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Dieser Wolf lebt in einem Gehege in Brandenburg.
Dieser Wolf lebt in einem Gehege in Brandenburg.(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)
Mittwoch, 22. November 2017

Ausbreitung im Osten und Norden: Zahl der Wolfsrudel in Deutschland steigt

Wölfe waren hierzulande schon ausgerottet. Seit einigen Jahren breiten sie sich wieder aus und stehen unter strengem Schutz. Dabei nimmt nicht nur die Zahl der ausgewachsenen Tiere allmählich zu, sondern auch die der Rudel.

Die Zahl der Wolfsrudel in Deutschland hat sich binnen eines Jahres deutlich um 13 auf 60 Rudel erhöht. Insgesamt lebten zuletzt etwa 150 bis 160 erwachsene Wölfe in Deutschland - nach etwa 140 im Vorjahreszeitraum, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mitteilte. Das Amt präsentierte die Ergebnisse des von Mai 2016 bis April 2017 laufenden Monitoringberichts.

Wolfsrudel bestehen meist aus den Elterntieren und ihrem Nachwuchs. Mutter und Vater bleiben ihr Leben lang zusammen, während Jungwölfe etwa ab dem dritten Lebensjahr das Rudel verlassen, um sich ein eigenes Revier und einen Partner zu suchen.

Den Angaben des Berichts zufolge stieg die Zahl der Rudel deutlich, während sich gleichzeitig die Zahl der Wolfspaare (noch ohne Nachwuchs) von 21 auf 13 verringerte. Die Zahl der sesshaften Einzelwölfe sank von vier auf drei. Mittlerweile umfasst das Verbreitungsgebiet der Wölfe sieben Bundesländer. Es konzentriert sich auf das norddeutsche Tiefland, das sich von der sächsischen Lausitz in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen erstreckt. Die meisten Wölfe gibt es in Brandenburg und Sachsen.

Viele Wölfe werden überfahren

"Für den Naturschutz sind diese Zahlen zwar erfreulich, jedoch weist die Art noch immer eine insgesamt ungünstige Erhaltungssituation auf", sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. "Vor allem der Straßenverkehr gefährdet den Wolf in seinem Bestand; daneben stellen illegale Abschüsse ein erhebliches Problem dar." So wurden seit dem Jahr 2000 in Deutschland 201 tote Wölfe gefunden. Davon seien 140 durch den Straßenverkehr ums Leben gekommen, 26 seien illegal getötet worden, hieß es vom BfN.

Die Art war in Deutschland der Behörde zufolge vor 150 Jahren ausgerottet worden. Seit einigen Jahren breiten sich Wölfe in Deutschland immer weiter aus, was zunehmend zu Konflikten führt. Die Tiere sind strengstens geschützt. Es ist verboten, sie einzufangen oder gar zu töten.

Über den Umgang mit Wölfen, die Menschen zu nahe kommen oder Nutztiere reißen, entbrannte in den vergangenen Monaten eine zunehmend heftige Auseinandersetzung. Zudem wird darüber gestritten, ob der Wolfsbestand inzwischen groß genug ist, um den Schutzstatus zu lockern.

Quelle: n-tv.de