mit Tim KröplinDas war Freitag, der 19. Mai 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
an diesem herrlichen Brückentag ist die Nachrichtenlage inhaltlich verhältnismäßig weniger niederschmetternd. Für die Ukraine dürfte es zum Beispiel ein positives Zeichen sein, dass US-Präsident Joe Biden eine Kehrtwende in der Frage um Kampfjets macht, wie Sie hier nachlesen können. Und nachdem sich Kanye West unter anderem mit dem Hitlergruß von jedweder Chance auf eine Rehabilitation verabschiedete, stehen ein, zwei Werbepartner vor einem Trümmerhaufen. Adidas muss etwa noch die Restbestände der, pardon, grässlichen Yeezys loswerden. Das Unternehmen hat da jedoch eine Idee.
Diese Geschichten möchte Ihnen noch ans Herz legen:
Über Kasachstan nach Russland: Deutsche Firmen liefern Kriegs-Elektronik
Auch Motivation zurückgegangen: Deutsche Arbeitnehmer immer unzufriedener
In Mainzer Uniklinik: Reinigungskraft geht Arzt bei Operation zur Hand
Nicht nur durch Bebauungslast: New York sinkt immer weiter ab
Wegen Russen bei Wettkämpfen: Ukrainischer Schwimmstar fürchtet um seine Karriere
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und eine erholsame Nacht.
Optimistischer Republikaner: Tim Scott meldet sich zum Präsidentschaftsrennen
Es gibt nicht viele Schwarze Republikaner, im US-Senat ist es exakt einer: Tim Scott, der 57-jährige Politiker aus South Carolina. Er hat kürzlich seine Bewerbung zur Präsidentschaftswahl eingereicht. Die Chance, dass er sich gegen Ex-Präsident Donald Trump und Gouverneur sowie stramm rechten Hardliner Ron DeSantis durchsetzt, ist aber gering. Dabei neigt Scott bei seinen Auftritten zum Optimismus. Sein Ton ist dadurch ein völlig anderer als der seiner doch recht apokalyptischen Konkurrenten, also nicht bezogen aufs Klima, sondern auf die Zuspitzung linker Strömungen im Land. Leider wollen nur zwei Prozent der Republikaner für Scott stimmen. Bei Trump ist es mehr als die Hälfte und bei DeSantis nur ein Fünftel. Und der hat seine formelle Kandidatur nicht einmal bekannt gegeben.
Nach Totschlag in U-Bahn: Mann beigesetzt, Debatte über systemischen Rassismus läuft weiter
In einer New Yorker U-Bahn klagte Anfang Mai der obdachlose Straßenkünstler Jordan Neely, dass er hungrig und durstig sei. Übergriffig soll er Zeugenaussagen zufolge nicht gewesen sein. Trotzdem steht ein 24-Jähriger weißer Mann auf, um den Schwarzen Künstler in einen Würgegriff zu nehmen. So lange, bis er bewusstlos wird. Er starb im Krankenhaus. Der 24-Jährige wird ein paar Tage später wegen Totschlags angeklagt, Neely wurde wiederum nun beigesetzt. Neelys Tod hat erneut eine Debatte über systemischen Rassismus ausgelöst. Doch da hört es nicht auf. Der Bürgerrechtler Al Sharpton sagt bei der Trauerfeier in Harlem: "Jordan hat um Hilfe geschrien. Immer wieder kriminalisieren wir psychisch kranke Menschen." Ebenso ist der Umgang mit Obdachlosen in den USA nach wie vor ein Problem. Übergriffe bilden in einigen Stadtteilen, etwa Harlem, eine traurige Norm.
Unternehmen von Jeff Bezos soll Mondlandefähre für NASA bauen
Die NASA engagierte bereits vor zwei Jahren SpaceX für den Bau einer Mondlandefähre. Damals unterlag Blue Origin, das Unternehmen des Amazon-Gründers Jeff Bezos, bei der Ausschreibung. Diesmal jedoch setzte sich sein Unternehmen durch, teilte die US-Weltraumagentur mit. Die Landefähre namens Blue Moon soll anschließend bei der für 2029 geplanten Mondlandemission Artemis 5 verwendet werden. Der Auftrag an Blue Origin hat ein Volumen von 3,4 Milliarden Dollar (3,15 Milliarden Euro). Die NASA selbst ist zufrieden mit der Konkurrenz zwischen mehreren Anbietern für Mondlandefähren. Sie will noch mehr Wettbewerb, was wiederum für mehr Innovationen und weniger Kosten sorge.
