Panorama
Donnerstag, 25. März 2010

Insel im Meer versunken: Klimawandel löst Konflikt

Im Indischen Ozean versinkt eine Insel im Meer. Hintergrund ist der steigende Meeresspiegel aufgrund des Klimawandels. Um das Eiland hatten Indien und Bangladesh jahrelang gestritten.

Der Klimawandel hat einen Konflikt zwischen Indien und Bangladesch um eine von den beiden Ländern beanspruchte Insel gelöst: Die Auswertung von Satellitenbildern habe ergeben, dass die Insel unter dem steigenden Meeresspiegel versunken sei, sagte der Direktor der Abteilung für ozeanographische Studien an der Jadavapur-Universität im ostindischen Kolkata, Sugata Hazra. Fischer hätten das Verschwinden der Insel bestätigt, die von Bangladesch South Talpatti und von Indien New-Moore-Insel oder Purbasha genannt wurde.

Das Eiland hatte eine Fläche von etwa neun Quadratkilometern und lag eineinhalb bis zwei Meter über dem Meeresspiegel, als es 1985 kartographiert worden war.

Seit den 70er Jahren beanspruchen die südasiatischen Staaten Indien und Bangladesch die Insel in der Bucht von Bengalen für sich. "Einige Teile von ihr tauchen auf, wenn die Ebbe am niedrigsten ist, zu allen anderen Zeiten ist sie vollständig überschwemmt", sagte Hazra. Zu dem bilateralen Konflikt sagte der Wissenschaftler: "Jahre der Verhandlungen konnten diesen territorialen Streit nicht lösen. Nun hat der Klimawandel die Quelle (des Disputs) ausgelöscht."

Weitere Inseln sind gefährdet

Hazra sagte weiter: "Der Klimawandel wirkt sich definitiv auf die Region aus. Es gibt eine direkte Verbindung zwischen einem Anstieg der Temperatur an der See-Oberfläche und des Meeresspiegels und der relativen Zunahme der Regenfälle in der Gegend." Andere Inseln im Sunderban-Delta, das für seine ökologische Vielfalt bekannt ist und in dem der bedrohte bengalische Königstiger heimisch ist, seien ebenfalls durch den Klimawandel gefährdet.

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Quelle: n-tv.de

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