Wissen

Massaker in Botswana Wilderer schlachten 87 Elefanten ab

Elfenbein wird besonders in Asien zu hohen Preisen gehandelt - und das, obwohl Elefanten unter Artenschutz stehen. In Botswana töten Wilderer nun Dutzende Dickhäuter und entfernen ihre Stoßzähne. Es ist eines der größten Elefanten-Massaker in Afrika der letzten Jahre.

Elfenbeinjäger haben in Botswana eines der schlimmsten Massaker an Elefanten der vergangenen Jahre angerichtet. Wildschützer entdeckten bei einer Zählung der Elefanten-Population aus der Luft 87 getötete Tiere, denen die Stoßzähne abgenommen worden waren, wie die Tierschutzorganisation Elephants Without Borders mitteilte. Botsuanas Tourismusminister Tshekedi Khama bestätigte die Angaben.

"Das Wildern von Elefanten hat ein Ausmaß erreicht, wie ich es bisher in Afrika noch nicht gesehen habe", sagte der Direktor von Elephants Without Borders, Mike Chase. Mitte Juli habe seine Organisation mit der Zählung der Elefanten-Population begonnen. "Jeden Tag zählen wir mehr tote Elefanten", sagte Chase.

Botswana habe bislang als relativ sicher für Elefanten gegolten. In dem Land leben rund 135.000 der 415.000 Elefanten in Afrika. Nachdem die Tiere in den Nachbarländern Angola und Sambia an den Rande des Aussterbens gebracht worden seien, wichen nun aber viele Wilderer nach Botswana aus, sagte Chase.

Botsuana entwaffnet Wildhüter

Der Tierschützer kritisierte, dass Botswana Anfang des Jahres seine Wildhüter entwaffnet habe. Zuvor hätten Wilderer damit rechnen müssen, erschossen zu werden. Nach der Entwaffnung sei die Wilderei stark angestiegen. In China, dem weltweit wichtigsten Absatzmarkt für Elfenbein, wurde im letzten Jahr zwar ein Handelsverbot für Elfenbein durchgesetzt, aber gerade in Asien boomt der Schwarzmarkt. Motiviert werden die Wilderer so auch von den hohen Erlösen, die Elfenbein erzielt.

Die Umweltschutzorganisation WWF zeigte sich ebenfalls entsetzt. "Dieser beispiellose Angriff zeigt, wie erbarmungslos die hochgerüstete Wildtiermafia vorgeht", erklärte WWF-Referentin Katharina Trump. "Afrika hat in nur einem Jahrzehnt über 100.000 seiner Elefanten verloren." Dies sei "eine dramatische Entwicklung, die wir dringend stoppen müssen".

Quelle: n-tv.de, agr/AFP

Mehr zum Thema