Kein Exemplar gleicht dem anderenMorgan Midsummer Coupé - Brücke zwischen Tradition und Moderne

Von seiner im Jahr 2024 gezeigten und auf 50 Exemplare limitierten Midsummer Barchetta baut Morgan nun noch eine Coupé-Version. Die Stückzahl bleibt allerdings auch hier sehr überschaubar.
Manche Autos entstehen aus Marktanalysen, Plattformstrategien und Businessplänen. Andere beginnen mit einer einzigen Idee. Beim neuen Midsummer Coupé von Morgan Motor Company war es offenbar der Wunsch eines Kunden. Nachdem die britische Manufaktur 2024 mit der offenen Barchetta Midsummer für Aufsehen gesorgt hatte, stellte ein Käufer die Frage, wie der offene Zweisitzer mit festem Dach aussehen würde. Die Antwort liefert Morgan nun mit dem Midsummer Coupé.
Dieses hat Morgan nun als Prototypen vorgestellt, der Ausblick auf eine limitierte Kleinserie von neun Exemplaren gibt. Jedes dieser weiteren Coupés wird individuell nach den Vorstellungen seines Besitzers aufgebaut. Das jetzt vorgestellte Fahrzeug dient als Referenz.
Fast skulptural durch Glaskuppel
Wie der offene Midsummer ist auch das Coupé in Zusammenarbeit mit dem italienischen Karossier Pininfarina entstanden. Das nun feste Dach verändert den Charakter des Fahrzeugs deutlich. Während die offene Barchetta vor allem Leichtigkeit und Eleganz ausstrahlte, wirkt das Coupé spannungsgeladener. Eine langgezogene Glaskuppel spannt sich über den Innenraum und verleiht dem Fahrzeug eine fast skulpturale Präsenz. Anklänge an italienische Gran-Turismo-Klassiker der 1960er-Jahre sind ebenso erkennbar wie die vom Autobau der 1930er-Jahre inspirierte Morgan-Silhouette.
Der Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne zeigt sich auch bei der Fertigung. Klassische Handwerksmethoden wie das Formen von Aluminiumblechen mit dem sogenannten English Wheel treffen auf Laserscanner, CAD-Konstruktion und digitale Messtechnik. Zudem bleibt Morgan seiner Eigenart treu, zwischen Chassis und Karosserie weiterhin auf tragende Eschenholz-Elemente zu setzen.
Relativ niedriges Gewicht
Die Karosserie basiert auf der aktuellen CXV-Aluminiumplattform, die auch dem im Frühjahr vorgestellten Supersport 400 als Grundlage dient. Das feststehende Dach übernimmt dabei nicht nur eine gestalterische Funktion, sondern trägt zur Versteifung der Struktur bei. Aus dem Vollen gefräste Aluminium-A-Säulen sowie eine Konstruktion aus Aluminium, Glas und Holz erhöhen die Karosseriesteifigkeit deutlich. Dennoch bleibt das Gewicht mit rund 1,2 Tonnen niedrig.
Für den Antrieb setzt das Coupé wie seine offenen Schwestermodelle auf einen BMW-Reihensechszylinder der B58-Familie. Leistungsdaten nennt der Hersteller keine. In der höchsten Ausbaustufe Supersport 400 leistet das Aggregat 400 PS.
Viele Elemente eigens gefertigt
Innen prägen Teakholz, Aluminium und Leder das Ambiente. Viele Elemente werden eigens für die neun Fahrzeuge gefertigt. Jeder Käufer kann Farben, Materialien und Details weitgehend frei bestimmen. So gleicht am Ende kein Exemplar dem anderen.
Den jetzt gezeigten Midsummer-Prototyp wird Morgan nicht verkaufen, sondern an die Louwman Collection in Den Haag übergeben. Preise werden keine genannt. Zum Vergleich: Der offene Supersport 400 startet bei 155.000 Euro. Das Coupé dürfte deutlich mehr kosten.