Wirtschaft

Weiter trübe Aussichten : Griechenland bleibt am Tropf

Die EU-Kommission tritt im Fall Griechenland kräftig auf die Euphoriebremse. Demnach ist das hochverschuldete Land weiter auf internationale Hilfe angewiesen. Laut EU benötigt Griechenland länger, um seine Wirtschaft in Schwung zu bringen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ungeachtet des Comebacks am Kapitalmarkt ist das hoch verschuldete Griechenland nach Einschätzung der EU-Kommission weiterhin auf internationales Hilfsgeld angewiesen. Auch wenn Griechenland wieder Geld von Investoren bekomme, so sei es doch auf die Zusicherung der Euro-Staaten angewiesen, im Notfall vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt zu werden, teilte die Kommission mit.

Zugleich schätzte sie die Aussichten für die Verschuldung des südosteuropäischen Landes trüber ein. Der Schuldenstand werde 2020 bei 125 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen und bis 2022 auf lediglich 112 Prozent sinken.

Grund für die düstereren Aussichten sei, dass die Wirtschaft wohl länger brauche, um wieder in Schwung zu kommen, schrieb die Kommission. Zudem fielen die Einnahmen aus dem Verkauf von Staatsunternehmen vermutlich geringer aus als angenommen. Bislang hatte die EU-Kommission mit einem Schuldenstand von 124 Prozent 2020 und "deutlich unter 110 Prozent" 2022 gerechnet.

Primärüberschuss im vergangenen Jahr

Griechenland hatte zuletzt erstmals seit Beginn der Schuldenkrise 2010 wieder eine Anleihe auf den Markt gebracht und war damit bei Investoren auf großes Interesse gestoßen. Zugleich machte das Land mit einem Etappensieg im Kampf gegen das ausufernde Defizit den Weg für weitere Zugeständnisse seiner Gläubiger frei. Griechenland schaffte schon 2013 und damit früher als geplant im Kernbereich des Staatshaushalts schwarze Zahlen (Primärüberschuss).

Die Euro-Finanzminister hatten dem von IWF und EU mit bisher 218 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrtem Land im November 2012 Erleichterungen beim Schuldendienst in Aussicht gestellt, falls es 2014 sein Etappenziel erreicht. Details zu den Zugeständnissen sollen laut EU-Kommission in der zweiten Jahreshälfte besprochen werden.

Quelle: n-tv.de

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