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Mehr Premium gegen 3er und Co. Jaguar XE - mehr Charme für den Briten

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Neben der üblichen Facelift-Kosmetik fallen beim Jaguar XE die neuen schmaleren LED-Scheinwerfer auf.

(Foto: Jaguar)

Mit dem XE ist Jaguar bislang nicht nur dem eigenen Premium-Anspruch hinterhergefahren, sondern auch der Konkurrenz. Ein umfangreiches Facelift soll die Mittelklasse-Limousine jetzt zu einem echten Jag machen.

SUV-Trend hin oder her – der Topseller im Angebot der Premiumhersteller ist hierzulande immer noch die Mittelklasse. A4 und C-Klasse haben im vergangenen Jahr wieder einmal den größten Beitrag zum Audi- beziehungsweise Mercedes-Absatz beigetragen, und wäre dem 3er BMW nicht der Generationswechsel in die Quere gekommen, hätten auch die Münchner sicher wieder locker 50.000 Einheiten oder mehr verkauft.

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Auch die Heckleuchten des Jaguar XE sind mit LED und schmaler als beim Vorgänger.

(Foto: Jaguar )

Ganz anders das Bild bei Jaguar: Mit dem XE haben die Briten eine maßgeschneiderte Alternative zur heimischen Mittelklasse im Angebot, doch mit gerade mal 1100 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2018 rangiert der Jag unter ferner liefen. Ein Grund dafür könnte hierzulande sein, dass der XE nur als Limousine unterwegs ist, ein anderer, dass es Jaguar nicht geschafft hat, den Wagen auf das Premium-Niveau der Konkurrenz zu heben. Letzteres soll sich ändern: Mit einem umfangreichen Facelift wird der ab 43.690 Euro erhältliche XE zum richtigen Jag und soll in der Kundengunst auf den ihm gebührenden Rang fahren.

Mehr Jaguar-Charme im Innenraum

Neben der üblichen Facelift-Kosmetik an Front und Heck – auffällig sind insbesondere die neuen schmaleren LED-Scheinwerfer und Rückleuchten –, haben sich die Designer rund um Ian Callum vor allem des reichlich eng geschnittenen Innenraums angenommen: Bislang hatte sich der XE an den Buchhalter-Ausstattungen der Premium-Konkurrenz orientiert, jetzt soll auch der Kleinste echten Jaguar-Charme versprühen. Die wichtigsten Maßnahmen: Hartplastik gibt es nicht mehr und Stoffsitze auch nicht. Hinzu kommen insgesamt wertigere Materialien, eine neugestaltete Türtafel mit größeren Ablagefächern und vor allem neue Hightech-Anzeigen.

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Vor allem im Innenraum hat Jaguar den XE deutlich aufgewertet.

(Foto: Jaguar)

Auf Wunsch und für vertretbare 400 Euro Aufpreis ist das Touch-Pro-Duo-Infotainmentsystem aus dem Elektro-SUV I-Pace erhältlich, dass die Mittelkonsole nicht nur mit dem serienmäßigen, breiten 10-Zoll-Touchscreen vereinnahmt, sondern darunter noch ein zweites, halb so großes Display mitbringt. Das reagiert ebenfalls auf Fingerdruck und steuert unter anderem die Klimaanlage. Auch bei den Instrumenten hinter dem ebenfalls erneuerten Lenkrad hat der Kunde die Wahl: Standard sind halb analoge, halb digitale Anzeigen, für 700 Euro extra gibt es ein volldigitales 12,3-Zoll-Instrumentenpanel.

Weitere zweihundert Euro werden für die dritte Anzeige fällig, das Head-Up-Display, und wer noch ein bisschen mehr drauflegt, bekommt zudem den digitalen Rückspiegel, der den Blick nach hinten durch ein Kamerabild darstellt und so das Sichtfenster deutlich vergrößert. Etwas wehmütig dürfte der ein oder andere beim Griff zum Getriebeschalter werden. Der runde, aus dem Mitteltunnel ausfahrende Drehknauf ist Geschichte, stattdessen gibt es einen klassischen Wahlhebel.

Einstiegsdiesel fliegt aus dem Programm

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Die Silhouette des Jaguar XE erinnert mehr an ein Coupé als an eine Limousine.

(Foto: Jaguar)

Der steuert immer eine Achtgang-Wandlerautomatik. Der handgeschaltete Einstiegsdiesel ist mit dem Facelift kurzer Hand aus dem Programm geflogen. Mit ihm musste auch der Basis-Benziner seinen Hut nehmen. Übrig geblieben ist ein Zweiliter-Selbstzünder mit 180 PS, der mit 430 Newtonmeter reichlich Kraft zur Verfügung stellt um den XE zügig zu bewegen und trotzdem nur knapp fünf Liter schlucken soll. Allerdings muss man recht kräftig aufs Gaspedal treten, um den laufruhigen Diesel aufzuwecken.

Deutlich spontaner reagiert der ebenfalls zwei Liter große Benziner (ab 44.390 Euro), der mit 250 PS ottoseitig den Einstieg markiert. Er stellt seine maximale Kraft von 365 Newtonmetern schon bei 1300 Touren bereit, zieht schwungvoll durch und schnurrt seidenweich. Darüber rangiert das 300 PS starke Top-Modell, für das Jaguar gut 50.000 Euro aufruft. Beide Fremdzünder sollen sich zwischen sieben und acht Liter genehmigen.

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Beim Kofferraumvolumen des Jaguar XE hat sich nichts geändert. Es sind immer noch 410-549 Liter.

(Foto: Jaguar)

Während Diesel-Kunden die Wahl zwischen Hinter- und Allradantrieb haben, müssen sich Benziner-Käufer nur bei der Leistung entscheiden: Der P250 fährt immer heckgetrieben vor, der 300er krallt sich mit allen Vieren in den Asphalt. So oder so gehört der XE zu den dynamischsten Vertretern seiner Klasse und braucht sich bei flotter Kurvenwedelei kaum hinter einem 3er BMW zu verstecken.

Wer sich für die adaptiven Dämpfer entscheidet, kann den Jag noch ein bisschen straffen, ansonsten beeinflusst der Dynamik-Modus nur Lenkung und Gasannahme. Die Unterschiede zum Komfort-Betrieb sind allerdings nicht besonders ausgeprägt – und obwohl der Jaguar sich schwungvoll ums Eck bitten lässt, federt er Unebenheiten sauber weg und gleitet geschmeidig über den Asphalt. Ganz so, wie sich das für einen echten Jag eben gehört.

Quelle: n-tv.de, Michael Gebhardt, sp-x

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