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Emissionsfreie Sonnenanbetung Smart e-drive cabrio - offen stromern

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Mit dem Smart e-drive kann man jetzt auch emissionsfrei durch die Stadt stromern.

(Foto: Daimler AG)

Mit dem Smart electric drive Cabriolet ist die Familie komplett. Jetzt lässt sich auch der elektrisch betriebene Zweisitzer enthaupten und kann dabei jede Menge Spaß bereiten. Ganz billig ist der offene Stromer allerdings auch mit staatlicher Prämie nicht.

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Der Smart fortwo ist das einzige echte Cabrio in seiner Klasse.

(Foto: Daimler AG)

Wenn im Juli das Smart electric drive Cabrio auf den Markt kommt, ist die Familie der City-Flitzer komplett. Anders gesprochen: Smart ist die weltweit einzige Marke, die ihre Modelle sowohl mit Verbrennungsmotoren als auch voll batterieelektrisch anbietet. Und anders als erwartet verkaufen sich die stromernden Brüder in Form des smart fortwo und forfour bereits ausgezeichnet. "Wir verzeichnen vor allem in Märkten Zuwächse, die bis dato nicht wirklich für ihr Interesse an Elektroautos bekannt waren", erzählt Produktmanager Rouven Remp Dazu zählt zum Beispiel auch Spanien. Wie in anderen Ländern sind es natürlich die Ballungsgebiete, wo der Elektroflitzer nachgefragt wird: Barcelona und Madrid. Aber auch in Deutschland erfreuen sich die E-Smarts bester Nachfrage. Grund hierfür dürfte wohl auch die vom Staat ausgelobte Prämie sein. Rein rechnerisch ergibt sich hier für das smart fortwo cabrio ein Einstiegspreis von 20.820 Euro.

Für das Geld gibt es einen geschlossenen Zweisitzer mit Stoffdach, der sich auf Knopfdruck von einem Auto mit Faltschiebedach bis hin zu einem Cabrio mit komplett geöffnetem Verdeck verwandelt. Wer die Holme auf Fahrer und Beifahrerseite händisch entfernt, kann dieses Vergnügen noch steigern, muss aber damit leben, dass er bei einem plötzlichen Regenguss das Verdeck erst wieder schließen kann, wenn die Holme wieder eingesetzt sind. Da dieser Vorgang aber mit wenigen Handgriffen erledigt ist, besteht kaum die Gefahr, völlig nass zu werden. Fakt ist, dass der Stadtzwerg auf diesem Weg zum einzigen echten Cabrio in seinem Segment wird.

Fahrtechnisch nichts zu meckern

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Das geöffnete Verdeck macht die Sicht nach hinten fast unmöglich.

(Foto: Daimler AG)

Fahrtechnisch bietet der offene Stromer alles, was auch die geschlossene Variante ausmacht. Dadurch, dass die Batterie in Unterflurbauweise zwischen den Achsen untergebracht ist, hat der Elektriker einen super Schwerpunkt. Kein Verbrennungsmotor gibt Last auf die Achse, was das kleine E-Cabrio auch dank einer ordentlichen Lenkung zum einen zackiger ums Eck gehen lässt, zum anderen wird durch eine gewisse Vorspannung der Federn Unebenheiten souveräner herausgefiltert. Natürlich bleibt auch der offene E-Smart in erster Linie ein Stadtflitzer mit der Option, sich den Wind um die Nase wehen zu lassen.

Unschlagbar ist der besonders kleine Wendekreis von 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein. Auch die spontane Beschleunigung, die der im Heck werkelnde und 82 PS starke Elektromotor ohne Verzug zur Verfügung stellt, ist ein Erlebnis. Wer auf das Gaspedal tritt, hat sofort ein maximales Drehmoment von 160 Newtonmeter anliegen, das den Zwerg nach vorne katapultiert. Da in der Stadt die Beschleunigung von null auf 100 km/h nicht zählt, sei hier der Ampelstart bis Tempo 60 beziffert: die sind nämlich in 4,9 Sekunden erreicht. Und das ist für den zügigen Stadtmarsch absolut ausreichend. Wen es doch mal auf Autobahnen oder Schnellstraßen verschlägt, der kann mit maximal 130 km/h geschmeidig mitschwimmen.

Mehr Reichweite

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Wer möchte, dass es in seinem Smart e-drive Cabrio so pfiffig aussieht, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

(Foto: Daimler AG)

Mehr Reichweite generiert der Fahrer, wenn er den Eco Modus wählt. Der ist durch die Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit, eine veränderte Fahrpedalkennlinie und eine vorgewählte Rekuperationsstufe auf eine besonders effiziente Fahrweise ausgelegt. Hierbei wird im Schiebe- und im Bremsbetrieb die Bewegungsenergie des Smart in elektrische Energie umgewandelt. Bereits im Basis-Fahrprogramm wird durch einen Radarsensor die Rekuperationsstufe passend zum Verkehr vorgewählt und angepasst.

