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"Habe Problem selbst geschaffen"Armie Hammer blickt auf seinen Absturz zurück

17.06.2026, 13:32 Uhr
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"Ich habe nicht getan, was die Leute behaupten", beteuert Armie Hammer. (Foto: picture alliance / zz/John Nacion/STAR MAX/IPx)

Armie Hammer galt als einer der vielversprechendsten Schauspieler seiner Generation. Bis er 2021 nach schweren Vorwürfen Karriere, Ansehen und berufliche Kontakte verlor. Nun spricht der Schauspieler erstmals ausführlich über die Folgen des Skandals.

Fünf Jahre lang war Armie Hammer praktisch aus Hollywood verschwunden. Nach Missbrauchs- und Kannibalismusvorwürfen, einem öffentlichen Skandal und dem Verlust seiner Karriere galt der Schauspieler als verbrannt. Nun spricht der 39-Jährige erstmals ausführlich über diese Zeit - und darüber, wie ausgerechnet ein Anruf aus Deutschland seine Rückkehr vor die Kamera ermöglichte.

Noch vor wenigen Jahren gehörte Hammer zu den gefragtesten Schauspielern seiner Generation. Der Durchbruch gelang ihm mit David Finchers "The Social Network", in dem er die Winklevoss-Zwillinge spielte. Es folgten Hauptrollen in Filmen wie "Lone Ranger" und "Codename U.N.C.L.E.". Für seine Rolle in "Call Me by Your Name" erhielt er eine Golden-Globe-Nominierung. Auch sein Familienname öffnete Türen: Hammer ist Urenkel des Industriellen Armand Hammer, dessen Name in Los Angeles bis heute an mehreren Gebäuden zu finden ist.

Dann kam 2021 der Absturz. Mehrere Frauen erhoben Vorwürfe psychischer und sexueller Gewalt gegen den Schauspieler. Eine ehemalige Affäre beschuldigte ihn zudem der Vergewaltigung. Hammer bestritt die Anschuldigungen. Die Ermittlungen der Polizei von Los Angeles wurden später ohne Anklage beendet. Gleichzeitig sorgten veröffentlichte Nachrichten an Frauen für Schlagzeilen, in denen der Schauspieler Kannibalismus-Fantasien beschrieb. Gegenüber Piers Morgan erklärte Hammer 2024, die Nachrichten seien Teil eines verbalen Fetisch-Rollenspiels gewesen. Zugleich räumte er ein, seine damalige Ehefrau Elizabeth Chambers wiederholt mit zahlreichen Frauen betrogen zu haben.

"Das ist mir nicht durch einen dummen Zufall passiert"

Im Gespräch mit der Fachzeitschrift "The Hollywood Reporter" blickt Hammer nun auf die vergangenen Jahre zurück und macht deutlich, dass er die Verantwortung für viele Entwicklungen bei sich selbst sehe. "Ich habe mir diese Probleme selbst geschaffen", sagt er. Beruflich hatte der Skandal drastische Folgen. Seine Agentur und seine PR-Beraterin trennten sich von ihm, neue Rollenangebote blieben aus. Nach eigenen Angaben erhielt er fünf Jahre lang keinen einzigen Job. Zeitweise lebte er in einer kleinen Wohnung in Venice Beach und war auf die finanzielle Hilfe eines Freundes angewiesen. Später zog er auf die Cayman Islands, wo er sich um seinen schwer kranken Vater kümmerte.

Die Wende kam überraschend aus Deutschland. Regisseur Uwe Boll bot ihm eine Rolle in dem Film "Citizen Vigilante" an - das erste Angebot seit Jahren. "Ich glaube, ich habe geweint", erinnert sich Hammer. "Ich hätte auch einen verdammten Katzenfutter-Werbespot gemacht. Ich wollte einfach wieder arbeiten." Inzwischen hat der Schauspieler mehrere weitere Independent-Produktionen abgeschlossen, darunter den Western "Frontier Crucible" und den Thriller "Night Driver". Anders als früher arbeitet er dabei ohne Agenten, Manager oder PR-Team.

Hammer betont im Interview, dass er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weiterhin zurückweist. Gleichzeitig erkennt er eigene Fehler an. "Das ist mir nicht durch einen dummen Zufall passiert", sagt er. "Ich habe nicht getan, was die Leute behaupten. Aber ich habe sehr gefährliche Menschen in mein Leben gelassen und Leute in meinem Umfeld verärgert - und jetzt sind wir hier."

Seinen Versuch, wieder in der Branche Fuß zu fassen, vergleicht er mit einer scheinbar endlosen Aufgabe: "Es ist wie bei Sisyphos, der den Felsen den Berg hochrollt - nur dass mein Felsen mit Vaseline eingeschmiert ist." Bereuen wolle er die vergangenen Jahre dennoch nicht. Rückblickend sei sein damaliger Lebensstil alles andere als gesund gewesen. "Gesunde Menschen verhalten sich nicht so, wie ich mich verhalten habe."

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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