Politik

Umfrage zu Personaldichte: Im Osten gibt es die meisten Polizisten

Die Polizei in Deutschland zeigte sich bei den Übergriffen in Köln machtlos. Die Polizeigewerkschaft wehrt sich: Wo kaum Personal ist, kann auch keins eingesetzt werden. Eine Umfrage zeigt nun, wie viele Beamte es tatsächlich gibt und wo.

Seit den Übergriffen in Köln, vergeht kein Tag, an dem nicht mehr Polizeipräsenz gefordert wird. Die Polizei-Gewerkschaft hingegen beschwert sich über zu wenig Personal und die Sparpolitik, die seit Jahren in den eigenen Reihen kursiert. Eine von der "Rheinischen Post" erstellte Statistik zeigt nun, welche Bundesländer in puncto Polizei gut dastehen und welche weniger.

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Den Recherchen des Blatts zufolge schwankt die Polizeidichte in der Bundesrepublik erheblich: In Rheinland-Pfalz werden 224 Polizisten pro 100.000 Einwohner eingesetzt, in Berlin sind es 473. Generell sind die Zahlen in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen verhältnismäßig groß. Dies liege daran, dass es in den Großstädten viele Großveranstaltungen gebe und die Kriminalität in der Großstadt höher sei als auf dem Land, heißt es in dem Bericht.

Im Ost-West-Vergleich zeigt sich, dass die neuen Bundesländer personell besser ausgestattet sind, als die alten Bundesländer. Ganz vorn liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 366 Polizisten pro 100.000 Einwohner, gefolgt von Brandenburg (328) und Thüringen (294).

Bayern steht im Westen am besten da

Das einzige westdeutsche Bundesland, das ebenfalls auf eine gute Polizeidichte blicken kann, ist Bayern. Dort gibt es 326 Polizisten pro 100.000 Einwohner. Schlusslichter sind Rheinland-Pfalz mit 224 Polizisten pro 100.000 Einwohner, Baden-Württemberg (225) und Hessen (226). Nordrhein-Westfalen verfügt dem Bericht zufolge über 228 Polizisten pro 100.000 Einwohner, zählt aber anders als andere Bundesländer, seine Verwaltungsmitarbeiter in die Statistik hinein. Ohne diese Zählweise wäre NRW Schlusslicht. Somit ist ausgerechnet das am dichtesten besiedelte Flächenland am dünnsten mit Polizisten besetzt.

"NRW hat das Problem erkannt und stellt wieder mehr ein", zitiert "RP" Jörg Radek, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Nordrhein-Westfalen gehört mit rund 1,5 Prozent Plus zu sieben Bundesländern, die in den vergangenen fünf Jahren neue Stellen geschaffen haben. Neun Länder haben dagegen Stellen gestrichen, besonders massiv Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Sachsen. Seit 1997 seien mindestens 16.000 Stellen im Polizeidienst weggefallen, gleichzeitig hätten Polizisten mehrere Millionen Überstunden angesammelt. Durch die Personalknappheit und neue Aufgaben im Zuge der Flüchtlingskrise müssen einige Aufgaben hinten anstehen. Es müssten demnach Aufgaben wie Verkehrsüberwachung und Einbruchsbekämpfung vernachlässigt werden, erklärte Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, gegenüber "RP".

Die Statistik scheint der Gewerkschaft recht zu geben: So stieg die Anzahl der Wohnungseinbrüche von 106.107 Fällen 2006 auf 152.123 im Jahr 2014. In Thüringen und Bayern kommen Wohnungseinbrüche im Verhältnis aber weniger vor, als in NRW. Dort wird am meisten eingebrochen.

Quelle: n-tv.de

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