Das war Dienstag, der 16. November 2021
Liebe Leserinnen und Leser,
ich hoffe, Sie hatten einen angenehmen Tag - und sind gesund geblieben. Die Pandemie wütet in den kalten Herbstmonaten weiter. Falls der Hals doch ein wenig kratzt oder die Nase läuft, empfiehlt es sich, mit einem Corona-Test auf Nummer sicher zu gehen. Wer morgen noch ein paar Selbsttests kaufen möchte, könnte allerdings vor Problemen stehen. Eine Suche in den Online-Shops von Discountern und Drogerien bringt derzeit oft das gleiche Ergebnis: "Aktuell nicht vorrätig". Ob Selbsttests nun teuer und rar werden, erklärt meine Kollegin Hedviga Nyarsik hier.
Um morgen informiert in den neuen Tag zu starten, empfehle ich Ihnen diese Stücke:
Deutschsprachig und impfzögerlich?
Ich wünsche Ihnen einen entspannten restlichen Abend und verabschiede mich. Gute Nacht.
Mann lässt 25 Hunde verwahrlosen - zwei Welpen sterben
In einem kleinen Ort bei Neubrandenburg hat ein Mann mit 25 Hunden in einem Haus gelebt. Weil er die stark abgemagerten Tiere unter schlimmen Umständen gehalten haben soll, muss sich der Hundebesitzer wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten. Wie ein Sprecher des Tierschutzvereins Neustrelitz am Dienstag weiter sagte, haben Helfer auf Anordnung des Kreisveterinäramtes der Mecklenburgischen Seenplatte die vernachlässigten Tiere aus dem Wohnhaus geborgen. Sie seien auf zwei Tierheime verteilt worden. Es habe sich um Labrador-Mischlinge und einen Dackel gehandelt. Der Hilfseinsatz, der nur in voller Schutzbekleidung möglich war, habe bereits Ende Oktober stattgefunden. Die Helfer hätten 23 abgemagerte Tiere gerettet, die zum Teil in ihren Exkrementen leben mussten. Zwei Welpen waren den Angaben nach verendet. Die Hunde lebten auf allen drei Etagen des Hauses. Die geretteten Tiere konnten zum Großteil inzwischen wieder etwas aufgepäppelt werden.
Philipp Amthor rast in 70er-Zone - und muss Führerschein abgeben
Der CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor muss laut Medienberichten seinen Führerschein abgeben. Amthor soll mit 120 Kilometern pro Stunde in einer Tempo-70-Zone gefahren sein. Das Amtsgericht Pasewalk verurteilte Amthor deshalb dazu, sein Auto einen Monat lang stehen zu lassen. Zudem muss er 450 Euro Strafe zahlen. Die Verhandlung wurde anberaumt, weil sich Amthor zuvor geweigert hatte, ein Bußgeld zu zahlen. Amthors Anwalt hat nach Angaben des Gerichts bestritten, dass es sich bei dem Fahrer um seinen Mandanten gehandelt habe. Ein Blitzerfoto von Amthor lag jedoch vor, weshalb der Richter dem Verteidiger keinen Glauben schenkte. Außerdem ist Amthor wohl Wiederholungstäter: Er musste sich bereits wegen zu schnellem Fahren verantworten - mit ähnlichem Strafmaß: Bußgeld und einmonatiger Führerscheinentzug.
Prinz Harry kämpft gegen Fake News in sozialen Netzwerken
Prinz Harry hat sein Leben dem Kampf gegen Falsch-Information verschrieben. "Das betrifft nicht nur einige von uns, das betrifft uns alle", schrieb der 37-Jährige auf der Webseite seiner mit Ehefrau Meghan gegründeten gemeinnützigen Archewell-Stiftung. Gemeinsam mit Experten der Denkfabrik Aspen Institute hatte der britische Prinz Empfehlungen für Entscheiderinnen und Entscheider in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft veröffentlicht. Demnach soll bekämpft werden, dass sich irreführende Informationen auf Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram verbreiten. Die Gruppe fordert mehr Transparenz der Social-Media-Unternehmen, aber auch, dass "Superspreader" von Fake-Informationen effizienter zur Verantwortung gezogen werden müssen. Außerdem sieht sie das Vertrauen in seriöse Medien als gefährdet an und macht sich dafür stark, dem Niedergang lokaler Medien etwas entgegen zu setzen.
Hunderte nach starkem Regen und Erdrutschen in Kanada evakuiert
Nach starken Regenfällen und Erdrutschen sind im Westen Kanadas Hunderte Menschen per Helikopter aus ihren Autos gerettet und zahlreiche Ortschaften evakuiert worden. Im Süden der westkanadischen Provinz British Columbia habe es zuvor mehrere Tage lang stark geregnet, Flüsse seien über die Ufer getreten, berichteten kanadische Medien. Mehrere Autobahnen wurden überschwemmt oder von Erdrutschen unbefahrbar gemacht. Alleine von einer der Autobahnen seien 311 Menschen, 26 Hunde und eine Katze mit Hubschraubern gerettet worden, berichtete der öffentliche Rundfunksender CBC unter Berufung auf das kanadische Verteidigungsministerium.
