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Ungewöhnlicher AntriebNissan X-Trail N-Trek e-4ORCE - Elektro-Feeling mit Tankdeckel 

15.07.2026, 07:11 Uhr
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Nissan hat den X-Trail geliftet. (Foto: Nissan)

Nissan hat den X-Trail überarbeitet. Das SUV verbindet im Modelljahr 2026 digitale Google-Dienste mit einem ungewöhnlichen seriellen Hybridantrieb. Es punktet mit einem harmonischen Antritt wie bei einem E-Auto und sehr guter Variabilität. Doch bei Autobahntempo sinkt seine Effizienz. 

Der überarbeitete X-Trail für das Modelljahr 2026 ist ab sofort bei deutschen Nissan-Händlern bestellbar. Der SUV startet mit dem e-Power genannten Hybridantrieb als frontgetriebene Variante (4x2) mit 150 kW/204 PS ab 42.890 Euro. Für die als e-4ORCE (4x4) bezeichnete Allradversion verlangen die Japaner mindestens 46.390 Euro. Unsere Testfahrten absolvierten wir mit der robusten Ausstattungslinie N-Trek und Allradantrieb, die ab 52.690 Euro in der Preisliste steht.

Die inzwischen vierte Generation des X-Trail nutzt ein serielles Hybridkonzept. Im Gegensatz zu herkömmlichen Parallelhybriden existiert keine mechanische Verbindung zwischen dem Verbrennungsmotor und den Antriebsrädern. Ein 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner arbeitet unter der Haube ausschließlich als Generator, um Strom zu erzeugen. Den Vortrieb übernehmen beim e-4ORCE zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse. Die Systemleistung beträgt 157 kW/213 PS.

Charakteristik eines reinen E-Autos

Das Antriebsprinzip verleiht dem SUV die typische Charakteristik eines reinen Elektroautos. Der Wagen zieht aus dem Stand heraus kraftvoll an. Bei sommerlichen Außentemperaturen von über 30 Grad Celsius erweist sich das System auf der Testrunde in und um Barcelona als gute Wahl. Am Ende der Fahrt weist der Bordcomputer bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 62 km/h einen Kraftstoffverbrauch von 5,5 Litern auf 100 Kilometer aus.

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Der Nissan X-Trail kann ab sofort bestellt werden. (Foto: Nissan)

Die hochsommerliche Hitze verlangt der Klimaanlage einiges ab. Das Gebläse der Lüftungsdüsen arbeitet auf hoher Stufe hörbar und übertönt den Benzinmotor in den meisten alltäglichen Fahrsituationen. Selbst bei harten Zwischensprints mit voll durchgetretenem Fahrpedal hält sich der Verbrenner akustisch dezent im Hintergrund. Das typische, laute Aufheulen eines Benziners unter Volllast, wie es bei vielen parallelen Hybriden mit stufenlosen Getrieben ertönt, bleibt hier aus.

Schwäche bei schnellen Autobahnfahrten

Seine konzeptionellen Schwächen offenbart ein serielles System grundsätzlich auf schnellen Autobahnetappen. Bei hohem Tempo sinkt die energetische Effizienz konstruktionsbedingt. Weil der Benziner erst mechanische Energie in elektrischen Strom umwandelt und die E-Motoren diesen wieder in Bewegung umsetzen, entstehen mehrfache Wandlungsverluste. Der Generator muss bei dauerhafter Volllast permanent mit hoher Drehzahl arbeiten, um den Strombedarf bereitzustellen. Da wir auf den Autobahnen in Spanien keine sehr hohen Autobahntempi anschlagen konnten, blieb dieser Express-Zuschlag im Test aus. Auch aus diesem Grund begrenzt Nissan die Höchstgeschwindigkeit beim Allradmodell generell auf 180 km/h.

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Die vierte Generation des Nissan X-Trail nutzt ein serielles Hybridkonzept. (Foto: Nissan)

Zum Modelljahr 2026 spendiert Nissan dem X-Trail optische Retuschen. Die Designer überarbeiteten die Frontpartie, die nun einen breiteren Kühlergrill im aktuellen V-Motion-Stil trägt. Modifizierte Lufteinlässe und ein neuer unterer Stoßfänger schärfen den Auftritt. Am Heck setzen modernisierte LED-Rückleuchten neue Akzente. Zusätzliche schwarze Designelemente an den Radkästen und Seitenschwellern betonen die Karosserielinien.

