Neubelebte Marke vor SerienstartVision BMW Alpina - Luxusableger im Stil von Mercedes-Maybach

BMW leistet sich eine neue Luxusmarke und stellt Alpina der sportlichen M GmbH für die verwöhnte Kundschaft zur Seite. Eine erste Studie stimmt auf den nahenden Serienstart ein und verspricht ordentlich Dynamik.
Bislang war Alpina ein Kleinserienhersteller aus dem Allgäu, der zahlreichen BMW-Modellen Beine gemacht hat. Doch vor wenigen Jahren haben die Münchner die Marke und Anfang 2026 die Markenrechte vollständig übernommen und bringen sie bald als Luxusableger im Stil von Mercedes-Maybach zurück.
Als Vorboten der neuen Modelle haben die Bayern jetzt beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este in Cernobbio am Comer See die Studie Vision Alpina vorgestellt. Die neuen Modelle sollen nach Angaben von Markenchef Oliver Viellechner bei allem Elan deutlich eleganter und komfortabler sein als die Sportler der M GmbH. Der Serienstart wurde für das Ende des Jahres angekündigt.
Wie eine Art GT für sehr hohe Geschwindigkeit und lange Strecken
Mit 5,20 Metern Länge, flacher Dachlinie und zwei Türen wirkt das Coupé wie eine Art Gran Turismo für sehr hohe Geschwindigkeiten und lange Distanzen. Mit seinen vier vollwertigen Sitzplätzen ist der Alpina-Entwurf mehr luxuriöser Hochgeschwindigkeitsgleiter als extrovertierter Supersportwagen.
Unter dem elegant geschnittenen Blech dürfte viel Technik aus dem 7er-Regal stecken. Hinterleuchtete Riesenniere, Hofmeister-Knick und die monumentalen Proportionen lassen an der BMW-Herkunft ohnehin keinen Zweifel. Gleichzeitig weisen Details wie die feinen Zierlinien in den Flanken, der Alpina-Schriftzug auf dem Frontsplitter oder die klassischen 20-Speichen-Räder in 22- und 23-Zoll-Größe die zweite Identität zur Schau.
BMWs Alpina-Vision setzt auf Verbrenner-Exzess
Bemerkenswert: Während viele Luxusmarken derzeit mit elektrischen Zukunftsvisionen von sich reden machen, setzt BMWs Alpina-Vision demonstrativ auf Verbrenner-Exzess. Unter der langen Haube arbeitet ein V8 mit mehr als 700 PS. BMW spricht von einem tiefen, sonoren Klangbild, was vermutlich höflich formuliert ist für ein Triebwerk, das bei Volllast klanglich wie ein entferntes Offshore-Speedboot durch die Landschaft gleiten dürfte.
Weil Alpina traditionell wenig von elektronischen Fesseln hält, dürfte man auf die üblichen BMW-Limitierungen verzichten. Entsprechend wäre eine Höchstgeschwindigkeit oberhalb der 300-km/h-Marke denkbar. Nicht zufällig fiel bei der Präsentation mehrfach der Begriff "Time shrinking machine".
Im Innenraum setzt der Vision Alpina weniger auf digitale Effekthascherei als auf demonstrativen Luxus alter Schule. Polierte Metalle, Kristallelemente, vollnarbiges Leder und fein ausgearbeitete Details zitieren eher klassische Uhrmacherkunst als Silicon-Valley-Ästhetik. Trotzdem gibt es auch reichlich Bildschirmfläche, inklusive eigenem Display für den Beifahrer und großflächigem Panoramic-Vision-Head-up-System.
Das alles wirkt bereits erstaunlich seriennah. Offiziell spricht BMW zwar explizit von einer Studie. Aber die Betonung des Konzeptstatus soll häufig nur verschleiern, dass die Entscheidung intern längst gefallen ist.