Auto

Premium-SUV aus Südkorea Genesis GV80 - gegen X5 und GLE

GV80.jpg

Der Genesis GV80 kann mit Allradantrieb auch in gröberes Gelände.

(Foto: Genesis)

Schon einmal hieß es, dass Hyundai mit seiner Nobelmarke Genesis in Europa gegen BMW und Co an den Start gehen will. Bis heute ist nichts daraus geworden. Doch jetzt haben die Koreaner ein SUV in Form des GV80 am Start, das so gut ist, dass sie es noch einmal probieren wollen.

Mit ihrer Nobelmarke Genesis hatte Hyundai schon einmal den Versuch unternommen, in Europa durchzustarten. Doch anders als in den USA, wo die edlen Teile sehr wohl in veritablen Stückzahlen gekauft werden, hatte man hier gegen die Big Player wie BMW und Mercedes keine Chance. Das ist schade, denn der Genesis 3.8 V6, der 2015 hier bei ntv.de erschien, machte eine echt gute Figur und schlug sich mit 65.000 Euro auch preislich bravourös gegen die etablierte Konkurrenz aus Stuttgart, Ingolstadt und München.

Genesis_GV80__9.jpg

Das Heck gehört zu den schönsten Seiten des Genesis GV80.

(Foto: Genesis)

Der 3.8 ist natürlich längst abgelöst und seine neueste Ausführung ist der G80. Der steht natürlich weiter im Wettbewerb zu Audi A6, 5er BMW und Mercedes E-Klasse. Doch über diesen Newcomer soll gar nicht geredet werden, denn die Limousine wird es auch diesmal nicht in hiesige Gefilde schaffen. Aber sein nicht minder interessanter SUV-Bruder, der Genesis GV80, könnte erneut zum Sturm auf die deutsche Premium-Bastion ansetzen.

Echt attraktiver Preis

Und die Chancen stehen echt gut. Nicht nur, dass der GV80 ein richtig schnittiges Teil ist, er überragt mit knapp fünf Metern Länge sogar den BMW X5 und den Mercedes GLE, ist aber mit einem Einstiegspreis von 48.900 US-Dollar, also umgerechnet knapp 46.000 Euro, ein echtes Schnäppchen.

5e311f83ec05c4c652000053.jpg

Das Markenzeichen des Genesis GV80 ist sein wuchtiger Kühlergrill.

Für diesen Preis gibt es schon mal die schnittige Außenhaut, die an der Front mit einem schildförmigen Kühlergrill und zwei übereinanderliegenden LED-Leuchten, die Genesis als "Quad-Lamps" bezeichnet, für Eigenständigkeit sorgt. Sie sind gleichzeitig Blink- und Tagfahrlicht und ziehen sich von den Frontscheinwerfern bis in die Kotflügel. Am Heck wird das Frontdesign erneut aufgegriffen. Das ist dann auch für die Zukunft ein Designelement, das alle Genesis-Modelle auszeichnen wird.

Edel und aufgeräumt

Der Innenraum des GV80 wirkt sehr klar und aufgeräumt. Auch das ein Umstand, der die Kunden in den Bann ziehen könnte. Die Lüftungsdüsen sind kaum zu erkennen und ziehen sich wie ein Band durch das Dashboard. Auf Knöpfe wird zu großen Teilen verzichtet, wobei es einen zentralen Druckdrehsteller auf der Mittelkonsole gibt, über den der 14,5 Zoll (circa 37 Zentimeter) große Touchscreen auf der Mittelkonsole angesteuert werden kann. Die darunterliegende Klimaautomatik wird über einen Touchscreen gesteuert.

555175.jpg

Edel und aufgeräumt zeigt sich der Innenraum des Genesis GV80.

Die Gangwahl erfolgt übrigens wie bei früheren Jaguar- und Land-Rover-Modellen über einen Drehregler, der beim Start des Motors aus der Mittelkonsole fährt. Apropos Triebwerk: Vorerst geht der GV80 nur mit einem Dreiliter-Sechszylinder-Diesel mit 278 PS und einem maximalen Drehmoment von 588 Newtonmetern an den Start. Eine recht mutige Entscheidung der Koreaner, wo doch gerade in den USA und in China Diesel-Motoren abseits von Nutzfahrzeugen kaum eine Chance haben. Besser dürfte im Reich der Mitte und im Land der unbegrenzten Möglichkeiten der 2,5 Liter-Vierzylinder-Benziner mit 300 PS sowie ein Dreiliter-V6 mit 380 PS ankommen.

GV80 fährt wie sein Besitzer

Neben einem schlichten Heckantrieb soll es für den GV80 natürlich auch einen Allradantrieb geben. Das ist dann auch gleich mit einem elektronisch gesteuertem Sperrdifferential an der Hinterachse und drei Fahrmodi ausgestattet. Das ebenfalls optional verfügbare adaptive Fahrwerk bedient sich für einen besseren Fahrkomfort der Informationen aus dem Navigationssystem und denen der Frontkamera, wie das auch bei den deutschen Premiummarken ist.

Genesis_GV80_3.jpg

Vorläufig soll es drei Motorisierungen für den Genesis GV80 geben.

(Foto: Genesis)

Die braucht es natürlich auch für einen Teil der Assistenzsysteme im GV80. Zum Beispiel für die intelligente Geschwindigkeitsregelung. Dabei soll es sich übrigens um eine auf "künstlicher Intelligenz basierender Navigationstechnologie" handeln. Die soll es dem GV80 ermöglichen, die Fahreigenschaften seiner unterschiedlichen Piloten zu lernen und teilautonomes Fahren ähnlich dem des Probanden zu simulieren. Des Weiteren sind ein Kollisionswarner, Spurwechselassistent, Rückfahrradar, Müdigkeitserkennung und Totwinkelwarner an Bord.

Schön wäre es schon

Ob der Genesis GV80 am Ende wirklich nach Europa kommt, wie es Markenchef Manfred Fitzgerald im vergangenen Jahr angekündigt hat, ist nicht sicher. Seinerzeit besagten die Pläne, dass neben dem SUV und der Limousine auch ein Coupé in der 80er-Baureihe kommen soll und auch für den hiesigen Markt zur Verfügung stünde. Zudem wurde angekündigt, dass es eine Klasse unter dem GV80 noch einen GV70 als Gegenstück zum BMW X3 oder Mercedes GLC geben wird.

Doch wie so häufig sind das Pläne, die durch die unterschiedlichsten Entwicklungen schnell zum Erliegen kommen können. Zum Beispiel auch durch die Corona-Krise. Dabei wären die Genesis-Modelle eine echte Bereicherung auf dem Markt und zudem attraktive Alternativen.

Quelle: ntv.de