Auto

Der Name war ein Weltprogramm 50 Jahre Opel Rekord II (D)

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Der von GM-Stardesigner Charles M. Jordan gezeichnete Opel Rekord II traf nicht nur den Geschmack der Europäer.

(Foto: Opel)

Mit dem Opel Rekord II zeigten die Amerikaner für einen Moment, was für ein Auto man im Europa der 1970er-Jahre fahren will. Der unter GM-Stardesigner Charles M. Jordan gezeichnete Rüsselsheimer betörte durch eine Leichtigkeit der Formen, die ihn 1972 als erfolgreichsten Star der Mittelklasse etablierte.

"No dull cars" - keine langweiligen Fahrzeuge. Dieses Credo trieb den US-amerikanischen Star-Couturier Charles M. Jordan an, das Design des Opel-Mutterkonzerns General Motors zu revolutionieren. Aber nach Ikonen wie Corvette und Cadillac Eldorado entstanden unter Verantwortung von Jordan auch gewagte Meilensteine für die deutsche Marke mit dem Blitz. So der Opel GT und das futuristische Concept Car Opel CD - welches dann wiederum vor genau 50 Jahren die Neuerfindung des Opel Rekord inspirierte, wie eine Presseinformation erklärte.

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Es war auch die von Opel genutzte neue Technik, die den Rekord II begehrenswert machte.

(Foto: Opel)

Diese gehobene Mittelklasse für die 1970er in wegweisendem und verführerisch-schönem Design war Opel eine auffällige Namensgebung wert, und so hieß die siebte Generation der 1953 lancierten Baureihe in der Werbung "Rekord II", ehe später zum internen Code "Rekord D" gewechselt wurde. Übrigens tat sich auch unter der Motorhaube etwas: Als erster Opel wurde der Rekord II ab 1972 optional von einem effizienten Diesel angetrieben.

In einem europäischen Marktumfeld, das so dicht mit neuen Mittelklassemodellen besetzt war wie nie zuvor, gelang es dem Rüsselsheimer, nicht nur Rekorde zu versprechen, sondern auch zu realisieren. Auf der Versuchsbahn stellte der Dieselmotor Weltrekorde auf, in den Verkaufsrankings etablierte sich der Rekord als meistverkaufte europäische Mittelklasse und die Marke Opel schob das Bestsellermodell 1972 sogar vor Volkswagen auf den Thron des Zulassungskönigs.

"Ein neuer Maßstab für die obere Mittelklasse"

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Mit mehreren Karosserievarianten wollte Opel beim Rekord II alle Bedürfnisse der Kundschaft befriedigen.

(Foto: Opel)

Gab die Sportcoupé-Studie Opel CD (später ging daraus der in Kleinserie gebaute Bitter Diplomat CD hervor) "mit niedriger Gürtellinie und kräftigen Flächenteilen … ein Signal für die weitere Styling-Entwicklung bei Opel … setzt der Rekord II einen neuen Maßstab für die gesamte obere Mittelklasse", kommunizierte Opel zum Debüt seines frischen Hoffnungsträgers, der als zwei- und viertürige Limousine, Coupé, zwei- und viertüriger Kombi-Caravan und Lieferwagen antrat.

Gegenüber dem von 1966 bis 1971 in über 1,2 Millionen Einheiten verkauften Vorgänger verzichtete der Rekord II auf das modische Coke-Bottle-Design der Swinging Sixties. Aber auch auf die fülligen Formen neuer Rivalen, wie sie etwa Ford Consul/Granada, Chrysler-Simca 160/180, Fiat 132 oder Japaner á la Toyota Corona MK II zur Schau stellten. Derweil traten die kostspieligeren Mercedes/8 und der neue BMW 520 gegen den ebenfalls erneuerten Rekord im Nobeldress, den Opel Commodore (B), an.

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Bereits ab unter 10.000 DM gab es den Opel Rekord ab Werk zu kaufen.

(Foto: Opel)

Es waren aber nicht nur optische und praktische Vorteile wie das große Glashaus mit gewölbten Flächen und die Verbreiterung des Innenraums in Höhe der Gürtellinie, die den leicht und elegant aussehenden Opel Rekord II in der europäischen Käufergunst vorn platzierten. Die 4,57 Meter langen Limousinen waren dank Leichtbau auch agil und effizient, obwohl die Vierzylinder-Benziner lediglich Evolutionen der Vorgängermotoren darstellten und mit anfänglichen Leistungsspitzen zwischen 66 PS und 97 PS gerade heutigen Kleinwagen-Werten entsprechen. Damals jedoch galt der Sprintwert des Rekord 1900 SH von 13 Sekunden auf Landstraßentempo als respektabel und eine Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h als ausreichend flott.