Inflation trifft die Reichen laut Ifo-Institut stärker als die Armen
Die europaweite Inflation hat sich zu einem Schreckgespenst entwickelt, das Arm und Reich Angst einjagt. Was auf den ersten Blick nicht einleuchten mag: Sie trifft Reiche tatsächlich stärker als Arme. Grund dafür ist die Zusammensetzung des fiktiven Warenkorbs zur Berechnung der Preissteigerung, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Demnach betrug die Inflation in einem Haushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen über 5000 Euro im Oktober 4,8 Prozent, bei Haushalten, die weniger als 1300 Euro verdienen, waren es 4,0 Prozent. Der Durchschnitt lag bei 4,5 Prozent. Laut Ifo machen die hohen Preise beim Sprit und bei den Autokäufen bei reicheren Haushalten einen wesentlich größeren Anteil an den monatlichen Ausgaben aus. Insgesamt müssten ärmere Haushalte ihren Konsum aber stärker einschränken, betonte das Institut. Im Gegensatz zu reicheren Haushalten hätten sie keine Möglichkeiten, die Mehrausgaben zu stemmen, "da sie ihr monatliches Einkommen ohnehin schon vollständig ausgeben, sie wenig Finanzvermögen besitzen und die Verschuldungsmöglichkeiten beschränkt sind".
Polizei nimmt bei Razzia gegen Drogenhändlerring zwölf Verdächtige fest
Bei einer Razzia gegen einen Drogenhändlerring sind in Baden-Württemberg zwölf Beschuldigte festgenommen worden. Bis zu 600 Beamte durchsuchten 35 Wohn- und Geschäftsraume sowie mutmaßliche sogenannte Bunkerwohnungen zur Drogenlagerung, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Der Schwerpunkt der Razzia lag im Stuttgarter Stadtgebiet, zusätzlich wurden aber auch Objekte unter anderem in Böblingen, Ulm und Esslingen durchsucht. Dabei beschlagnahmten die Ermittler rund ein Kilogramm an Drogen - insbesondere Marihuana und eine kleine Menge Kokain, Waffen, hochpreisige Fahrzeuge, Mobiltelefone, Speichermedien, schriftliche Unterlagen und knapp hunderttausend Euro Bargeld. Insgesamt wurde den Angaben zufolge zwischenzeitlich gegen insgesamt 27 Beschuldigte im Alter zwischen 23 und 38 Jahren ermittelt. Acht davon - deutsche, italienische und türkische Staatsbürger - sollten einem Haftrichter vorgeführt werden.
Störung bei Snapchat, Spotify und Pokémon Go - Ursache bei Google?
Nutzer diverser Online-Dienste waren am Abend genervt: Neben Spotify gab es Störungen bei Snapchat, dem Smartphone-Spiel "Pokémon Go" und dem Chatservice Discord. Ein wahrscheinlicher Auslöser waren Probleme in Googles Cloud-Infrastruktur, auf die viele Anbieter zurückgreifen. Der Internet-Konzern berichtete kurz nach 19 Uhr von technischen Problemen und teilte sieben Minuten später mit, dass sie zumindest teilweise behoben worden seien. Danach ebbten Nutzer-Meldungen auf Portalen wie allestörungen.de ab. Ausfälle, die auf Probleme bei einem großen Web-Dienstleister zurückgehen, sind keine Seltenheit. Auch eine Störung bei Google wäre nicht zum ersten Mal der Auslöser.
Umweltschützer fordern Tempolimit auf dem Meer vor Mallorca
Der Lärm, den schnell fahrende Schiffe verursachen, bedroht das Leben von Meerestieren. Dieser Überzeugung ist die Schweizer Umweltschutzorganisation OceanCare. Nun hat sie ein Tempolimit und andere Maßnahmen zum Schutz von Walen, Delfinen und Meeresschildkröten im Mittelmeer vor Mallorca gefordert. Der Schiffsverkehr sorge für einen konstanten Geräuschpegel, sagte Nicolas Entrup, zuständig für die internationale Zusammenarbeit bei OceanCare. Dazu kämen Ölbohrungen und militärische Aktivitäten. Als besonders laut gilt die Meerespassage zwischen Barcelona und Mallorca. Dabei befindet sich gerade dort ein 46.388 Quadratkilometer großer Schutzkorridor für Wale. Wegen des Krachs könnten sich die Lebewesen im Meer nicht gut orientieren und miteinander kommunizieren.
Haftbefehle wegen Mordes an 16-Jähriger im Allgäu erlassen
Nach dem Mord an einer 16-Jährigen im Allgäu sind Haftbefehle wegen heimtückischen Mordes gegen einen 25 Jahre alten Mann und eine 15 Jahre alte Schülerin erlassen worden. Beide seien in unterschiedlichen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft gekommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Memmingen am Dienstag mit. Nach der mittlerweile vorliegenden Obduktion der Leiche sei die 16-Jährige durch mehrere Stichverletzungen im Bereich des Oberkörpers gestorben. Wie die Ermittler mitteilten, wurden bei der Festnahme des 25-Jährigen am Montag auch zwei Messer beschlagnahmt, die womöglich die Tatwaffen waren. Dazu seien spurentechnische Gutachten in Auftrag gegeben worden. Weiterhin keine Angaben machten die Ermittler zum Tathergang und vor allem zum Motiv des mutmaßlichen Mordes. Sie begründeten dies mit ermittlungstaktischen Gründen und Rücksicht auf die Eltern der Getöteten. Die Leiche des Mädchens war in der Nähe des Memminger Flughafens gefunden worden. Der 25 Jahre alte Tatverdächtige war bereits polizeibekannt.
