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Gebrauchtwagencheck Renault Kadjar - Spätstarter für Einsteiger?

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Als Gebrauchter hat der Renault Kadjar so seine Schwachstellen.

(Foto: Renault)

Seit 2015 tummelt sich der Renault Kadjar im beliebten Segment der Kompakt-SUV. Als Dublette des Nissan Qashqai glänzt der Franzose aber nicht mit allen Tugenden des Japaners. Nimmt man ihn dennoch in die engere Wahl beim Gebrauchtwagenkauf, sollte man einiges beachten.

Der Renault Kadjar, der im Sommer 2015 auf den Markt kam, ist ein Spätstarter. Eigentlich verwunderlich, verkauft sich das Schwestermodell des Nissan Qashqai unterdessen wie geschnitten Brot. Warum Renault so lange auf einen Ableger des Erfolgsmodells warten musste, bleibt wohl ein Geheimnis der Strategen.

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Sein eigenes Blechkleid unterscheidet den Renault Kadjar vom Organspender Nissan Qashqai.

(Foto: Renault)

Obwohl Kadjar und Qashqai technisch eng verwandt sind, sieht man diese Bruderschaft nicht auf den ersten Blick. Die französische Designabteilung hat dem Kompakt-SUV ein eigenständiges Blechkleid geschneidert. Der 4,45 Meter lange Franzose - sieben Zentimeter länger und vier Zentimeter breiter als sein japanisches Pendant - fährt mit dem typischen Renault-Gesicht samt dem markanten Rhombus vor. Schmale Scheinwerfer, hohe Motorhaube und breite Kotflügel lassen den Kadjar unter den vielen Kompakt-SUV auffallen.

Das Platzangebot ist ordentlich, allerdings eignen sich die Sitze nur bedingt für einen Langstreckeneinsatz. Der Kofferraum mit seinem flexiblen Ladeboden bietet ein Stauvolumen von 472 bis zu 1478 Litern. Der zweigeteilte Ladeboden kann auch als Kofferraumteiler senkrecht gestellt werden und verhindert so ein Verrutschen des Gepäcks. Der Gesamteindruck des Interieurs hängt von der gewählten Ausstattungslinie ab. In den höheren und teureren geht es recht gediegen zu. Hier sorgen etwa Einfassungen in Matt-Chrom für eine edel wirkende Anmutung.

2019 wurde der Kadjar aufgefrischt

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2019 erhielt der Renault Kadjar ein Facelift.

(Foto: Renault)

Anfang 2019 erhielt der Kadjar ein Facelift. Der Kühlergrill ist seitdem noch etwas breiter und in der Top-Ausstattung mit Chrom verziert. Auf dem Dach sorgt eine Haifischantenne für besseren Radio- und GPS-Empfang. Zu den Änderungen im Innenraum zählen unter anderem Ambiente-Licht, eine überarbeitete Klimabedienung und ein bündig in die Mittelkonsole eingelassener 7-Zoll-Infotainment-Touchscreen. Außerdem gibt es zwei USB-Anschlüsse im Fond. Allerdings lässt die Verarbeitungsqualität häufig zu wünschen übrig: Die Sitze können knarren, und es klappert aus vielen Ecken im Innenraum.

Zum Marktstart bestand das Motorenangebot aus einem Benziner und zwei Diesel-Triebwerken. Der 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner leistet 130 PS. Standardmäßig sorgt ein manuelles Sechsganggetriebe für die Kraftübertragung, ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) steht alternativ zur Wahl. Auf ebenfalls 130 PS kommt der 1,6-Liter-Selbstzünder, der auf Wunsch auch mit Allradantrieb ausgeliefert wurde. Der 1,5-Liter-Diesel mit 110 PS ist nur mit Frontantrieb erhältlich. Als Alternative zum Handschalter übernimmt hier ein Sechsgang-DSG die Schaltarbeit. Ein 162 PS starker Turbobenziner fungierte zwischen Ende 2016 und Mitte 2018 als Topaggregat.

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Wie es im Innenraum eine Renault Kadjar zugeht, hängt stark von der Ausstattungslinie ab.

(Foto: Renault)

Mit dem Facelift flogen die beiden Turbobenziner aus dem Programm. Ein aufgeladener und partikelgefilterter 1,3-Liter-Vierzylinder in zwei Leistungsstufen (140 PS und 160 PS) erfüllt nun die Abgasnorm Euro 6d-temp. Serienmäßig sind beide Ottos an eine Sechsgang-Handschaltung gekoppelt, optional ist ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe verfügbar. Auf Dieselseite stellt seit Sommer 2018 ein 1,5-Liter mit 115 PS die Basisvariante dar. Sie überträgt die Kraft mittels manuellem Schaltgetriebe oder Siebengang-DSG an die Vorderräder. Top-Triebwerk ist ein handgeschalteter 1,7-Liter mit 150 PS, der auch mit Allrad zu haben ist. Für die frontgetriebenen Kadjar-Modelle gibt es eine Grip-Kontrolle, die das Antriebsmoment an den Vorderrädern über Bremseingriffe regelt. Die Motoren geben sich laut Herstellerangaben beim Verbrauch moderat: Die Benziner verbrauchen nach dem Datenblatt zwischen 5,5 und 6,1 Liter, die Diesel zwischen 3,8 und 5,2 Liter.

Basis ist mager ausgestattet

Den Basis-Benziner gab es ab rund 20.000 Euro. Natürlich sind solche Fahrzeuge mager ausgestattet. Wer ein wenig Komfort sucht, sollte zu den höheren Ausstattungslinien greifen. Bei der Top-Version "Bose Edition" zählen unter anderem ein Infotainment-Navisystem, Voll-LED-Scheinwerfer, 19-Zoll-Alufelgen und eine Zwei-Zonen-Klimaanlage zum Serienumfang. Beim NCAP-Crashtest erreichte der Kadjar 2015 die Fünf-Sterne-Wertung. Das Angebot an Assistenten hat sich über die Jahre gewandelt; gab es zu Beginn nur wenige Helfer ab Werk, fahren die neueren Modelle serienmäßig mit Fernlicht- und Spurhalteassistenten vor. Gegen Zuzahlung stehen aber weitere, wie etwa Tot-Winkel-Überwachung oder Notbremsassistent zur Wahl.

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Zwischen 472 und 1478 Liter Stauraum bietet der Renault Kadjar.

(Foto: Renault)

Die ersten TÜV-Untersuchungen hat der Kadjar gut überstanden. Die Anzahl der mängelfreien Exemplare liegt über dem Durchschnitt. Zwei Schwachpunkte gibt es allerdings: rostige Bremsscheiben und defekte Beleuchtung. Auch bei der Abgas-Untersuchung zeigt das SUV Schwächen. Interessenten sollten zudem darauf achten, dass die diversen Rückrufe vom Vorbesitzer durchgeführt wurden. Dazu gehören unter anderen fehlende Schweißpunkte an den hinteren Längsträgern oder falsch programmierte Airbag-Steuergeräte.

Fazit: Wer die etwas höhere Sitzposition eines Kompakt-SUV schätzt und ein wenig Raumgefühl um sich mag, kann den Renault Kadjar in die engere Wahl nehmen. Für ältere Modelle muss man rund 10.000 Euro anlegen, drei Jahre alte Fahrzeuge sind ab rund 15.000 Euro zu haben.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x