Politik
Bundesfamilienministerin Katarina Barley kämpft für besseren Kitas, Schulen und Kinderhorte.
Bundesfamilienministerin Katarina Barley kämpft für besseren Kitas, Schulen und Kinderhorte.(Foto: imago/photothek)
Freitag, 15. September 2017

Jeder fünfte unter 18 gefährdet: Risiko für Kinderarmut in Deutschland steigt

Fast ein Fünftel aller Kindern in Deutschland laufen Gefahr, unter Armut zu leiden. Besonders gefährdet sind Haushalte von Alleinerziehenden und Migrantenfamilien - dort liegt das Risiko fast bei 50 Prozent.

Die Gefahr für Kinder, in Armut aufzuwachsen, ist gestiegen: Die Quote in Deutschland lag im Jahr 2015 bei 19,7 Prozent. Damit waren rund 2,8 Millionen der unter 18-Jährigen armutsgefährdet. Im Jahr 2010 lag die Armutsrisikoquote noch bei 18,2 Prozent - das waren 2,5 Millionen Kinder. Das geht aus dem von Bundesfamilienministerin Katarina Barley vorgelegten Familienreport hervor.

Dem Report zufolge hängt das Armutsrisiko stark mit dem Familientyp und der Anzahl der Kinder zusammen. 44 Prozent der Haushalte von Alleinerziehenden sind demnach armutsgefährdet. Ihr Armutsrisiko ist damit mehr als viermal so hoch wie bei Paarfamilien mit einem oder zwei Kindern.

Besonders stark betroffen sind Kinder aus Migrantenfamilien. Der Anteil der mit einem Armutsrisiko lebenden Kinder ist in der Gruppe von 2011 bis 2015 von rund 36 Prozent auf 49 Prozent angestiegen, wie es in dem Report weiter heißt. Bei Kindern ohne Migrationshintergrund lag er konstant bei 13 Prozent.

"Es bleibt eine der wichtigsten Aufgaben, ein gutes Aufwachsen für alle Kinder zu sichern", sagte Barley zu den Ergebnissen. Familien würden zu Recht eine gute Unterstützung erwarten. Politik und Wirtschaft müssten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sorgen. Jeder Euro, den man in gute Kitas, Ganztagsschulen und Horte investiere, zahle sich mehrfach aus, so Barley.

Quelle: n-tv.de

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