GebrauchtwagencheckSkoda Fabia - gefragt, familienfreundlich und recht solide

Kleinwagen und Kombi? Diese Kombination ist sehr selten geworden. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt bietet noch der Skoda Fabia der dritten Generation diese Wahlmöglichkeit. Und manches mehr.
Der Fabia zählt zu den erfolgreichsten Skoda-Modellen. Seit seinem Debüt 1999 verkaufte sich der Kleinwagen mehr als fünf Millionen Mal. Die dritte Generation startete Ende 2014 und wurde Ende 2021 von der vierten Auflage abgelöst. Worauf Interessenten beim Erwerb eines Exemplars des Typs NJ achten sollten, weiß der Tüv.
Qualität
Die Tüv-Experten dürften den Besuch eines Fabia-Modells der dritten Generation zur Hauptuntersuchung (HU) recht gelassen sehen. Bislang schneiden die geprüften Jahrgänge etwas besser als der Schnitt der untersuchten Fahrzeuge ab. Doch es gibt Schwachpunkte. So bemängeln die TÜV-Prüfer bei den älteren Jahrgängen den Verschleiß der Bremsscheiben, die Funktionsweise der Fußbremse fängt schon früher an, auffällig zu werden. Auch die Abgasanlage zeigt bei den älteren Jahrgängen Schwächen.
Karosserie und Innenraum
Die Kundschaft hatte die Wahl zwischen dem klassischen fünftürigen Steilheck und einer Kombiversion. Diese übertrifft das knapp vier Meter lange Steilheck in der Länge um rund 25 Zentimeter und streckt sich auf 4,26 Meter. Der Kombi bietet daher mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Er hat je nach Sitzkonfiguration ein Ladevolumen zwischen 530 und fast 1.400 Litern, beim Fünftürer sind es 330 bis 1.150 Liter.
Der Wohlfühlcharakter im Innenraum hängt von der gewählten Ausstattungslinie ab. Das Mitte 2018 durchgeführte Facelift erkennt man unter anderem an einem geänderten Kühlergrill und an einem umgestalteten Kombiinstrument.
Motoren und Antrieb
Basisantrieb war der 1,0-Liter-Dreiyzlinder-Saugbenziner mit 44 kW/60 PS oder 55 kW/75 PS. Alternativ bot Skoda einen 1,2-Liter-Vierzylinder-Turbo (TSI) an, der in den Ausbaustufen mit 66 kW/90 PS und 81 kW/110 PS zu haben war. Die Durchschnittsverbräuche der Benziner liegen um 4,8 Litern. Außerdem gab es einen 1,4-Liter-Dreizylinder-Diesel (TDI) mit 90 PS oder 77 kW/105 PS. Im Schnitt fließen 3,5 Liter durch die Leitungen.
Das Facelift nutzte Skoda, um das Motorenangebot neu zu ordnen. Der Diesel flog aus dem Programm, dito der 1,2-Liter-TSI. Ein 1,0-Liter-Dreiyzlinder-TSI mit 70 kW/95 PS oder 110 PS hielt Einzug.
Nur die 110-PS-Triebwerke verfügten ab Werk über ein manuelles Sechsganggetriebe, bei allen anderen sorgten Fünfganggetriebe für die Kraftübertragung an die Vorderachse. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe stand alternativ beim 90-PS-Diesel sowie bei den 110-PS-Versionen zur Wahl.
Ausstattung und Sicherheit
Typisch Kleinwagen richtete sich das Einstiegskomfortniveau (Active) an Fahrer mit frugalen Ansprüchen, die auf Klimaanlage, Bordcomputer, elektrische Fensterheber sowie elektrisch verstellbare Außenspiegel verzichten wollten oder im Dienstwageneinsatz etwa in der Pflege verzichtbereit sein mussten. Die Linien "Ambition" und "Style" bieten dagegen Komfort und Wohlfühlambiente, ebenso die Sondermodelle "Monte Carlo" und "Scoutline" (nur für den Kombi). Auch die "Simply-clever"-Lösungen wie der Eiskratzer im Tankdeckel waren an Bord.
Ab Werk oder auf Wunsch des Erstkäufers verfügten die Fahrzeuge über Abstandsassistenten, Frontradar mit Notbremsfunktion oder Rückfahrkamera. Seit dem Facelift waren auch Spurwechsel- sowie Fernlichtassistent oder Querverkehrswarner erhältlich.
Fazit und Markt
Der Skoda Fabia ist ein ansprechend gezeichneter Kleinwagen. Für ihn gab es sogar noch eine Kombiversion; diese ist praktisch für Familien oder Nutzer mit Transportbedarf. Bei älteren Jahrgängen sollten Interessenten genauer hinschauen lassen, um keine teuren Überraschungen etwa mit mangelhaften Abgasanlagen zu erleben.
Nach Auswertung von mobile.de werden aktuell knapp 2.200 gebrauchte Skoda Fabia der dritten Generation auf dieser Plattform zum Kauf angeboten. Los geht es ab rund 3.500 Euro.