Gebrauchte

Knorriger Kraxler Suzuki Jimny gebraucht das blanke Grauen?

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Im Gelände hat der Suzuki Jimny mehr zu bieten als auf der Langstrecke.

Seit 20 Jahre hat Suzuki mit dem Jimny einen echten Geländewagen für kleines Geld im Angebot. Das neue Modell steht bereits vor der Tür, Zeit einen Blick auf den Gebrauchtwagenmarkt zu werfen und zu klären, worauf bei einem Second-Hand-Jimny zu achten ist.

Seit 1998 steht der Jimny nahezu unverändert bei den Suzuki-Händlern. Nun kommt zwar ein Nachfolgermodell auf den Markt, das Original dürfte sich jedoch als Gebrauchter weiterhin großer Beliebtheit bei allen erfreuen, die einen günstigen Geländewagen mit robuster Technik suchen. Allerdings gibt es, besonders bei älteren Fahrzeugen, einiges zu beachten.

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Der robuste Einsatz verlangt bei Gebrauchten Jimnys eine intensive Kontrolle. Nicht nur der Verschleißteile.

Der Jimny ist dank seiner kurzen Überhänge und des Böschungswinkels von 42 Grad nicht nur besonders gut fürs Gelände geeignet, das 3,63 Meter lange Auto macht dank seiner geringen Größe auch im Stadtverkehr eine gute Figur. Die auf dem Gebrauchtmarkt am häufigsten anzutreffende Variante ist der geschlossene Dreitürer mit vier Sitzplätzen. Bis 2012 gab es sogar eine Cabrio-Variante mit Stoffdach über der hinteren Sitzbank.

Im gleichen Jahr, in dem das Cabrio eingestellt wurde, erhielt der Dreitürer ein leichtes Facelift, das allerdings nur kaum vom ursprünglichen Look abwich. Der Innenraum versprüht mit dem langen Schaltknüppel und dem Hartplastik-Look echten 80er-Jahre-Charme und ist dank der verwendeten Materialien nahezu unverwüstlich. Allerdings ist der Platz im Fond eher ein Notsitz und das was man gemeinhin als Kofferraum bezeichnet ist quasi nicht vorhanden. Selbst dann nicht, wenn das Ersatzrad auf die Heckklappe montiert ist.

Schwache Motoren, schwammige Lenkung

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Der Suzuki Jimny krankt an einer schwammigen Lenkung und an schwachen Motoren.

Den Suzuki Jimny gab es über die letzten 20 Jahren mit verschiedensten Triebwerken. Empfehlenswert ist der von Renault gelieferte 1,5-Liter-Diesel, den es mit 65 PS und 86 PS gibt. Allerdings wurde der nur von 2004 bis 2012 montiert und ist so von derzeit gültigen Abgasnormen Lichtjahre entfernt. In den jüngsten Modellen steckt ein 1,3 Liter großer Benziner, der es auf 84 PS bringt. Käufer haben die Wahl zwischen einem manuellen Fünfgang-Getriebe oder einer Wandlerautomatik mit der gleichen Zahl an Schaltstufen. Ein zuschaltbarer Allradantrieb ist seit 1998 an Bord, ab 2005 wird dieser elektrisch aktiviert. Für echte Geländefans ist außerdem ein Reduktionsgetriebe Teil der Serienausstattung.

Was mit Blick auf die Motoren deutlich wird, verhärtet sich im wahrsten Sinne des Wortes beim Fahrwerk: Der Jimny ist kein Langstreckenfahrzeug. Auf der Autobahn macht nicht nur das schwache Aggregat wenig Sinn, auch das Fahrwerk ist eher für die schlecht ausgebaute Landstraße oder den Wald- und Wiesen-Einsatz gedacht. Hier kann der Jimny punkten – auch dank seiner hoher Bodenfreiheit und den großen Rädern mit viel Seitenwand. Die Lenkung ist recht schwammig und bedarf bei schnellerer Fahrt einer starken Hand und erhöhter Aufmerksamkeit.

Kaum Sicherheitsausstattung an Bord

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Sehr schlicht geht es im Jimny im Innenraum zu.

Wer sich auf den Jimny einlässt, muss sich darüber im Klaren sein, dass man kein topaktuelles Auto kauft – selbst beim Baujahr 2018. Kopf- oder Seitenairbags gibt es weder gegen Geld noch für gute Worte. ESP ist erst seit 2014 an Bord, vorher erlaubte eine Ausnahmegenehmigung es den Japanern, das Stabilitätsprogramm nicht unterbringen zu müssen. Ansonsten gibt es im Jimny keinen Firlefanz, eine Klimaanlage und elektrische Fensterheber müssen neben einem Radio reichen. Optional gab es bei den letzten Modellen aber auch ein Infotainment-System mit vernünftigem Navi.

Die Achillesferse eines viel genutzten Jimny. Häufige Radlagerschäden bei den Fahrzeugen von 2003 bis 2006, verschlissene Kupplungen oder ein schlackerndes Lenkrad zeugen vom harten Offroad-Einsatz des Gebrauchten und sollten dazu animieren, weiterzuziehen. Besonders das schlackernde Volant kann viele Gründe haben: Von der simplen Unwucht über eine ausgeschlagene Aufhängung bis hin zu einem defekten Lenkgetriebe ist alles möglich. Daher der Tipp: Wackelt das Lenkrad bei der Testfahrt, sollte ein anderer Gebrauchter in Betracht gezogen werden. Der TÜV moniert darüber hinaus überdurchschnittlich oft verschlissene Fahrwerksteile und schlechte Bremsen. Hier reichen die Defekte von den Scheiben bis zu den Bremsleitungen. Die Prüfbehörde spricht vom "blanken Grauen".

Fazit: Mit dem Suzuki Jimny können sich vor allem Autofahrer anfreunden, die kein Problem damit haben sich in Verzicht zu üben. Dafür revanchiert sich der kleine Geländewagen mit einer sympathischen Optik und handfestem Handling im Offroad-Einsatz. Hier entstehen allerdings auch die technischen Probleme. Ein gebrauchter Jimny sollte daher wohl eher aus einem Matsch-freien Haushalt gekauft werden. Vernünftige Exemplare mit vertretbaren Kilometerständen gibt es auf den einschlägigen Internetportalen ab 6500 Euro.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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