Polizei nimmt illegalen Rave hin - und packt mit an
Es ist eine doch recht seltene Angelegenheit, dass die Polizei ein illegales Festival hinnimmt und sich stattdessen spontan um die Sicherheit vor Ort kümmert. In Frankreich ist das aktuell der Fall. Seit Donnerstag läuft ein illegales Festival, das "Teknival", in der kleinen Ortschaft Villegongis. Zehntausende finden sich bereits vor Ort, noch mehr werden am Wochenende erwartet. Die Organisatoren starteten den Aufbau quasi über Nacht auf einer ungenutzten Weidefläche. "Wir werden sie nicht wegschicken, es sind zu viele", sagte der Landwirt, dem das Gelände gehört, dem Sender BFMTV. Er wünsche sich nur, dass die partywütigen Leute keine leeren Bierdosen und anderen Unrat zurückließen. Die Polizei sowie freiwillige Helfer vom Roten Kreuz und der Zivilschutz sorgen dafür, dass es keine größeren Zwischenfälle gibt. Bisher mussten 86 Musik-Fans medizinisch versorgt werden. Und auch wenn die Behörden sich nachsichtig zeigen, gegen die Organisatoren ermitteln sie trotzdem.
EZB-Direktorin will weiterhin alles nötige gegen Inflation unternehmen
Die EZB hat nicht gerade viele Hebel, um die Inflation zu bekämpfen. Einer sind die Zinserhöhungen, wenngleich diese hinsichtlich der Preisentwicklungen aufgrund verschiedener Schocks sowie den Auswirkungen auf die Volkswirtschaft als Ganzes unter einigen Ökonomen eher umstritten sind. Dennoch kündigte Direktorin Isabel Schnabel an, weiterhin alles nötige zu tun, um die Inflation auf das festgelegte Ziel von zwei Prozent zu bringen. Das schließe aus ihrer Sicht ein, die Zinsen auf ein ausreichend restriktives Niveau anzuheben. Zur Erinnerung: Nach jahrelanger Niedrigzinspolitik hob die EZB die Zinsen im Eiltempo um 3,75 Prozentpunkte an. Laut einer Reuters-Umfrage könnte bei der nächsten Zinssitzung am 15. Juni weitere 0,25 Prozentpunkte dazukommen.
Soldaten suchen weiterhin vermisste Kinder im kolumbianischen Regenwald
Vor drei Wochen stürzte eine Propellermaschine im kolumbianischen Regenwald ab. Unter den Passagieren befanden sich neben einem indigenen Anführer eine Mutter und ihre vier Kinder. Mutter, Anführer und Pilot starben bei dem Absturz, die Kinder werden vermisst. Seitdem durchforsten Streitkräfte das Gebiet, fanden sogar Spuren, die auf das Überleben der Kinder hinwiesen, etwa eine aus Blättern zusammengebaute Unterkunft und halbgegessene Früchte. Kürzlich flogen die Streitkräfte über den Regenwald und spielten eine von der Großmutter der Kinder in ihrer indigenen Sprache aufgenommene Botschaft ab. Ob das funktioniert, bleibt abzuwarten.
Journalist von Taliban verhaftet
Anfang des Jahres nahmen die Taliban den französisch-afghanischen Journalisten Mortaza Behboudi in Afghanistan fest und sorgten so für internationale Empörung. Nun folgt ein weiterer Fall. Die Taliban haben den amerikanisch-afghanischen Journalisten Ali Latifi festgenommen. Dieser wird beschuldigt, Alkohol getrunken zu haben. Der Politiker Haschmat Ghani, Bruder des ehemaligen afghanischen Präsidenten, schrieb auf Twitter, dass der Vorwurf falsch sei, denn die gesamte Journalistengemeinschaft wisse, dass Behboudi keinen Alkohol anrühre. Chalid Sadran, Sprecher der Polizei in Kabul, schrieb auf Twitter, Latifi sei aufgrund "eines Verdachts" festgenommen worden. Um welchen Verdacht es sich handele, sagte er nicht. Nach erstem Eindruck leide Latifi an einer "bestimmten Krankheit" und werde von einem Arzt untersucht. Latifi wuchs in Kalifornien auf und kehrte 2021 nach Afghanistan zurück, um als Korrespondent unter anderem für CNN, "New York Times" und Deutsche Welle zu berichten.
"Playboy": Cathy Hummels zieht sich für Schwester-Shooting aus
Cathy Hummels kündigte bereits Anfang April an, sich als Single öfter sexy zeigen zu wollen, nun macht sie ihre Drohung wahr: Sie hat sich für ein Fotoshooting des "Playboy" ausgezogen. Hummels stand, so berichtet es die "Bild", mit ihrer Schwester vor der Kamera. Damit schlagen die Geschwister in eine ähnliche Kerbe wie Heidi und Leni Klum, die sich für ein Werbeplakat des italienischen Unterwäscheherstellers Intimissimi leicht bekleidet in laszive Pose warfen. Fast Food für den Male Gaze. Jetzt ist es also nicht die Mutter-Tochter-Fantasie, sondern eine mit Schwestern. Die Bilder sollen wohl am 7. Juni veröffentlicht werden. Und während manche Medien Adjektive wie "mutig", "frivol" oder "heiß" zu möglichst "knackigen" Überschriften zusammenschustern, dürften sich "Playboy" und Hummels über ihren kleinen und wenig originellen Coup freuen.
