Unterhaltung

Mit gefälschten Beweisen BBC-Reporter soll Diana manipuliert haben

93566081.jpg

Die verstorbene "Königin der Herzen" soll mit Fälschungen unter Druck gesetzt worden sein.

(Foto: picture alliance / Paul Vicente/)

Dianas berühmte Abrechnung mit den Royals könnte auch nach 25 Jahren noch für einen Skandal gut sein. Die verantwortliche BBC steht derzeit stark unter Beschuss. Um die Prinzessin zum Reden zu ermutigen, soll der Sender zu fragwürdigen Mitteln gegriffen haben.

Das bekannte Interview, das Prinzessin Diana (1961-1997) im Jahr 1995 dem BBC-Journalisten Martin Bashir gegeben hat, steht weiter in der Kritik. So offen wie noch kein anderer Royal vor ihr, sprach die Prinzessin von Wales damals unter anderem über ihren damaligen Ehemann Prinz Charles, ihre Bulimie, ihre Affäre mit James Hewitt und ihre Rivalin Camilla Parker Bowles. Das Gespräch galt als "Scoop des Jahrhunderts". Doch nun muss sich die BBC erneut aus unerfreulichen Gründen mit den Hintergründen auseinandersetzen, die diesen Scoop ermöglicht haben sollen, wie die "New York Times" berichtet.

Eine "umfassende unabhängige Untersuchung" soll der US-Zeitung nach klären, wie es zu dem Interview gekommen ist. In einer neuen Dokumentation des britischen Senders ITV wurde erneut der Vorwurf aufgeworfen, Bashir hätte sich das Gespräch durch gefälschte Dokumente erschlichen. In der zweiteiligen Doku kommt auch erstmals Matt Wiessler, der damalige Grafikdesigner der BBC, zu Wort, der ebenfalls in die Sache verwickelt gewesen war.

Angeblicher "Sündenbock" verlor seinen Job

Mehr zum Thema

Demnach hatte Bashir ihn gebeten, Kontoauszüge zu "erstellen". Diese sollten nahelegen, dass Mitarbeiter der königlichen Familie Geschichten über Diana verkauft und ihre Observation veranlasst hätten - und als Druckmittel auf Prinzessin Diana dienen. Wiessler wusste davon angeblich nichts - er behauptet, ihm sei gesagt worden, dass die gefälschten Kontoauszüge nur als Requisiten verwendet werden würden. Allerdings verlor er als einziger danach seinen Job, wie interne Dokumente offenbaren sollen. Seiner Meinung nach musste er "als Sündenbock" herhalten.

Laut Charles Spencer, dem jüngeren Bruder Lady Dis, waren die gefälschten Dokumente der einzige Grund dafür, dass er Bashir seiner Schwester vorgestellt hatte. Er fordert von der BBC eine posthume Entschuldigung und die Spende eines Teils der Gewinne, die mit dem Interview generiert wurden, an einen guten Zweck. Der Vorfall war 1996 bereits untersucht worden. Bashir war damals von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen worden, da er die gefälschten Dokumente nicht in dem Interview verwendet hatte. Der Journalist selbst kann sich aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht zu der Sache äußern.

Quelle: ntv.de, lri/spot