Bundesregierung nennt Zerstörung von russischem Satelliten "unverantwortlich"
Nach den USA hat auch die Bundesregierung den Test einer Antisatellitenrakete durch Russland, der zur Bildung einer Vielzahl von Welttraumtrümmern geführt hat, als "unverantwortlich" verurteilt. In einer am Abend veröffentlichten Erklärung des Auswärtigen Amtes hieß es, Berlin sei "sehr besorgt" über den russischen Test und dessen Folgen, welche "die freie und ungehinderte Nutzung des Weltraums für alle Staaten für Jahre beeinträchtigen werden". Durch den Test würden überdies die Astronauten auf der Internationalen Raumstation (ISS), unter ihnen der Deutsche Matthias Maurer, zusätzlichen Risiken ausgesetzt.
Eltern setzen für Tochter vor Gericht Besuch von "erdnussfreier Schule" durch
Dass es in Deutschland speziell zertifizierte "erdnussfreie Schulen" gibt, wissen wahrscheinlich nur Allergiker und ihre Angehörigen - wie die Eltern eines unter einer starken Erdnussallergie leidenden Mädchens in Niedersachsen. Sie haben nun gerichtlich durchgesetzt, ihr Kind auf eine solche Schule zu schicken. Wie das Verwaltungsgericht in Hannover entschied, stellt ein Besuch der regulär vorgesehenen Grundschule in diesem Fall eine "unzumutbare Härte" dar. Die Behörden sind demnach verpflichtet, dem Wunsch zu entsprechen. Nach Gerichtsangaben lehnten die Behörden eine Ausnahmegenehmigung zum Besuch einer Schule in einem anderen Schulbezirk ab, wogegen die Eltern im Namen des Mädchens klagten. Deren Angaben zufolge leidet ihre Tochter an einer hochgradigen Erdnussallergie, bei der bereits der Kontakt mit kleinsten Mengen lebensbedrohliche allergische Schocks auslöst.
Mann soll 130 arme Afghaninnen als Sklavinnen verkauft haben
Welche katastrophalen Auswirkungen der Rückzug der NATO-Truppen auf das Leben von Frauen und Mädchen in Afghanistan hat, macht dieser Fall deutlich: Die Taliban haben im Norden des Landes einen Mann unter dem Verdacht festgenommen, Dutzende arme Frauen als Sklavinnen verkauft zu haben. Der Mann habe vermutlich bis zu 130 Frauen aus der Provinz Dschausdschan mit dem Versprechen, ihnen einen wohlhabenden Ehemann zu vermitteln, geködert und dann in andere Provinzen verkauft, sagte der Bezirkspolizeichef Mohammed Sardar Mubaris der Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben des Taliban-Polizeichefs von Dschausdschan, Damullah Seradsch, wurde der Mann am Montagabend festgenommen. Die Ermittlungen seien noch "ganz am Anfang" und viele Details unklar, sagte er.
Merkel soll als Ex-Kanzlerin Büro mit neun Mitarbeitern bekommen
Wer in den vergangenen 16 Jahren seine Chance versäumt hat, Seite an Seite mit Angela Merkel zu arbeiten, kann dies nun nachholen. Wie aus einer Vorlage für den Hauptausschuss des Bundestags hervorgeht, will Merkel auch nach ihrer Kanzlerschaft in einem eigens dafür vorgesehenen Büro neun Mitarbeiter beschäftigen. Demnach bittet das Bundeskanzleramt darum, der CDU-Politikerin einen Büroleiter, einen stellvertretenden Büroleiter, zwei Fachreferenten, drei Sachbearbeiter und zwei Fahrer zuzuweisen. "Die künftige Bundeskanzlerin a.D. wird nach ihrer Kanzlerschaft im Bundesinteresse liegende Aufgaben wahrnehmen, die aus fortwirkenden amtlichen Pflichten resultieren", heißt es zur Begründung. Im Gegenzug für die neuen Stellen würden nicht besetzte Stellen im Bereich des Verteidigungsministeriums eingespart. Dass ehemalige Bundeskanzler ein Büro und Mitarbeiter vom Staat finanziert bekommen, ist üblich. Allerdings hatte Altkanzler Gerhard Schröder nach seiner Kanzlerschaft 2005 zwei Mitarbeiter weniger, als Merkel nun bekommen soll. Im Jahr 2019 beschloss der Haushaltsausschuss zudem, dass zukünftige Kanzler und Bundespräsidenten nur noch einen Büroleiter, zwei Referenten, eine Büro- oder Schreibkraft und einen Fahrer bekommen sollen. Das wären vier Mitarbeiter weniger als für Merkel vorgesehen. Allerdings gilt der Beschluss erst für künftige Kanzler und Bundespräsidenten.
