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 Traumauto mit NutzwertAston Martin DBX S - Fahrt mit einem Kunstwerk auf Rädern

24.05.2026, 08:51 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich
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Großmäuliger geht es wohl nicht, der DBX S legt einen extrovertierten Auftritt hin. Überholprestige muss eben sein. Die roten Akzentteile sind cool. (Foto: Aston Martin)

Kann ein SUV ein Traumauto sein? Schwierig, denn die nützlichen Ungetüme machen je nach Motor zwar ordentlich Sound und Speed, sind aber selten so emotional wie Sportwagen. Mit dem DBX S bekommt Aston Martin es aber trotzdem ganz gut hin. Eine Testfahrt.

Vergessen Sie das Gerede der Marketingabteilung von wegen Gewichtsersparnis beim Aston Martin DBX S. Fahren Sie mit dem 5,04 Meter langen SUV auf die Nordschleife? Vielleicht, aber in der Praxis wohl eher nicht. Es gibt dafür außerdem besser geeignete Autos. Macht alles nichts, trotzdem ist das Carbondach einfach cool, es ist eben ein Accessoire, wenn man so will.

Damit es sichtbar heraussticht, haben wir diesmal darauf verzichtet, den schwarzen Testwagen selbst abzulichten, sondern die Dienste der versierten Pressefotografen in Anspruch genommen. Denn bei einem weiß lackierten Exemplar kommt der Kontrast richtig gut. Und dann wären da ja noch die farblich abgesetzten Akzentteile, mit denen der "S" schon ziemlich scharf aussieht.

Und nach dem Anlassen des von Mercedes zugesteuerten V8 klingt der Brite auch noch ziemlich scharf. Das Schippchen an Leistungszuwachs gegenüber dem 707 ist zwar eher Nuance (727 statt 707 PS) als Erdrutsch, aber darum geht es letztlich gar nicht. Psychologisch ist wichtig, dass die Ingenieure Technik aus dem Aston Martin Valhalla in den DBX gebracht haben.

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Carbon, ja oder nein? Für einen markanten Kontrast sorgt es in jedem Fall. (Foto: Aston Martin)

Vor allem seine größere Turbine des Laders macht dem Vierliter Druck, was man auch noch einmal bei hohen Drehzahlen merken soll. Aber was merkt der Fahrer zunächst einmal? Dass der DBX S akustisch ziemlich ausdrucksstark auf seine Zylinderzahl hinweist und verdammt gut geht. Okay, das ist bei 900 Newtonmetern auch wahrlich keine Kunst.

DBX S ist ein Biest

Also muss man verdammt aufpassen, an welcher Stelle man das rechte Pedal durchdrückt. Wenn der Turbo pfeift, schiebt der 2,3 Tonnen schwere Edellaster unerbittlich. Klar, kennt man heute natürlich von den vielen überdimensionierten Elektroantrieben - aber beim bollernden Achtender ist das emotional noch mal eine ganz andere Hausnummer. Nach 3,1 Sekunden stehen 100 km/h auf dem Tacho, für 160 Sachen nennt der Hersteller 7,2 Sekunden. Ende der Fahnenstange ist erst ab 310 km/h.

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Mit über fünf Metern Länge ist der Aston Martin DBX S ein wahrlich großes Auto. (Foto: Aston Martin)

Traktion ist nie ein Thema dank des Allradantriebs und vor allem dank der variablen Steuerung - zur Not gehen 100 Prozent des Moments an die Hinterachse. Insgesamt präsentiert sich der Antriebsstrang betont sportlich, und das ist nicht nur Software. So nutzt der Neungang-Automat beim "S" eine Lamellen-Nasskupplung statt Drehmomentwandler, um jedes noch so winzige Quäntchen Schlupf zu vermeiden. Da aber weiter mit einem Planetengetriebe gearbeitet wird, erfolgt der Gangwechsel weiterhin geschmeidig.

Innen besticht der schärfste DBX durch ausgeprägte Sportsessel mit "S"-Signet; die haben durchaus multifunktionalen Charakter. Es geht schließlich darum, ausreichenden Seitenhalt zu gewährleisten, wenn der Fahrer mal Lust hat, es in der Kurve forciert angehen zu lassen. Und der Nutzwert-Racer spielt mit seiner variablen Dreikammer-Luftfeder die komplette Klaviatur von drahtig bis geschmeidig.

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Die DBX-Sitze sehen schon schick aus. (Foto: Aston Martin)

Dazu kommt der wirkungsvolle elektrische 48-Volt-Wankausgleich. Hier ein bisschen Kurvenjagd, dort die eine oder andere Langstrecke - und das ist wichtig, schließlich bleibt auch ein möglichst scharfer DBX S am Ende ein Gran Turismo mit großem Kofferraum. Kleiner Blick in das Gepäckabteil gefällig? Über 600 Liter sollten reichen für einen ausgedehnten Urlaub mit mehreren Personen. Anderes gut vorstellbares Szenario: Man nimmt seinen klassischen Aston an den Haken - immerhin darf der Spitzen-DBX 2,7 Tonnen ziehen. Stilvoller geht das Trailern kaum.

Apropos Stil. Wenn Instrumente schon digital werden, dann sollte diese Aufgabe wenigstens Apple übernehmen. Mit Apple CarPlay Ultra bringt der renommierte Tech-Konzern aber nicht nur bunte Farbe ins Spiel. Auch sämtliche Funktionen laufen dann über das iOS-Betriebssystem bis hin zur Steuerung der Assistenten. Die Bedienung wird damit intuitiv, allerdings hat das System auch immer noch Bugs. Hier sollten die Softwareentwickler optimieren. Aber es haben sich auch schon Verbesserungen eingestellt, das muss man fairerweise sagen.

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Wer beim DBX vier Auspuffrohre entdeckt, die auch noch vertikal angeordnet sind, hat einen raren "S" erwischt. (Foto: Aston Martin)

Bleibt der Preispunkt. Mit knapp unter 300.000 sollte man schon rechnen. Wer aber noch Carbon, weitere äußerliche Individualisierung plus Sonderausstattungen satt möchte, dürfte bei deutlich über 300.000 Euro landen. Ein Aston Martin ist eben auch als SUV ein Traumauto mit entsprechendem Preisschild.

Quelle: ntv.de

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