Russland setzt verheerenden Schlag gegen Greenpeace
Greenpeace ist für die russische Regierung schon seit längerem ein Problem, wie auch viele andere NGOs, unabhängige Medien und Personen. Nun hat Russland die Umweltorganisation als "unerwünscht" eingestuft, was einem Verbot gleichkommt. Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge solle etwa Kritik an Infrastruktur- oder Energieprojekten der Grund dafür sein. Die sei schädlich, da sie auf die Zerstörung der hiesigen wirtschaftlichen Grundlagen abziele. Greenpeace kämpft in Russland unter anderem für Reformen, die Waldbrände verhindern.
Nach Schießerei in Hamburg: Zwei Männer verhaftet
In einem Hamburger Schnellimbiss gab es eine Schießerei - vor mehr als drei Wochen. Eine Person erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen. Mittlerweile haben Ermittler zwei Männer festgenommen. Ein 31-Jähriger wurde in der belgischen Hauptstadt Brüssel verhaftet, teilte die Polizei der Hansestadt mit. Seinen 32-jährigen mutmaßlichen Komplizen griffen Beamte in der spanischen Stadt Barcelona auf.
Der Schießerei vorhergegangen ist ein Streit zwischen den beiden Verhafteten und dem Opfer, die in einer körperlichen Auseinandersetzung mündete. In deren Verlauf zog einer der Angreifer eine Waffe und schoss dem Opfer in den Bauch. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht und notoperiert.
Waldbrand in Spanien - 700 Menschen evakuiert
Ein Waldbrand in der spanischen Region Extremadura ist außer Kontrolle geraten. 700 Menschen aus den umliegenden Dörfern mussten vorsorglich evakuiert werden. Bisher vernichtete das Feuer rund 7500 Hektar Wald, acht Löschflugzeuge, sechs Hubschrauber und Hunderte Brandbekämpfer versuchten, den Brand einzudämmen, der sich durch starken Wind in Richtung des Gebirgszuges Sierra de Gata ausbreitet. Ermittler vermuten, dass Brandstiftung zu dem Feuer geführt hat.
Leider sind die Bedingungen für einen Waldbrand derzeit auf frappierende Weise optimal. Eine langanhaltende Dürre und steigende Temperaturen sorgen dafür, dass Geäst, Totholz und Böden besonders trocken sind. Da braucht es nicht viel, um einen Brand auszulösen. Besonders übel: Die eigentliche Waldbrandsaison steht in den Monaten Juli bis September noch bevor. Experten gehen davon aus, dass der Klimawandel Hitzeperioden wahrscheinlicher macht. Zudem haben im Mittelmeerraum die Schwere und Wahrscheinlichkeit von Dürren mit hoher Gewissheit zugenommen.
Zusammenhalt trotz Konflikts: PEN kritisiert Haftbefehl gegen Deniz Yücel
Zwischen dem Journalisten Deniz Yücel und der deutschen Schriftstellervereinigung PEN ging es in der Vergangenheit nicht besonders friedlich zu. Yücel, ehemaliger Präsident der Vereinigung, trat nach einem Streit zurück und gründete kurzerhand PEN Berlin. Trotz unterschiedlicher Ansichten, trotz der scharfen Worte untereinander, steht ihm die deutsche Vereinigung aber wieder bei. Sie sprach sich kürzlich gegen den neuen türkischen Haftbefehl gegen Yücel aus. "Erneut höhlt Recep Tayyip Erdogan demokratische Grundsätze als selbstherrlicher Gebieter drakonisch aus und instrumentalisiert die Justiz der türkischen Republik für seine Zwecke", erklärte der Präsident des PEN-Zentrums Deutschland, José F. A. Oliver. Die Vereinigung forderte die sofortige Einstellung des Verfahrens. "Die Demokratie und ihre Gewaltenteilung dürfen nicht als Farce verkommen."
Harrison Ford legt die Peitsche nieder
Es war bereits eine Überraschung, als der fünfte Teil der "Indiana Jones"-Reihe angekündigt wurde - mit Harrison Ford in der Rolle des gleichnamigen Protagonisten. In dieser Konstellation wird es jedoch keinen weiteren mehr geben. Ford legt die Peitsche nieder, hängt den Hut an den Nagel, macht mit den Abenteuerfilmen Schluss. Er selbst spielte als Begründung in einem Interview in Cannes auf sein Alter an, immerhin sei er bereits 80 Jahre alt.
Auch in "Indiana Jones und das Rad des Schicksals" sucht "Indy" nach einem seltenen Artefakt: Einem Rad, das angeblich den Lauf der Geschichte verändern kann. Serientypisch gibt es natürlich noch einen Schurken, einen Wissenschaftler mit Nazi-Vergangenheit, der das Rad in seinen Besitz bringen will. Was er wohl damit vorhat?
Wilder Ritt auf Bahnkupplung
Es ist ärgerlich, wenn man etwas im Zug liegenlässt, seien es Brieftasche, Rucksack oder das Lieblingsbuch. Sobald sich die Türen hinter einem schließen, wird das Fundbüro zur letzten Hoffnung. Ein Mann wollte das eigenen Angaben zufolge nicht einsehen und sprang am Bahnhof Backnang bei Stuttgart auf einen Zug, als dieser gerade aus dem Bahnhof fuhr. Mitfahrende entdeckten ihn, gaben den Zugmitarbeitern Bescheid. Es folgte eine Notbremsung. Neun Kilometer fuhr er auf der Bahnkupplung mit. Verletzt wurde niemand, der Mann wurde der Polizei übergeben. Was genau er vergessen haben soll, ist unklar.