Radcliffe: Harry-Potter-Filme sind "fantastisch" nach Alkoholrausch
Die Filme der Harry-Potter-Reihe können Fans Trost spenden - insbesondere, wenn sie am Vorabend zu tief ins Glas geschaut haben. Das jedenfalls berichten Freunde dem Hauptdarsteller Daniel Radcliffe. Von einer nahezu therapeutischen Wirkung bei verkaterten Zuschauern sprach Radcliffe in einer BBC-Dokumentation zum 20. Jahrestag der Veröffentlichung des ersten Films der Reihe, "Harry Potter und der Stein der Weisen". Mehrere Freunde haben ihm erzählt, dass die Filme "fantastisch sind, wenn man einen Kater hat und mit sich selbst so richtig unzufrieden ist", sagte der britische Schauspieler laut Nachrichtenagentur PA. Radcliffe fügte hinzu: "Sie schauen die Filme einfach rauf und runter, und es transportiert sie an einen Ort der Wärme und des Trosts." Das sei großartig.
Polizei bestätigt: Kinderleichnam im Rhein ist Sohn von weiterer Wasserleiche
Ermittler in Köln haben im Rhein eine Kinderleiche entdeckt. Spaziergänger zogen sie am Morgen in Höhe des Stadtteils Worringen an Land, wie die Polizei mitteilte. Das Kind ist der Sohn einer 24-jährigen Frau, die am Montag tot aus dem Wasser im Hafen im Stadtteil Niehl geborgen wurde. Die Beamten gehen von einem Tötungsdelikt aus. Als Verdächtiger gilt ein gleichaltriger Mann. Er soll ein ehemaliger Freund der Frau sein und wurde am Dienstag festgenommen. Der Sohn galt als vermisst und wurde unter anderem mit Tauchern gesucht. Laut Polizei war eine Obduktion noch für Dienstag geplant. Die Beamten baten Zeugen um Hinweise.
Ex-Profifußballer für Vortäuschung von eigenem Tod verurteilt
Weil er wegen einer Lebensversicherung den eigenen Tod vorgetäuscht haben soll, hat das Landgericht Essen einen ehemaligen Profifußballer, der in der Jugend beim FC Schalke 04 spielte - unter anderem mit Manuel Neuer -, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sprach den Angeklagten und seine Ehefrau des besonders schweren Betrugs schuldig und verhängte jeweils Haftstrafen von drei Jahren und zehn Monaten, wie ein Gerichtssprecher sagte.
Von Til Erdenberger
Gefährdung der ISS: Russland bestätigt Abschuss von Satellit
Der deutsche Astronaut Matthias Maurer und seine Kollegen wurden gleich zweimal von der Internationalen Raumstation ISS evakuiert, weil Weltraumschrott ihr bedrohlich nahe kam. Die US-Regierung wirft Moskau vor, den Schrott mit dem Abschuss eines ausgedienten Satelliten verursacht zu haben. Damit habe es die Sicherheit von Raumfahrern auf der ISS gefährdet, lautet der Vorwurf. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte, das Militär habe am Montag "erfolgreich einen Test durchgeführt, infolge dessen der ausgediente Raumflugkörper 'Zelina-D' getroffen wurde". Groß ist nun die Sorge, dass die ISS in mehr als 400 Kilometern über der Erde von Resten des zerstörten Satelliten getroffen werden könnte.
Polizistinnen verurteilt, weil sie Kollegen bei Schusswechsel nicht geholfen haben
Nachdem sie ihren Kollegen während eines Schusswechsels nicht geholfen haben sollen, sind zwei Polizistinnen in Nordrhein-Westfalen zu jeweils einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Schwelm, das in Hagen tagte, sprach die 32 und 37 Jahre alten Beamtinnen der versuchten gefährlichen Körperverletzung im Amt durch Unterlassen schuldig, wie ein Gerichtssprecher sagte. Sie seien zum Eingreifen verpflichtet gewesen. Eine Entscheidung darüber, ob die beiden Angeklagten im Polizeidienst bleiben, traf das Gericht nicht.
Sollte das Urteil rechtskräftig werden, würden die Polizistinnen aber laut Gesetz ihren Beamtenstatus verlieren. Zwei Polizeibeamte hatten im Mai vergangenen Jahres in Gevelsberg bei einer Verkehrskontrolle einen Autofahrer überprüfen wollen. Der Fahrer verhielt sich zunächst kooperativ, holte jedoch später eine Waffe aus seinem Auto und schoss unvermittelt auf die beiden Polizisten, die das Feuer erwiderten. Insgesamt sollen laut Anklage 21 Schüsse abgegeben worden sein.
Tötung von Hund in China sorgt für Kritik an Corona-Politik
Die Tötung eines Hundes in Zusammenhang mit einer Corona-Maßnahme führt zu einem Aufschrei in sozialen Medien in China. Während eine Familie in China in Quarantäne war, ist ihr Hund äußerst brutal von Mitarbeitern der Gesundheitsbehörden getötet worden. Aufnahmen vom Vorgehen gegen das Haustier sorgten für einen Sturm der Entrüstung. Einige Nutzer stellten in dem Zusammenhang sogar die äußerst rigorose Corona-Politik der Regierung in Frage, was öffentlich eher selten vorkommt.
