Fundsache

Beweis für Kriegsmaschinen mit RüsselGehörte ein ausgegrabener Knochen einem Hannibal-Elefanten?

17.02.2026, 16:20 Uhr
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Der Stich aus dem 19. Jahrhundert stellt die Schlacht um Zama während des Zweiten Punischen Krieges mit Einsatz von Kriegselefanten 202 vor Christus dar. (Foto: IMAGO/Kena Images)

Der Zug über die Alpen mit Kriegselefanten hat Hannibal zur Legende gemacht. In Spanien graben Archäologen einen Knochen aus, der ein erster physischer Beweis für die Existenz dieser Tiere in Europa zu dieser Zeit sein könnte.

Ein rund 2250 Jahre alter Knochen, den ein Archäologenteam im Süden Spaniens ausgegraben hat, wird mit dem legendären Feldherrn Hannibal in Verbindung gebracht. Dieser zog zu dieser Zeit mit einem großen Heer, zu dem Historikern zufolge auch 37 Kriegselefanten gehörten, von Spanien aus über die Alpen nach Italien. Mit diesem überaus beschwerlichen Weg wollte der karthagische Feldherr die Römer überraschen und überwältigen. Bisher gab es lediglich schriftliche und ikonografische Belege für den Einsatz von Elefanten in dieser Region zu dieser Zeit.

Der Knochen wurde bereits 2020 an der Ausgrabungsstätte eines alten befestigten Dorfes in der Nähe der südspanischen Stadt Córdoba ausgegraben. Am Fundort könnte es zu militärischen Auseinandersetzungen gekommen sein, bei denen auch der Elefant starb, schreibt das Team. Dafür sprechen auch 12 Steinkugeln, die ebenfalls ausgegraben wurden. Die Forscher und Forscherinnen gehen davon aus, dass es sich dabei um Munition für karthagische Katapulte handelt.

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Der würfelförmige Knochenfund hat eine Seitenlänge von etwa zehn Zentimetern. (Foto: picture alliance / Cover Images)

Rätselhafter Knochen

Der ausgegrabene Knochen gab den Forschenden eine Reihe von Rätseln auf. Er konnte zunächst keiner einheimischen Tierart zugeordnet werden. Nach einer eingehenden Analyse des Knochens, die jetzt erst abgeschlossen wurde, konnte das Teil nun als rechter Karpalknochen eines Elefanten identifiziert werden. Das entspricht dem Knöchel des rechten Vorderbeins und ist vergleichbar mit dem menschlichen Handgelenk.

Das Forschungsteam um Rafael M. Martínez Sánchez vermutet, dass der Elefant, zu dem der Knochen gehörte, vor rund 2250 Jahren von den Karthagern als Kriegstier zum späteren Fundort gebracht wurde. Die Forschenden schließen jedoch aus, dass der ausgegrabene Knochen zu einem der 37 legendären Kriegstiere gehörte, mit denen Hannibal die Alpen überquert haben soll. Vielmehr könnte es sich um ein Tier gehandelt haben, das im heutigen Spanien gehalten wurde und später zur Sicherung der Nachschubwege zum Einsatz kam.

Sie halten es jedoch auch für möglich, dass das Knochenfragment als eine Art Andenken von einem Menschen zum späteren Fundort gebracht wurde. Nicht geklärt werden konnte bisher, ob es sich bei dem Elefanten um einen Asiatischen Elefanten oder eine bereits ausgestorbene afrikanische Elefantenart handelte, schreiben die Forschenden im "Journal of Archaelogical Science - Reports".

Gleichzeitig liefert der Knochen den ersten physischen Beweis für die Existenz der Kriegselefanten. "Der Knochen könnte sich als wegweisend erweisen", wird Sánchez, der die Studie leitete, zitiert. Bislang habe es "keine direkten archäologischen Belege für die Nutzung dieser Tiere gegeben". Doch durch den beschriebenen Elefantenknochen könnte das nun anders sein.

Quelle: ntv.de, jaz

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