Ein Polizeisprecher sagt dazu: "Das Mitfahren auf Zügen ist lebensgefährlich." Aufgrund der hohen Geschwindigkeit könne es leicht vorkommen, dass man den Halt verliere oder gegen Hindernisse und Schilder pralle. Hinzu können Stromschläge und ein starker Sog kommen. Letzterer könne Menschen von den Zügen reißen.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
meine Kollegin Sabine Oelmann hat ihren Frühdienst beendet, jetzt kommt die Spätschicht. Mein Name ist Tim Kröplin und ich versorge Sie bis in den Abend hinein an dieser Stelle mit Nachrichten aus Deutschland und der Welt.
Bei Anregungen, Fragen oder Kritik schreiben Sie mir gerne an: tim.kroeplin@ntv.de
"Unser William" und "unsere Kate" heiraten am Wochenende
Wäre Bayern noch eine Monarchie, hätte Ludwig Prinz von Bayern gute Chancen, eines Tages den Thron zu besteigen. Doch einen König gibt es nicht mehr. Trotzdem ist die Hochzeit des Wittelsbachers mitten in München ein großes Ereignis - auch wenn Deutschland seit mehr als 100 Jahren keine Monarchie mehr ist. Am Samstag aber heiratet Ludwig Prinz von Bayern (nennt sich selbst nur Ludwig Bayern), Spross des früheren bayerischen Herrscherhauses der Wittelsbacher, seine Sophie-Alexandra Evekink in der Theatinerkirche in München.
Der 40-Jährige ist Ururenkel des letzten Bayern-Königs Ludwig III., die Braut ist Politik- und Kriminalwissenschaftlerin aus einer niederländisch-kanadischen Familie. Schaulustigen wird einiges geboten: Auf dem Odeonsplatz vor der Kirche werden Abordnungen bayerischer Gebirgsschützen erwartet, ebenso Trachtenvereine und Blumenkinder aus allen Regionen Bayerns. Sie würden ab 8.30 Uhr ein Spalier für die Gäste bilden. Gegen 9.55 Uhr soll der Erzbischof von München und Freising die Braut vor der Kirche begrüßen. Gegen 11.30 Uhr werde das Paar aus der Kirche ausziehen. Danach lädt Wittelsbacher-Chef Franz Herzog von Bayern die Hochzeitsgesellschaft zu einem Empfang ins prachtvolle Schloss Nymphenburg.
Die standesamtliche Hochzeit war bereits im Winter. Mit dem Pomp der Krönung des britischen Königs Charles III. wird das Fest aber nicht vergleichbar sein. "Es fehlt zwar der imperiale Glanz ein wenig, dafür kommt die bayerische Sympathie dazu, die beinahe noch schöner ist", erzählt Ludwig der "Süddeutschen Zeitung". Beim Empfang wird regional und bio gespeist, statt Geschenken wünscht das Paar sich Spenden an den Hilfsverein Nymphenburg.
Drei weitere Hinrichtungen im Iran: Wann protestiert endlich die gesamte Welt?
Im Iran sind im Zusammenhang mit den regierungskritischen Demonstrationen drei weitere Menschen hingerichtet worden. Das teilt die iranische Justiz mit. Sie beschuldigte die Männer, während der Proteste im vergangenen Jahr drei Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet zu haben.
Die Todesurteile waren aufgrund des angeblichen Besitzes einer Schusswaffe wegen einer "Feindschaft zu Gott" verhängt worden. Angehörige, Unterstützer und die USA hatten an die Behörden bis zuletzt appelliert, die Männer nicht hinzurichten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden die Geständnisse unter Folter erzwungen. Die iranischen Behörden haben solche Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.
Insgesamt sind seit Beginn der landesweiten Demonstrationen im vergangenen Herbst nunmehr mindestens sieben Menschen gehängt worden.
Pakistan streicht Selbstbestimmungsgesetz für Transmenschen
In Pakistan dürfen transgeschlechtliche Menschen ihr offizielles Geschlecht künftig nicht mehr selbst wählen. Das entschied ein Gericht in dem südasiatischen Land am Freitag. Das bisher geltende Gesetz sei nicht vereinbar mit den Empfehlungen des Islam, so ein Sprecher des Gerichts. Seit 2018 durften Transmenschen in Pakistan selbst bestimmen, ob sie sich offiziell als männlich, weiblich oder als sogenanntes drittes Geschlecht eintragen lassen.