Die Besitzer des Hundes hatten in der vergangenen Woche die Anweisung bekommen, sich in ein Quarantäne-Hotel zu begeben. Zuvor war in ihrem Wohnkomplex in Shangrao im Zentrum des Landes ein Corona-Fall festgestellt worden - laut der äußerst strikten Null-Toleranz-Politik der Regierung müssen sich dann immer alle Bewohner sofort in Isolation begeben. Während die Familie in Quarantäne war, verschafften sich Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden Zutritt zu der Wohnung. Sie begründeten dies damit, dass sie die Wohnung desinfizieren wollten. Eine Überwachungskamera nahm dann aber auf, wie einer der in Ganzkörper-Schutzanzügen gekleideten Behördenmitarbeiter mit einem Brecheisen gegen den Kopf des Hundes schlägt und das Tier der Rasse Corgi tötet.
Messerangriff auf ICE: Polizei findet IS-Videos bei mutmaßlichem Täter
Nach dem schockierenden Messerangriff im ICE Passau-Hamburg gab es zunächst keinen Anhaltspunkt für einen islamistischen Hintergrund. Das hat sich nun geändert. Nun schließen die Ermittler einen islamistischen Hintergrund für die Tat nicht mehr aus. Bei dem Beschuldigten seien Propagandavideos der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gefunden worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft München am Dienstag mit. Außerdem deuteten unter anderem Inhalte auf dem Facebook-Account des 27-Jährigen in diese Richtung. Die Videos wurden den Angaben zufolge auf Datenträgern des Syrers gefunden. Unklar ist nach wie vor, ob eine extremistische Motivation bei der Tat tatsächlich eine Rolle gespielt hat. Der Mann hatte am 6. November in dem Zug, der zu dem Zeitpunkt zwischen Regensburg und Nürnberg unterwegs war, unvermittelt Mitreisende mit dem Messer angegriffen und vier Männer im Alter zwischen 26 und 60 Jahren teils schwer verletzt.
Drahtzieher des Anschlags auf Liverpooler Taxi soll Geflüchteter aus Nahem Osten sein
Nach der Explosion eines Taxis in Liverpool ist der mutmaßliche Drahtzieher eines offenbar vereitelten Anschlags identifiziert worden. Bei dem im Taxi getöteten Fahrgast handelte es sich Medienberichten zufolge um einen Flüchtling aus dem Nahen Osten, der zum Christentum konvertiert war. Vier zuvor festgenommene Männer kamen derweil wieder auf freien Fuß. Bei dem mutmaßlichen Attentäter handelt es sich den Berichten zufolge um den 32-jährigen Emad Al Swealmeen irakisch-syrischer Herkunft. Er soll unter psychischen Problemen gelitten haben. Nachdem er vor mehreren Jahren in Liverpool wegen eines Vorfalls mit einem Messer festgenommen worden sei, habe er sechs Monate in einer psychiatrischen Einrichtung verbracht. Wie mehrere Medien berichteten, wurden Asylanträge des Mannes wiederholt abgelehnt.
Hillary Clinton veröffentlicht Polit-Thriller mit autobiografischen Zügen
Hillary Rodham Clinton, einstige US-Außenministerin, ist unter die Romanautorinnen gegangen: Gemeinsam mit der Kanadierin Louise Penny, deren Krimireihe um Inspektor Gamache aus Montreal auch in Deutschland viele Fans gefunden hat, hat sie den Politthriller "State of Terror" veröffentlicht. Im Mittelpunkt der Handlung steht Ellen Adams, eine gerade zur US-Außenministerin ernannte frühere Medienunternehmerin, die man schnell als Selbstdarstellung Clintons identifiziert. Sie ist gerade erst dabei, sich in ihre neuen Aufgaben einzuarbeiten und mit ihren zumeist männlichen Kollegen um Kompetenzen zu streiten, als die Welt eine neue Bedrohung erlebt. In mehreren Großstädten explodieren Bomben, und aus abgefangenen Mitteilungen wird klar, dass der Verantwortliche dabei ist, sich Atomwaffen zu beschaffen. Die Außenministerin eilt rund um die Welt von einem Krisentreffen zum nächsten und muss immer wieder neue Überraschungen erleben
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
mein Kollege Max Perseke verabschiedet sich in den verdienten Feierabend. Von nun an begleite ich Sie durch den Nachmittag. Mein Name ist Lea Verstl. Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie mir gerne: dertag@ntv.de.
Frau und Kind in Kölner Gewässern tot gefunden - Verdächtiger gefasst
Kurz nacheinander sind in einem Kölner Hafen und im Rhein eine Frauenleiche und ein totes Kind entdeckt worden. Am Montag war im Hafen im Stadtteil Niehl die Leiche einer 24-Jährigen gefunden worden. Am Dienstagmorgen hätten Spaziergänger dann den leblosen Kinderkörper im Stadtteil Worringen an Land gezogen, teilte die Polizei mit. Es werde geprüft, ob es sich um den Sohn der Frau handele. Der Vierjährige galt als vermisst.
