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GebrauchtwagencheckFord Kuga - geräumig, erfolgreich, aber mit einigen Schwächen

15.05.2026, 17:58 Uhr
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Der Ford Kuga ist eines der erfolgreichsten Modelle der Marke. (Foto: Ford)

Der Ford Kuga II sorgte bei dem Automobilhersteller für gute Laune: Das SUV verkaufte sich als Neuwagen gut. Ob er auch Interessenten eines Gebrauchtmodells froh macht, weiß der Tüv.

Der Kuga gehört zu den erfolgreichsten Modellen im Ford-Portfolio, seit Anfang 2020 ist mittlerweile die dritte Generation am Start. Die zweite Generation des kompakten SUV war in Deutschland zwischen Anfang 2013 und Ende 2019 erhältlich und ist im guten Gebrauchtwagenalter.

Qualität

Bei den bislang vier ausgewerteten Tüv-Hauptuntersuchungen zeigt der Kuga der zweiten Generation einige Schwächen. Die Tüv-Experten bemängeln über alle Jahrgänge Ölverlust. Außerdem rücken ab der Altersgruppe 6 bis 7 Jahre Probleme mit der Abgasanlage in den Fokus der Prüfer. Der Verschleiß der Bremsscheiben ist ebenfalls ein Kritikpunkt bei der HU. Er kommt bei den jüngeren Jahrgängen vor.

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Der Ford Kuga ist 4,52 Meter lang. (Foto: Ford)

Die Auffälligkeiten bei den Prüfpunkten Fahrwerk und Licht bewegen sich noch im Rahmen. Interessenten eines jüngeren Kuga II sollten jedoch ein Auge auf die Achsaufhängungen haben.

Karosserie und Innenraum

Der Ford Kuga II, der technisch eng mit dem Focus verwandt war, streckt sich auf eine Länge von 4,52 Metern, sprengt also fast schon die klassischen Kompaktmaße. Der Fünftürer bietet für alle Insassen ein gutes Platzangebot. Sie genießen zudem eine gute Übersicht aufgrund der höheren Sitzposition. Das Kofferraumvolumen reicht je nach Sitzstellung von 481 bis 1.653 Litern.

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Die Armaturentafel des Ford Kuga ist recht wuchtig. (Foto: Ford)

Die Gestaltung der wuchtigen Armaturentafel muss man mögen. Die Displays für den Bordcomputer und die Multimediaeinheit fallen recht klein aus. Die Bedienung der vielen Knöpfe und Tasten bedarf ein wenig Übung. Ab Modelljahr 2017 wurde im Zuge eines Facelifts ein moderneres Infotainmentsystem eingeführt. Optisch ähnelte der Kuga seitdem dem größeren Ford Edge.

Motoren und Antrieb

Benziner und Diesel, Front- und Allradantrieb sowie Handschalter und Automatik: Das Motoren- und Antriebsangebot ist recht groß. Zum Marktstart standen ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner in zwei Ausbaustufen mit 110 kW/150 PS und 134 kW/182 PS zur Wahl. Der große Otto verfügt über Allrad, die Kraftübertragung erfolgt über eine Sechsgangautomatik. Der 150-PS-Benziner war dagegen ausschließlich mit Frontantrieb und in Kombination mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe zu haben. Ein 2,0-Liter-Diesel mit 103 kW/140 PS und 120 kW/163 PS war ebenfalls im Angebot. Allrad und ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) waren Serie.

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In den Kofferraum passen je nach Sitzstellung von 481 bis 1.653 Liter. (Foto: Ford)

Ende 2014 ersetzte Ford den 1.6er durch einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner. Diesen gab es in den Ausbaustufen mit 88 kW/120 PS und 150 PS (nur Frontantrieb) sowie mit 134 kW/182 PS bzw. 129 kW/176 PS (Allrad). Topaggregat war seit dem Facelift ein 2,0-Liter-Benziner mit 178 kW/242 PS (Allrad, Sechsgang-Automatik). Die Normverbräuche liegen bei Benzinern zwischen 6,2 und 9,5 Litern.

Das Selbstzünder-Angebot fächerte Ford ab 2014 sukzessive auf und bot den 2.0-Liter-Diesel in den Ausbaustufen mit 88 kW/120 PS und 150 PS (Frontantrieb) und mit 132 kW/180 PS (Allrad) an. Mit einem Normverbrauch zwischen 4,4 bis 6,5 Liter agieren die Diesel recht sparsam.

Ausstattung und Sicherheit

Der Kuga wurde in verschiedenen Ausstattungslinien angeboten, darunter "Trend", "Titanium" oder "ST-Line". Dazu kommt noch das edlere Komfortniveau "Vignale", das etwa Leder und Chromapplikationen an Bord hatte. Erstkäufer konnten aufpreispflichtige Extras wie Xenon-Licht, Sitz- und Lenkradheizung oder Panoramadach dazubuchen. Assistenten wie Verkehrsschildererkennung, Fernlichtassistent oder Müdigkeitswarner waren ebenfalls optional. Interessenten müssen daher genau hinschauen, über welche Ausstattungsdetails ihr Wunschmodell verfügt.

Fazit

Wer viel Platz bei noch kompakten Abmessungen sucht, sollte sich den Kuga II genauer ansehen. Interessenten sollten allerdings auf eine frische HU-Plakette achten und ihr Wunschmodell fachgerecht überprüfen lassen. Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell rund 2.500 gebrauchte Kuga-II-Modelle auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Los geht es ab rund 5.000 Euro für Modelle mit hoher Laufleistung.

Quelle: ntv.de, Elfriede Munsch, sp-x

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