Das 2018 eingeführte Gesetz hatte für viel Gegenwind aus der konservativ-muslimischen Gesellschaft gesorgt. Die Transgender-Gemeinschaft wolle nun wiederum gegen seine Streichung vorgehen und Berufung beim Obersten Gericht einlegen. "Wir lehnen die heutige Entscheidung ab", sagt Aktivistin Nayyab Ali. Als Transmenschen werden Personen bezeichnet, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig fühlen. In Pakistan werden dazu auch jene Menschen gezählt, die mit einem Körper geboren wurden, der nicht eindeutig männlich oder weiblich ist. Das Gesetz verbietet ihre Diskriminierung - dennoch leben Transgender in Pakistan oft am Rande der Gesellschaft. Neben Belästigung kommt es auch immer wieder zu Fällen von Tötung und Verschleppung.
Im Januar dieses Jahres führte Sindh als erste Provinz Pakistans eine Quote für transgeschlechtliche Menschen in Lokalregierungen ein. Im September vergangenen Jahres rief Pakistan eine Telefon-Hotline ins Leben, bei der sich transgeschlechtliche Menschen im Falle einer Belästigung melden können.
Harrison Ford ungewöhnlich gerührt: Ehrenpalme und Indiana Jones in Cannes
Hollywood-Legende Harrison Ford ist beim Filmfestival von Cannes überraschend mit einer Ehrenpalme für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Der 80-jährige US-Schauspieler, der zur Vorstellung des Films "Indiana Jones und das Rad des Schicksals" an die französische Riviera gekommen war, erklärte nach der Verleihung des Preises durch Festivalchef Thierry Frémaux, er sei "tief berührt von dieser Auszeichnung".
Die Organisatoren von Cannes hatten bereits im Vorfeld angekündigt, Ford eine "außergewöhnliche Ehrung" zuteilwerden zu lassen. Ford hat in seiner jahrzehntelangen Karriere zahlreiche Rollen verkörpert, die in die Filmgeschichte eingegangen sind: von Han Solo in der "Krieg der Sterne"-Saga über "Blade Runner" bis zum Archäologen Indiana Jones, der im Jahr 1981 in Steven Spielbergs "Jäger des verlorenen Schatzes" seinen ersten Auftritt auf der Leinwand hatte.
Außerdem wurde der fünfte Teil der legendären Filmreihe "Indiana Jones" - die zuletzt nicht mehr so gut beim Publikum ankamen - gefeiert. Donnerstagabend, zur Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes, schritt Ford unter dem Jubel zahlreicher Fans begleitet von seiner Frau Calista Flockhart über den roten Teppich. Dazu schallte das unverkennbare "Indiana Jones"-Thema von Komponist John Williams über die Croisette ("Da-da-da-daaaaa da-da-daaa"). Bei der Eröffnungsfeier des diesjährigen Festivals von Cannes hatte bereits der 78-jährige Michael Douglas eine Ehrenpalme erhalten.
74-Jähriger in NRW schießt auf Jugendliche wegen Ruhestörung
Im Streit um eine Ruhestörung hat ein 74-Jähriger in Nordrhein-Westfalen auf Jugendliche geschossen. Eine 19-Jährige wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht, teilen die Staatsanwaltschaft Siegen und die Polizei Olpe mit.
Ursache für den Streit zwischen dem Mann und einer Gruppe Jugendlicher in Wenden in der Nacht zum Donnerstag waren demnach Konflikte über nächtliche Ruhestörungen und Sachbeschädigungen.
Mit einer Kleinkaliberwaffe schoss der Mann schließlich in Richtung der Gruppe. Die 19-Jährige wurde dabei von dem Projektil getroffen. Lebensgefahr bestand nicht. Der 74-Jährige wurde festgenommen. Er sollte noch am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.
Erfolg trotz ESC - ein Isländer zeigt, wie es geht
Daði Freyr ist Isländer, hat bereits 2021 beim ESC den 4. Platz gemacht und dieses Mal einfach nur für Spaß gesorgt beim Eurovision Song Contest: Dort trat er im Finale mit dem Atomic Kitten Song "Whole Again" auf. Tagsüber fuhr er in Liverpool für Medien und Fans mit dem Eiswagen durch die Stadt und sorgte für Abkühlung und Freude. Freyr wohnt in Berlin-Schöneberg und veröffentlicht sein kommendes Album "I Made An Album" in drei Teilen. 1/3 - 2/3 und 3/3 jeweils mit einem 1/3 Artwork und Songs als einzelner EP. Teil 2 des Albums erscheint nun Ende Mai unter dem Titel "I'm Still Making An Album 2/3".
Mit über 200 Millionen Streams, zwei weltweiten Pophits, ausverkauften Tourneen und weiteren, unvergesslichen Momenten in der Pipeline liegt es auf der Hand, dass Daði Freyr gerade erst am Anfang steht. Und das, wie gesagt, obwohl er beim ESC mitgemacht hat. Insofern: Kopf hoch, all ihr Loser da draußen, das hat nichts zu bedeuten, Qualität setzt sich durch. Selbst, und das geht raus an unsere Lords of the Losts, wenn sie "Made in Germany" ist.