Im Fall der toten Frau sei am Dienstag ein 24 Jahre alter Verdächtiger festgenommen worden. Bei dem Mann soll es sich den Angaben nach um einen ehemaligen Freund der toten Kölnerin handeln. Die Frau sei mittlerweile identifiziert. Die Mordkommission geht von einem Tötungsdelikt aus.
Polizist an Grenze zu Belarus mit Schädelbruch - Lawrow spricht von Schüssen
Bei den Zusammenstößen zwischen polnischen Sicherheitskräften und Flüchtlingen an der Grenze zu Belarus ist ein Polizist schwer verletzt worden. Der Beamte erlitt einen Schädelbruch, wie die polnische Polizei im Onlinedienst Twitter mitteilte. Die Sicherheitskräfte setzten nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Warschau Tränengas gegen die Flüchtlinge ein, die nach Polen und damit in die EU gelangen wollen. Aus der Menge der Flüchtlinge heraus wurden demnach Steine geworfen.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete das Vorgehen der polnischen Sicherheitskräfte gegen die Flüchtlinge als "absolut inakzeptabel". Die polnischen Sicherheitskräfte sollen laut Lawrow nicht nur Tränengas, sondern auch einen Wasserwerfer eingesetzt und "Schüsse über die Köpfe von Migranten hinweg in Richtung Belarus abgefeuert" haben.
Ab Samstag kein Zutritt für Ungeimpfte in Hamburger Bars, Clubs und Restaurants
Wegen der rasant steigenden Corona-Fälle in Hamburg dürfen Ungeimpfte ab Samstag unter anderem Restaurants, Bars und Clubs nicht mehr betreten. Der rot-grüne Senat streicht am heutigen Dienstag für etliche Bereiche das 3G-Modell und macht stattdessen das 2G-Modell zur Pflicht. Beim 2G-Modell dürfen nur Geimpfte und Genesene eingelassen werden, beim 3G-Modell auch Ungeimpfte, sofern sie einen negativen Corona-Test vorlegen.
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Johnson vergleicht Kleinkinder mit Biowaffen
Zum Bankett des Londoner Bürgermeisters ist selbstredend auch Boris Johnson geladen. Der Premierminister soll, offenbar gesundheitlich etwas angeschlagen, eine Rede halten. Seine Entschuldigung im Vorfeld erntet eine Menge Lacher im Saal.
Australische Familie sitzt tagelang in der Wüste fest
"Quality time" - als Familie mal wieder mehr Zeit verbringen. Das nehmen sich viele vor. Eine australische Familie wurde dazu kürzlich sozusagen verdonnert, als sie mit ihrem Campingwagen steckenblieb. Zwar konnten die Eltern, die mit ihren zwei kleinen Kindern unterwegs waren, einen Notruf samt Koordinaten absetzen. Vier Tage und Nächte lang saßen sie dann aber noch in der Wüste fest - erst dann konnte der Hubschrauber zu ihnen vordringen. Davor verhinderten Stürme und Überschwemmungen tagelang alle Versuche, zu den vier Eingeschlossenen zu gelangen. Einsatzkräfte konnten lediglich ein Satellitentelefon, Nahrungsmittel und Wasser aus der Luft herablassen.
Antrag mit Augenbinde auf Adeles Bühne
Wenn es gut läuft, macht man nur einen Hochzeitsantrag im Leben. Und wenn es richtig gut läuft, sieht er so aus wie dieser Gänsehaut-Antrag auf einem Adele-Konzert vor Zehntausenden Menschen.
Mord an haitianischem Präsidenten: Verdächtiger in Istanbul gefasst
Das klingt fast wie in einem Agententhriller: Gut vier Monate nach dem Mord an Haitis Präsident Jovenel Moïse ist nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu ein Verdächtiger in Istanbul festgenommen worden. Der Festgenommene sei von Interpol gesucht und am Flughafen der türkischen Metropole gefasst worden, berichtete Anadolu. Er sei auf dem Weg von den USA nach Jordanien gewesen und via Istanbul gereist. Über die genauen Vorwürfe wurde zunächst nichts bekannt gegeben. Der 53 Jahre alte Staatschef Moïse war in der Nacht zum 7. Juli in seiner Residenz von einer schwerbewaffneten Kommandotruppe, die sich als Agenten der US-Anti-Drogenbehörde DEA ausgaben, überfallen und erschossen worden. Seine Ehefrau wurde dabei angeschossen, überlebte aber schwer verletzt. Die meisten der Täter wurden als Kolumbianer identifiziert, teils vermutlich Ex-Soldaten.
Bundesnetzagentur setzt Zertifizierung für Nord Stream 2 vorerst aus
Die Bundesnetzagentur setzt ihr Verfahren zur Freigabe des Gastransports durch die Gaspipeline Nord Stream 2 vorläufig aus. Zunächst müsse die Betreiberfirma nach deutschem Recht organisiert werden, teilte die Behörde heute mit.
