der National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA veröffentlicht wurde, wirft Fragen auf. Er zeigt eine junge Hawaiianische Mönchsrobbe, der etwas Undefinierbares wie ein langer Schlauch mit Flecken aus der Nase hängt: ein Aal. Die Robbe scheint sich davon nicht sonderlich beeinträchtigt zu sein.

Für die Wissenschaftler, die im Rahmen eines Forschungsprogramms zum Schutz der Mönchsrobben die Tiere auf Hawaii seit fast 40 Jahren beobachten, ist das kein Einzelfall. In den letzten Jahren hatten sie bereits dreimal dieses Phänomen bei jungen Robben dort entdeckt.

Die Forscher fürchteten bei diesem Anblick um die Gesundheit des Tieres. Der Aal könnte es beim Tauchen behindern oder so tief sitzen, dass es die Barriere zwischen Nase und Lunge durchbricht. Dann würde beim Tauchen Wasser in die Lunge eindringen. Aus diesem Grund entschied sich das Team, den Aal schnell zu entfernen. Die junge Robbe wehrte sich kaum und der Aal, der ziemlich tief in der Nase steckte, konnte im Ganzen herausgezogen werden.

Wie die Aale in die Nasen der Robben gelangen, wissen die Forscher allerdings nicht. Es könnte sein, dass es bei der Futtersuche passiert ist. Die Robben stecken dafür nämlich ihre Nasen unter Wasser tief in die Spalten von Korallenriffen, Felsen oder in den Sand. Sie suchen nach Beute, die sich an diesen Stellen versteckt. Bei dieser Aktion könnte ein Aal in die Enge getrieben worden sein und versucht haben, über die Nase der Tiere zu fliehen oder sich zu verteidigen, aber auf falschem Weg. Es ist allerdings auch denkbar, dass sich die Jungtiere, die bisher mit einem Aal in der Nase gesehen worden sind, an diesem verschluckt und ihn über die Nase schließlich wieder herausgebracht haben. Da es sich bei dem Phänomen eher um Einzelfälle handelt, werden es die Forscher wohl auch nie herausfinden.

Dem Tier auf dem Bild geht es wieder gut. Der Aal allerdings hat den Vorgang, der sich bereits im Sommer 2017 abspielte, mit seinem Leben bezahlt.

Quelle: n-tv.de, jaz

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