Weltenbummler unter vielen Logos

Wenn heutige Oldtimerfans den im September 1972 nachgereichten Opel Rekord II 2100 D als "Wanderdüne" bezeichnen, dürfen sie nicht vergessen, dass der einzige andere deutsche Diesel jener Zeit, der Mercedes/8 als 200 D beziehungsweise 220 D noch phlegmatischer unterwegs waren. Sie gönnten sich nämlich weit mehr Zeit als jene 23,5 Sekunden, die der Opel benötigte, um Tempo 100 zu erreichen. Und mit einem DIN-Normverbrauch von 8,7 Litern war der hessische Selbstzünder ähnlich genügsam wie die Schwaben (220 D mit 8,5 Litern) oder auch der Peugeot 504 D. Immerhin 140.000 Opel-Kunden gönnten sich deshalb das D auf dem Kofferraumdeckel von Limousine, Caravan und Lieferwagen. Einzigartig blieb jedoch das modifizierte Sportcoupé Opel GT, das mit dem rau laufenden Diesel im Juni 1972 20 internationale Rekorde über Strecken bis zu 10.0000 Kilometern aufstellte.

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Das Sportcoupé Opel GT fuhr mit dem auch im Rekord II verbauten Diesel mehrere Rekorde ein.

(Foto: Opel)

Richtig schnell war auch die Luxus-Ausgabe des Rekord II, der Commodore. Im März 1972 vorgestellt und im Herbst des Jahres als Top-Typ GS/E auch im schicken Coupé eingeführt, knackte der 160 PS starke 2,8-Liter-Sechszylinder nicht nur die prestigeträchtige 200-km/h-Marke, er nahm es auch mit Speedsymbolen wie dem Porsche 911 T auf. Noch mehr Hubraum hielten einige Weltauto-Varianten des Duos Opel Rekord/Commodore bereit, denn die in Rüsselsheim vom deutschen Team unter Charles M. Jordan finalisierten Linien begeisterten auf allen Kontinenten. So gab es in Südafrika Rekord- und Commodore-Derivate, die aus bis zu 4,1 Liter großen Sechszylindern viel Drehmoment schöpften und auch als Vierzylinder bis zu 2,5 Liter Hubraum boten. Unter Chevrolet-Markenzeichen avancierten diese Limousinen zum zeitweise populärsten Auto Südafrikas.

In Europa lieferte das GM-Werk Antwerpen für die Benelux-Märkte Rekord-Parallelmodelle, die als Ranger vermarktet wurden. Und auch die Schweiz betrachtete die von der GM-Dependenz in Biel angebotenen Ranger als nationales automobiles Kulturgut, das auf dem Genfer Salon Seite an Seite mit dem Rekord ausgestellt wurde. In Großbritannien wiederum orientierte sich der Vauxhall Victor/VX am Rekord-Layout und wurde später von 1983 bis ins 21. Jahrhundert in Indien als Hindustan Contessa gebaut.

Das Original war beispielhaft zuverlässig

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Immer neue Sondermodelle des Opel Rekord II sollten die Kauflaune in Deutschland hochhalten.

(Foto: Opel)

Nicht wenige Briten wählten statt des Vauxhall jedoch gleich das Opel-Original, denn der ab 1975 auch mit 2,0-Liter-Vierzylinder und 100 PS lieferbare Rekord erfreute sich global des Rufs beispielhafter Zuverlässigkeit. Sehr stolz waren die Rüsselsheimer Autobauer auch auf den "optimalen Rostschutz auch in Hohlräumen. Bördelkanten und andere hoch beanspruchte Blechteile werden mit Zinkstaubfarbe vorbehandelt". Tatsächlich starben viele Rekord II einen späteren Rosttod als Wettbewerber mit unbehandelten Stahlblechen.

So drang der gute Ruf der eleganten deutschen Mittelklasse bis nach Südkorea. Ab 1975 gab es dort den Shinjin Opel Royale als viertürige Limousine aus einheimischer Montage. Ein Auto, das sich in Seoul etwa Universitätsprofessoren und höher gestellte Ministerialbeamte leisten konnten. Bereits 1974 lief im Iran die Fertigung des Rekord II unter den Bezeichnungen Chevrolet Royale und Chevrolet Iran an.

Dagegen war es in Deutschland ein Sondermodell-Reigen aus Maharadscha, Ferien-Rekord, Sport-Rekord, Hit-Rekord und "Millionär", mit dem Opel sein ertragreiches Modell im Gespräch hielt. Trotz der inzwischen vielen Wettbewerber liefen hierzulande exakt 1.128.196 Einheiten Rekord II (D) vom Band, ehe im Spätsommer 1977 der Rekord E den Stab übernahm.

Quelle: ntv.de, Wolfram Nickel, sp-x

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