Britischer Premier Sunak verliert 200 Millionen Pfund
Der britische Premierminister Rishi Sunak und seine Ehefrau Akshata Murty haben nach Schätzungen der "Sunday Times" im vergangenen Jahr gut 200 Millionen Pfund (230 Millionen Euro) verloren. Murty hält knapp 1 Prozent der Anteile am indischen IT-Giganten Infosys, den ihr Vater mitgegründet hat. Der Aktienkurs des Konzerns sei um rund ein Fünftel gesunken, berichtet die "Sunday Times".
Die "Times" taxiert das Vermögen des Paares auf 529 Millionen Pfund, vor einem Jahr waren es demnach noch 730 Millionen Pfund. In der "Sunday Times Rich List" der vermögendsten Briten fielen Sunak und Murty von Platz 222 auf 275. Sie seien aber immer noch die reichsten Bewohner der Downing Street in der Geschichte des Regierungssitzes, betonte die Zeitung.
Sunak hatte vor seiner politischen Karriere als Investmentbanker selbst sehr viel Geld verdient. Murty brachte aber noch einmal deutlich mehr Vermögen in die Ehe ein. Der Wohlstand des Paares spielt in der politischen Debatte immer wieder eine Rolle. Derzeit laufen Untersuchungen gegen Sunak, ob er mögliche Interessenkonflikte verschwiegen hat. Murty hält Anteile an einem Unternehmen, das staatlich gefördert wurde. Schon als Finanzminister bekam Sunak wegen der finanziellen Interessen seiner Ehefrau Schwierigkeiten: Murty hatte von einem legalen Sonderstatus profitiert, der ihr erlaubte, Steuern in Indien statt in Großbritannien abzuführen. Als dies publik wurde, gab sie ihren Sonderstatus ab.
"The Smiths" trauern um Andy Rourke
Eine traurige Nachricht, die sein ehemaliger Bandkollege und Gitarrist Johnny Marr bei Twitter teilt: Der Bassist der britischen Rockband "The Smiths", Andy Rourke, ist tot. Laut Marr starb Rourke an den Folgen seiner Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung, er wurde nur 59 Jahre alt.
Marr schreibt: "In tiefer Trauer geben wir den Tod von Andy Rourke nach seiner langen Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung bekannt. Andy wird allen, die ihn kannten, als eine freundliche und schöne Seele in Erinnerung bleiben und Musikfans als überdurchschnittlich begabter Musiker."
Ursulas Club der kritischen Rohstoffe
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die G7-Staaten aufgefordert, sich über eine sichere Versorgung mit Rohstoffen zu verständigen. "Ich hoffe, dass wir auf diesem G7-Treffen einen Club für kritische Rohstoffe ins Leben rufen können", sagt sie auf dem Gipfeltreffen der wichtigsten westlichen Industriestaaten im japanischen Hiroshima. Sie hoffe zudem, dass die Gespräche zwischen EU und USA über grünen Stahl zu einem weltweiten Abkommen führen. Es müsse einen Dialog über Anreize für saubere Energie geben. "Ich hoffe, dass unsere bilateralen Gespräche zwischen der EU und den USA über nachhaltigen Stahl und Aluminium auch zu einer globalen Vereinbarung werden können."
Ausdrücklich warnt sie vor einem Subventionswettbewerb. "Da die G7-Staaten nun gemeinsam an diesem Rennen teilnehmen, sollte unser Wettbewerb zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen und nicht auf Kosten der anderen gehen", mahnte von der Leyen mit Blick auf klimafreundliche Technologien. Deshalb müsse es unter den G7-Staaten Transparenz geben, wie die Industrie unterstützt wird.
Hintergrund sind etwa Debatten zwischen der EU und den USA über US-Subventionen für klimafreundliche Technologien - die aber am Ende auch Drittstaaten wie Japan betreffen können.
Jugendgewalt hat England im Griff
Am Donnerstag verurteilte ein Gericht zwei Jugendliche, die einem 15-Jährigen vor seiner Schule im nordenglischen Huddersfield aufgelauert und ihn getötet hatten, wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Beide müssen länger ins Gefängnis als sie alt sind: ein 15-Jähriger, der die Tat gestanden hatte, für mindestens 16 Jahre, sein 17 Jahre alter Komplize, der von einer Jury schuldig gesprochen wurde, für mindestens 18 Jahre. Die Justiz setzt auf Abschreckung durch drastische Strafen. Doch die Gewalt kann sie nicht stoppen. Auch der 16-jährige Renell wurde vor seiner Schule getötet - mit einer Machete. Tatverdächtig ist ebenfalls ein 16-Jähriger.
So schockierend die Fälle sind: In Großbritannien sind sie bittere Realität. Teenager töten Teenager. Ähnliche Meldungen gibt es gefühlt jede Woche. Auf Mord steht in Großbritannien grundsätzlich lebenslange Haft. Das Gericht legt lediglich fest, wie viele Jahre die Täter mindestens hinter Gitter müssen. Eine Höchststrafe für Minderjährige gibt es nicht. In Deutschland wäre in vergleichbaren Fällen das Urteil wegen Totschlags ergangen. Die britische Rechtsprechung ist in den Augen vieler Beobachter zudem eher eine Rachejustiz, als dass eine Rehabilitierung gerade jugendlicher Straftäter im Vordergrund stünde. In England, Wales und Nordirland beginnt die Strafmündigkeit bereits mit 10 Jahren - so früh wie fast nirgendwo sonst auf der Welt. Selbst Kinder können in Großbritannien also zu lebenslanger Haft verurteilt werden. In Deutschland liegt sie, wie von den Vereinten Nationen empfohlen, bei 14 Jahren. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF attestierte dem britischen Justizsystem bereits 2020, es komme seiner Pflicht, die Menschenrechte von Kindern zu schützen und zu wahren, nicht nach.