Modernisierte Infotainmentsystem

Im Innenraum zieht das modernisierte Infotainmentsystem Nissan Connect ein. Zentrales Element ist das neue Farbdisplay mit Touchscreen, das in der Diagonalen 12,3 Zoll misst. Ab der Version N-Connecta integriert Nissan Google-Dienste direkt im Fahrzeug. Der Fahrer greift auch ohne verbundenes Smartphone auf Google Maps für die Navigation zu, lädt Apps über den Play Store oder nutzt die Sprachsteuerung via Google Assistant. Das System verarbeitet bei unserer Testfahrt Befehle zügig. Updates sollen kabellos aufgespielt werden.

Die von uns gefahrene Ausstattungslinie N-Trek richtet sich gezielt an Kunden mit Outdoor-Ambitionen. Außen unterscheidet sich das Modell durch schwarze Ausführungen von Kühlergrill, Dachreling und Außenspiegelkappen. Farbliche Akzente setzen Einsätze an den Stoßfängern in Magma Red sowie exklusive 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit roten Details. Schwarz-rote Nissan-Logos runden das spezielle Erscheinungsbild ab - und erinnern, ob gewollt oder ungewollt, an sportliche Nismo-Modelle.

Outdoor-Gedanke auch innen

Der Outdoor-Gedanke setzt sich im Interieur fort. Nissan bezieht die Sitze mit speziellen Cell-Cloth-Bezügen aus Kunstleder, die wasserabweisend und abwaschbar sind. Das dürfte auch für Eltern von Kleinkindern sowie Tierbesitzer ein interessantes Detail sein. Serienmäßige Gummi-Fußmatten und eine wendbare Kofferraumwanne schützen den Innenraum vor Schmutz. Dadurch verträgt der SUV problemlos nasse Sportbekleidung oder verschlammte Wanderschuhe im Heck. Ein großes Panorama-Glasschiebedach bringt zudem viel Licht in den Innenraum.

In Sachen Nutzwert punktet der 4,69 Meter lange SUV weiterhin mit hoher Variabilität. Die Rücksitzbank lässt sich asymmetrisch teilen, umklappen und in der Länge verschieben. Der Kofferraum schluckt beim fünfsitzigen Allradmodell solide 575 Liter Gepäck. Eine elektrische, sensorgesteuerte Heckklappe erleichtert den Zugang zum Gepäckraum. Wer möchte, kann für 800 Euro Aufpreis eine dritte Sitzreihe bestellen, die den X-Trail zum Siebensitzer macht. Ist diese umgeklappt, bleibt der Kofferraum dennoch eben.

Der Nissan X-Trail e-4ORCE erweist sich als geräumiges Auto mit ausgereiften Komforteigenschaften. Das e-Power-System überzeugt im urbanen Umfeld und auf Landstraßen mit leisem, harmonischem Fahrverhalten und niedrigem Verbrauch. Wer lange, schnelle Autobahnfahrten meidet und den Fokus auf Raumkomfort und digitale Vernetzung legt, erhält mit dem X-Trail ein stimmiges Angebot. Die robuste N-Trek-Ausstattung liefert dazu den passenden Freizeitwert.

Nissan X-Trail N-Trek e-4ORCE - technische Daten

  • Fünftüriger, fünfsitziger SUV der Mittelklasse

  • Länge: 4,69 Meter, Breite: 1,84 Meter (mit Außenspiegeln: 2,07 Meter), Höhe: 1,73 Meter, Radstand: 2,71 Meter, Kofferraumvolumen: 575 - 1.396 Liter

  • 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner (Generator): 116 kW/158 PS, Drehmoment 250 Nm, zwei Elektromotoren: vorne 150 kW/204 PS, Drehmoment 330 Nm, hinten 100 kW/136 PS, Drehmoment 195 Nm; Systemleistung: 157 kW (213 PS), Allradantrieb, 0-100 km/h: 7,0 s, Vmax: 180 km/h, Normverbrauch: 6,2 - 6,6 l/100 km, CO2-Ausstoß: 140 - 148 g/km

  • Preis: 52.690 Euro

Quelle: ntv.de, Martin Westerhoff, sp-x

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