Kampfsportler Khabib Nurmagomedov teilt Urlaubsimpression aus Mekka
Wir alle kennen ihn als den Bezwinger von Conor McGregor und seitdem als eine der größten Legenden im UFC-Kampfsportuniversum: Kampfsportler Khabib Nurmagomedov. Weniger bekannt ist, dass der Russe auch ein praktizierender Muslim ist. Nun teilt er in einem Twitter-Beitrag eine Urlaubsimpression aus Mekka. Offensichtlich befand sich Nurmagomedov auf der kleinen Pilgerreise Umra, die entgegen der Hadsch jederzeit im Jahr durchgeführt werden kann. "Mein Urlaub fand in Mekka statt", schreibt Nurmagomedov, der auf dem Bild eine Maske trägt. Er ist ja nur einer von zahlreichen Betenden, die sich um die Kaaba versammelt haben. Da das Beten auch weniger Sauerstoff als ein Fight gegen McGregor erfordert, wird das kein Problem sein...
Taxi-Explosion in Liverpool: Verdächtige wieder auf freiem Fuß
Vier Männer, die im Zusammenhang mit der tödlichen Explosion eines Taxis in Liverpool festgenommen wurden, sind wieder auf freiem Fuß. Das teilte die Anti-Terror-Einheit der britischen Polizei mit. Unterdessen wurden weitere Details zu dem Fahrgast des Taxis bekannt, der bei dem Vorfall am Sonntagvormittag ums Leben gekommen war. Es handelt sich um einen 32-Jährigen namens Emad Al S., wie die Polizei mitteilte. Der BBC zufolge war der Mann ein 32 Jahre alter Asylbewerber aus dem Nahen Osten, mittlerweile zum Christentum konvertiert. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann den Sprengsatz, der nach der Taxifahrt zu einer Frauenklinik explodierte, selbst bei sich trug. Über das Motiv und das eigentliche Ziel des anscheinend misslungenen Anschlags war zunächst nichts bekannt.
EuGH: Weiterer Teil der polnischen Justizreform verstößt gegen EU-Recht
Der Europäische Gerichtshof hat erneut eine Regelung im aktuellen polnischen Justizsystem für unzulässig erklärt. Die EuGH-Richter urteilten heute, dass es gegen EU-Recht verstoße, dass der Justizminister, der gleichzeitig Generalstaatsanwalt ist, Richter an höhere Strafgerichte abordnen und eine solche Abordnung jederzeit beenden könne.
Großbrand in Bochum zwingt Feuerwehr zur Nachtschicht
Ein Großbrand hält die Bochumer Feuerwehrleute in der Nacht auf Trab. Den Flammen einer brennenden Lagerhalle ist nur mit viel Mühe beizukommen. Zwischenzeitlich wirkt sich das Feuer auch auf den Verkehr in der Umgebung aus.
Draisine rast über Athens Gleise - Arbeiter springt ab und stirbt
Bei einem Unfall mit einer Wartungs-Draisine auf der viel befahrenen Athener Stadtbahn 1 ist ein Arbeiter ums Leben gekommen. Zwei weitere Arbeiter wurden verletzt, wie der Chef der Athener Bahnen, Nikos Chairetas, im griechischen Staatsfernsehen mitteilte. Das Unglück ereignete sich, als die Bremsen der Draisine, die in der Nacht Wartungsarbeiten durchführte, versagten. Das Fahrzeug raste unkontrolliert mehrere Kilometer weit. Schließlich setzten die Techniker einen anderen Zug auf demselben Gleis ein, um die Irrfahrt zu stoppen. Dabei kam es zu einem kontrollierten, aber heftigen Zusammenstoß. Das Opfer soll kurz vor diesem Zusammenprall von der Draisine abgesprungen sein. Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet, hieß es im Bericht des Staatsfernsehens weiter.
Wie George Clooneys Familienwunsch (spät) geboren wurde
Hollywood-Star George Clooney wollte nach eigenen Worten nie eine eigene Familie, bevor er seine heutige Ehefrau Amal Alamuddin traf. "Ich wollte nicht heiraten. Ich wollte keine Kinder", erzählt der 60-jährige Schauspieler, der erst seit 2017 Vater von Zwillingen ist, im Podcast "WTF with Marc Maron". "Von dem Moment an, als ich sie traf, wusste ich, dass alles anders werden würde." Etwa ein Jahr nach ihrer Hochzeit 2014 hätten sie gemeinsam entschieden, dass sie Kinder haben wollten, erzählt Clooney weiter. "Wir waren bei einem Freund zu Hause und dort war ein furchtbar lautes und anstrengendes Kind. Da sind wir draußen spazieren gegangen", berichtete er. Sie hätten darüber gesprochen, wie viel Glück sie im Leben und miteinander hätten. "Sie sagte: Scheint so, als sollten wir dieses Glück mit anderen teilen." Der Moment sei für ihn sehr emotional gewesen.
Enissa Amani: "Gegen mich ist ein Haftbefehl ausgestellt"
Der Entertainerin Enissa Amani droht eigenen Angaben zufolge eine Freiheitsstrafe von 40 Tagen wegen der Beleidigung eines AfD-Politikers. Auf Twitter zeigt sie sich empört darüber, dass der bayerische Landtagsabgeordnete Andreas Winhart für seine nach ihrer Einschätzung klar rassistischen Aussagen rechtlich nicht belangt wurde, sie nun für ihre Beleidigungen ihrerseits in Richtung Winhart eine Geldstrafe von 1800 Euro zahlen solle. Deswegen wolle sie nicht zahlen und lieber den Freiheitsentzug wählen. Ihre Community fragt sie in dem mehrere Beiträge zählenden Thread um Rat: "Seid ihr der Meinung zahlen und egal und die Sache sei nicht so gross, oder seht ihr es wie ich."