Experten fordern bereits seit Längerem, die Strafmündigkeit hochzusetzen - und das gesamte System zu reformieren. Vielmehr sei das System kriminogen - es stifte zu Kriminalität an. Das Risiko einer erneuten Straftat steige. Das liegt auch daran, dass britische Gefängnisse überfüllt sind, der harte Kurs gegen Straftäter scheint gerade bei Jugendlichen wenig zu wirken. Zwar ging Messergewalt nach Angaben des britischen Statistikamts zuletzt um 9 Prozent zurück. Aber auch Premierminister Rishi Sunak hat eingeräumt, dass die Regierung handeln müsse.
Ireland bringt Holland zur Welt
Ireland Baldwin, die Tochter von Kim Basinger und Alec Baldwin, ist zum ersten Mal Mutter geworden. Auch für ihre berühmten Eltern stellt das eine Premiere dar. Der ohnehin schon vielköpfige Baldwin-Clan ist weiter gewachsen. Wie die 27-jährige Tochter von Alec Baldwin und Kim Basinger via Instagram verkündete, ist ihr Mädchen gesund und munter zur Welt bekommen.
An der Namensgebung, die Ireland Baldwin und ihr Freund André Allen Anjos schon im Vorfeld ausgeplaudert haben, änderte sich laut Post nichts - Ireland hat die kleine Holland zur Welt gebracht.
Wie es zum Babynamen gekommen ist, hatte Ireland bereits Ende Januar in einem Podcast erklärt: "Wir geben ihr den Namen Holland. Ich bin Ireland, also ein anderes Land, weil wir das einheitlich halten wollten." Ihren Vater Alec Baldwin, der selbst schon acht Kinder vorzuweisen hat, sowie Mutter Kim Basinger, machte Ireland somit erstmals zu Großeltern. Neben seiner Tochter mit Basinger hat der Star noch sieben weitere Kinder mit seiner Ehefrau Hilaria. Töchterchen Ilaria kam erst im September des vergangenen Jahres zur Welt.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen! Ich hoffe, Sie habe den freien Tag gestern genießen können, und egal ob es für Sie eher religiös (Himmelfahrt) oder familiär (Vatertag) abgelaufen ist - Hauptsache etwas erholt! Wir wenden uns gleich den anstehenden Themen zu und lassen heute mal das Geplänkel am frühen Morgen, einverstanden? Los geht's. Falls Sie der Schuh drückt: dertag@n-tv.de
In Hiroshima startet der dreitägige G7-Gipfel. Im Zentrum steht der Umgang der westlichen Industriestaaten mit Russland und China. Dabei soll der Ukraine die weitere Unterstützung bei der Verteidigung gegen Russland zugesichert werden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj plant, persönlich am G7-Gipfel teilzunehmen.
In der saudi-arabischen Hauptstadt Riad treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga. Erstmals seit Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs 2011 soll an dem Gipfel auch der syrische Präsident Baschar al-Assad teilnehmen. Viele Mitgliedsstaaten der arabischen Liga hatten sich in dem Konflikt hinter die Opposition gestellt. Auf dem Gipfel wird es unter anderem um die Eindämmung des Drogenschmuggels und die Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien gehen.
Das Statistische Bundesamt legt die Zahlen zu den Erzeugerpreisen im April vor. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg von 4,0 Prozent. Die Preise der Hersteller waren im März mit revidiert 6,7 Prozent so langsam gestiegen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. In der Statistik werden die Preise geführt, noch bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel kommen. Sie können damit frühe Hinweise auf die Entwicklung der Inflation liefern.
Das US-Militär hat Insidern zufolge den Wert von den an die Ukraine verschickten US-Waffen um drei Milliarden Dollar überbewertet. Es seien Unstimmigkeiten festgestellt worden. Der Wert der Waffen sei höher eingeschätzt worden als gerechtfertigt.
Die Deutsche Bahn will der schweren Krise des Konzerns mit einem Personalaufbau, mehr Geld für das marode Netz und moderneren Bahnhöfen begegnen. "Wir stellen allein in diesem Jahr 3000 Fachkräfte ein – Bauprojektplaner und -überwacher", kündigt der für das Netz zuständige Konzernvorstand Berthold Huber an. Ziel sei es, die nötige Sanierung des eigenen Netzes voranzutreiben.