Die Reichweite, die sich aus einer Batteriekapazität von 17,6 kWh ergibt, beziffert das Datenblatt laut NEFZ mit 155 Kilometern. Das scheint im Idealfall durchaus glaubwürdig. Bei einer Testfahrt rund um Genf gab der Bordcomputer nach 69 gefahrenen Kilometern an, noch weitere 52 bewältigen zu können. "Unser fortwo cabrio electric drive ist ein Stadtauto und nach den Berechnungen, dass die Leute pro Tag im Schnitt nicht mehr als 35 Kilometer fahren, reicht das völlig aus", so Remp. Er räumt aber gleichzeitig ein, dass die Kapazität im Winter deutlich schwinden kann. "Bei sehr niedrigen Temperaturen kann es schon sein, dass die Reichweite auf 90 Kilometer schrumpft."

Da reibt was am Hals

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Die Langstrecke wird man mit dem Smart E-Drive Cabtio nicht bewältigen. Aber der Weg ums Eck geht immer.

(Foto: Daimler AG)

Für die Nutzung des Smarts dürfte das egal sein. Denn mit einer Länge von 2,70 Metern und einem Kofferraumvolumen von 260 Litern bei geöffnetem Dach und 340 Litern, wenn der Deckel zu ist, wird der Kleinstwagen ohnehin nicht zu einem Langstreckler, sondern bleibt eher der gute Freunde für den kurzen und emissionsfreien Ritt ums Eck. Der macht offen noch mehr Spaß, weil kein Motorengeräusch die Frischluftfahrt stört. Störend wird aber die Positionierung des Sicherheitsgurtes. Der schiebt sich so unglücklich über den Hals von Fahrer und Beifahrer, dass er dort unangenehm scheuert, wenn man nicht gerade eine Jacke oder ein anderes Textil mit Kragen trägt. Ein weiterer zu bemängelnder Umstand ist die schlechte Übersichtlichkeit nach hinten, wenn das Verdeck aufgeklappt ist. Beheben lässt sich dieses Manko, wenn man die Rückfahrkamera ordert. Die erleichtert, obgleich der Smart fortwo kurz ist, das Rangieren deutlich.

Das sind aber auch schon die einzigen Kritikpunkte. Es sei denn, sehr ungeduldige Menschen wollen den Akku an der Haushaltsteckdose befüllen. Die müssten dann sechs Stunden Zeit investieren. Da das aber in den meisten Fällen in der Nacht passiert, dürfte das nicht wirklich die Rolle spielen. Wer sich eine Wallbox mit 22 kW zulegt, schafft die Energiebetankung - gemessen an einer leere Batterie und bis zu 80 Prozent - bereits in weniger als 45 Minuten. Selbstredend kann der Ladevorgang über die Smart-control-App auch über das Smartphone überwacht werden. Das Ladekabel befindet sich im Kofferraum und ist dort in Fahrtrichtung mit zwei Schnellverschlüssen festgemacht.

Da ist einiges drin

Kommen wir nochmal zurück auf den Preis von 20.000 Euro. Selbst mit ausgelobter Prämie ist das kein Schnäppchen. Deshalb soll an dieser Stelle ein Blick auf die Serienausstattung geworfen werden. So verfügt auch die electiric drive Version über LED-Tagfahrlicht, Zentralverriegelung, Funkfernbedienung, optische Schließrückmeldung, Außentemperaturanzeige, Kombiinstrument mit monochrom Display und Bordcomputer sowie elektrische Fensterheber. Auch Klimaanlage, Audio-System mit AUX-, USB- und Bluetooth-Schnittstelle sind bereits an Bord. Hinzu kommt das optisch ganz schicke, auf der rechten Seite der Armatur geflanschte Powermeter, das auch den Ladezustand des Akkus anzeigt.

Wer allerdings ein farbiges TFT-Display mit 8,9 Zentimetern Bilddiagonale haben möchte, muss beim Preis etwas nachlegen. Das Gleiche gilt für das Winterpaket mit beheizbarem Lenkrad, Sitzheizung und extra isolierten Türen und Cockpit. Steuern lässt sich die Heizung ebenso wie die Klimaanlage über das Smartphone. Am besten dann, wenn der Wagen noch an der Dose hängt, um unnötigen Stromverbrauch während der Fahrt zu vermeiden.

Quelle: n-tv.de

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