Ins Rollen gekommen war die Auseinandersetzung zwischen Amani und Winhart nach einer Wahlkampfveranstaltung des AfD-Politikers vor einigen Jahren. "Wenn mich in der Nachbarschaft ein N**** (...) anhustet, dann muss ich wissen, ist er krank oder ist er nicht krank", hatte Winhart gesagt. Wer in Zukunft nicht wolle, dass Albaner und Kosovaren als Pflegekräfte ins Haus kämen und dann die Bude ausräumten, müsse AfD wählen. Amani hatte ihn daraufhin in den sozialen Medien beschimpft und ihm gar einen beleidigenden Song gewidmet.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
ob die Ampel-Parteien sich auf eine Impfpflicht in Einrichtungen wie Pflegeheimen einigen werden, ist weiter unklar. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz befürwortet nun eine Debatte darüber. Wenn man eine Debatte befürwortet, heißt das in der Politik meist: Man ist sich nicht sicher, wie man selbst zu der Sache stehen soll. Die Frage bleibt also spannend, mit welchen Maßnahmen Deutschland sich auf den Winter zubewegen wird.
Was steht heute sonst an:
Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz will um 15 Uhr einen Teil des Teams vorstellen, mit dem er im Fall seiner Wahl zum Parteichef die CDU neu aufstellen will.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) spricht um 9.30 Uhr ein weiteres Urteil zu den umstrittenen Justizreformen in Polen. Konkret geht es diesmal um die Frage, ob die Befugnisse des polnischen Justizministers gegen EU-Recht verstoßen.
Tennis-Olympiasieger Alexander Zverev kämpft um 14 Uhr in Turin um den vorzeitigen Halbfinaleinzug beim Saisonabschlussturnier. Der 24 Jahre alte Hamburger steht in seinem zweiten Vorrundenspiel gegen den US-Open-Gewinner Daniil Medwedew allerdings vor einer schwierigen Aufgabe.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag. Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie gerne eine E-Mail an maximilian.perseke@nama.de.
Nach Missbrauchsskandal in Würzburg: 53 Verdächtige ermittelt
Mehr als zweieinhalb Jahre nach einem Missbrauchsskandal um einen Logopäden in Würzburg hat die Polizei 53 Verdächtige ermittelt. "Die Tatvorwürfe lauten in allen Fällen auf Besitz oder Verbreitung kinderpornografischer Inhalte", erläuterte Oberstaatsanwalt Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime Bayern. Im März 2019 hatte die Polizei zunächst den Würzburger Logopäden festgenommen. Der Mann hatte sich jahrelang an körperlich und/oder geistig behinderten Jungen sexuell vergangen - etwa bei seiner Arbeit in Kitas und in seiner Praxis.
Der Sprachtherapeut hatte die Übergriffe auf die Kinder teilweise gefilmt und die Missbrauchsvideos online verbreitet, so kamen ihm die Ermittler auf die Schliche. In seiner Wohnung stellten Polizisten knapp 23.000 Dateien mit Missbrauchsinhalten sicher. Unter anderem über diese Daten gelang es den Ermittlern, weitere Verdächtige zu identifizieren. Etliche von ihnen leben im Ausland. Solche Verfahren wurden an die dortigen Staatsanwaltschaften abgegeben, etwa in die Schweiz, nach Österreich, Frankreich, Belgien und Italien.
Ex-Präsident Lula will Scholz in brasilianischen Regenwald einladen
Der frühere brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat Deutschland zu einem stärkeren Engagement gegen die Zerstörung des Regenwalds in Amazonien aufgerufen. Der Linke Lula will 2022 den für eine großflächige Vernichtung des Tropenwaldes stehenden Rechtspopulisten Jair Bolsonaro als Staatspräsidenten ablösen - und dann auch bald Besuch aus Deutschland empfangen. "Wenn ich Präsident werde, möchte ich Olaf Scholz, der ja bald Euer nächster Bundeskanzler sein wird, einladen in das Amazonasgebiet, um vor Ort über den Schutz des Regenwalds zu beraten", sagte Lula dem Berliner "Tagesspiegel".
US-Behörde: Wärmster Oktober der nördlichen Hemisphäre seit Aufzeichnungsbeginn
Können wir uns in Zukunft im Herbst noch "kalt anziehen"? Daten der US-Klimabehörde NOAA weisen darauf hin. Der vergangene Monat war nach Messungen demnach auf der nördlichen Erdhalbkugel der wärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1880. Die Durchschnittstemperatur über den Landflächen der nördlichen Hemisphäre hätten die des Oktobers 2019 - des bisherigen Rekordhalters - um 0,11 Grad Celsius überschritten, teilte die NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) mit. Weltweit sei es der viertwärmste Oktober seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen, hieß es von der NOAA. Die Durchschnittstemperatur über Land- und Ozeanflächen habe um 0,89 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts von 14 Grad gelegen.