Tsunami-Warnung für Neukaledonien, Fidschi und Vanuatu
In der Nähe der Inselgruppe Neukaledonien im Pazifischen Ozean hat es ein heftiges Erdbeben gegeben. Die US-Erdbebenwarte USGS bezifferte die Stärke am Freitag auf 7,7. Das Frühwarnsystem in den USA gab eine Tsunami-Warnung aus - unter anderem für Neukaledonien, Vanuatu und Fidschi. Bis zu drei Meter hohe Wellen seien in Vanuatu möglich, an den Küsten Neuseelands sowie der Pazifikstaaten Fidschi und Kiribati würden bis zu ein Meter hohe Wellen erwartet, hieß es.
Jüngsten Angaben zufolge ereignete sich das Beben in 37 Kilometern Tiefe südöstlich der Loyalitätsinseln, die ein Teil des französischen Überseegebiets Neukaledonien sind. Zunächst hatte die USGS von nur zehn Kilometern Tiefe gesprochen. Auf den Inseln des Archipels leben rund 18.000 Menschen. Neukaledonien mit 270.000 Einwohnern befindet sich im südlichen Pazifik, westlich von Australien und nördlich von Neuseeland.
Der König der Italo-Schnulze wird 80
Wie kaum ein anderer nährte der italienische Sänger Al Bano die deutsche Italiensehnsucht. Mit der Italo-Schnulze "Felicità" sang er sich mit Romina Power in die Fan-Herzen. Glück, Liebe und schwere Schicksalsschläge lagen in seinem Leben immer nah beieinander.
Wenn Al Bano mit seiner markanten Stimme und voller Leidenschaft das erste "Felicità" anstimmt und Romina Power ihm ihre Strophe entgegenhaucht, geht Italienliebhabern das Herz auf. Mit dem Lied über Glück verbinden deutsche Fans des Pop-Duos Urlaub, Strand und Meer. Al Banos Popularität ist weiter ungebrochen - in Italiens Öffentlichkeit ist er allgegenwärtig. Am 20. Mai wird der Schlagersänger 80 Jahre alt.
Schon früh interessierte sich Al Bano für Musik - auf den Feldern seines Vaters sang er und übte das Gitarrespielen. Als Süditaliener erlebte er Diskriminierung. Seine Kollegen nannten ihn etwa "terrone" - ein abwertendes Schimpfwort für Süditaliener. Der große Adriano Celentano verhalf ihm zu ersten Auftritten als Sänger. Der Durchbruch gelang ihm 1967 mit dem Lied "Nel Sole". Am Set der Verfilmung des Lieds lernte Al Bano die bildhübsche Romina Power kennen. "Sie trug einen Minirock, und ich hatte noch nie in meinem Leben einen Minirock gesehen. Ich fühlte mich, als würde ich den Himmel berühren", beschrieb er ihre Begegnung in einem Interview. Das Paar hätte nicht unterschiedlicher sein können: Er, der kleingewachsene Süditaliener aus dem traditionellen Apulien und Sohn eines analphabetischen Winzers. Und sie, die langbeinige und mondäne Amerikanerin und Tochter des Hollywoodstars Tyrone Power. 1970 heirateten sie, vier Jahre später vertraten die beiden Italien beim Eurovision Song Contest. Ab 1982 verzauberte "Felicità" die Welt. Später fand das Glück des Paars jedoch ein jähes Ende. 1994 verschwand ihre älteste Tochter Ylenia auf einer Amerikareise spurlos. Bis heute ist der Fall ungeklärt. An dem Verschwinden von Ylenia zerbrach letztlich die Ehe.
Mehr am 20. Mai
Kein Billigboom bei Reisen
Urlauber aus Deutschland scheinen trotz der hartnäckig hohen Inflation bislang nicht an den schönsten Wochen des Jahres zu sparen - im Gegenteil. "Inflation und Energiekrise führten nicht zu einem Billig-Boom", sagt Sven Schikarsky, Produktchef von Dertour und den Schwestermarken ITS und Meiers Weltreisen. Auch nach Angaben des Branchenprimus' Tui geben die Menschen mehr für ihren Urlaub aus.
Nach einer Dertour-Auswertung setzte sich die gestiegene Nachfrage der Gäste nach Hotels mit höheren Sterne-Kategorien in der Wintersaison fort. Dem zweitgrößten deutschen Reiseveranstalter zufolge buchten 82 Prozent der Urlauber ein 4- oder 5-Sterne-Hotel für die Monate November 2022 bis Ende Februar 2023. Das waren neun Prozentpunkte mehr als im Sommer 2022 und sechs Prozentpunkte mehr als im Winter des Vor-Corona-Zeitraums 2019/20. Viele Urlauber legten zugleich Wert auf Budgetkontrolle. So setzten 37 Prozent auf All-inclusive-Angebote.
An der Spitze der Beliebtheitsskala der Ziele lag Spanien mit den im Winter geschätzten Kanaren. Tui-Chef Sebastian Ebel spricht von einer "starken Buchungsentwicklung" vor allem in den vergangenen Wochen. Der Konzern zählte 8,3 Millionen Buchungen für den Sommer. Dies seien 13 Prozent mehr als im Vorjahr und fast so viele wie im Vor-Corona-Jahr 2019.