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VIP VIP, Hurra!Bonnie Tyler, Camerons Kids und überall KI

08.05.2026, 17:06 Uhr Bildschirmfoto 2026-02-21 um 21.32.44Die Promikolumne von Verena Maria Dittrich
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Musste operiert werden und liegt im Koma: Rock-Legende Bonnie Tyler (Foto: picture alliance / 711/QUILEZ/CORDONPRESS / Cordon Press)

Große Sorge um Bonnie Tyler, Cameron Diaz bekommt ihr drittes Kind - und über allem schwebt diese seltsame KI-Angst. Während vieles immer künstlicher wirkt, fragt man sich auch hierzulande, welche Jobs überhaupt noch sicher sind. Vielleicht hätten wir damals doch alle lieber Beamte werden sollen?

"Ach, Gottchen, du studierst Literatur und Kunst? Und kann man damit nach dem Studium auch Geld verdienen? Naja, du kannst ja immer noch Taxifahrer werden." Sprüche wie diese musste ich mir in meinem Studium öfter anhören, und ich glaube, die kennt jeder aus dem Bereich der Geisteswissenschaften. In der Familie hieß es dann auch manchmal: Ja, blöd, dass du in Mathe ’ne Fünf hattest, sonst könntest du in Richtung Psychologie gehen, am allerbesten wäre aber natürlich BWL. Das ist krisensicher, da muss man sich nie Sorgen machen, keinen Job zu kriegen. Nun, ich war zwar seitdem oft mit dem Taxi unterwegs, aber immer nur als Fahrgast.

Achtung, lieber Leser, ich warne Sie lieber schon mal vor, denn die heutige Ausgabe meiner Promikolumne hat etwas Endzeitliches. Ich hoffe dennoch, Ihr Glas ist nach wie vor halb voll. Früher hieß es immer: "Mach bloß nichts Künstlerisches", aber da rechneten natürlich die wenigsten mit einer künstlichen Intelligenz zu Lebzeiten. Heute ist es aber eben genau diese KI, die ausgerechnet die vermeintlich sicheren Eliteberufe zuerst auffrisst. Machen wir uns nichts vor: Der deutsche Leistungsmythos gerät zunehmend ins Wanken.

Neulich erzählte mir meine Cousine am Telefon, ihr Chef würde inzwischen ernsthaft versuchen, ehemalige Mitarbeiter zurückzuholen, weil sich kaum noch junge Leute in ihrer Branche bewerben würden. Die werden lieber Influencer, sagte sie fast schon verständnisvoll dafür, dass die junge Generation heute eben anders tickt als jene, die noch mit Sprüchen aufgewachsen sind wie: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Und während sie von der Verzweiflung des Bosses erzählte, dachte ich: Tja, die Stufen der Karriereleiter, die man jahrzehntelang wie den heiligen Gral verkauft hat, knarzen inzwischen überall.

Zukunftsflüsterer in Zeiten von KI-Panik

Früher galt der Betriebswirt als absolut krisensicher. Heute rechnet irgendwo ein Algorithmus und baut in zwölf Sekunden eine Präsentation zusammen, für die man vorher Tage brauchte. Und während also alle hektisch darüber diskutieren, welche Berufe verschwinden und ob man in Zukunft überhaupt noch Menschen braucht oder nur noch Menschen, die Maschinen kontrollieren, wirkt ausgerechnet Alexander Dobrindt wie ein kleiner Zukunftsflüsterer. Unser Innenminister hat nämlich einen Gesetzentwurf zur Reform der Beamtenbesoldung vorgelegt. Und der klingt in Zeiten von KI-Panik, Fachkräftemangel und Zukunftsangst fast wie ein kleines Träumchen: mehr Kohle, sichere Pensionen, feste Strukturen.

Während sich also ganze Berufsfelder durch ChatGPT & Co. massiv verändern beziehungsweise wegfallen, wirkt der öffentliche Dienst geradezu verführerisch. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, selbstverständlich gibt es engagierte Beamte, wahrscheinlich sogar sehr viele, und ohne sie würde hier vermutlich endgültig alles kollabieren, aber der öffentliche Dienst besitzt eben trotzdem diese fast rührende Aura einer Parallelwelt, in der die Zeit deutlich langsamer zu vergehen scheint.

Meine unentgeltliche Berufsberatung für die Jugend: Werdet Beamter oder berühmt. Am besten beides. Wobei man bei letzterem Jobwunsch fairerweise sagen muss, dass die Einstiegshürden mittlerweile auch hier erstaunlich niedrig liegen. Man braucht heute bekanntlich nicht einmal mehr Talent. Manchmal reicht schon eine möglichst dramatisch erzählte Leidensgeschichte oder einfach die Fähigkeit, auf Knopfdruck in die Kamera zu heulen, um als öffentliche Persönlichkeit durchzugehen.

Große Sorge um Bonnie und Neues von Diaz

Aber es gibt sie natürlich noch: die echten Promis und Stars. Rock-Legende Bonnie Tyler musste in dieser Woche nach tagelangen Schmerzen notoperiert werden. Berichten zufolge liegt die 74-jährige Sängerin derzeit in einer Klinik im portugiesischen Faro. Ihr Zustand soll sich nach dem Eingriff verschlechtert haben. Es heißt, sie liege aktuell sogar im künstlichen Koma.

Mit Songs wie "Total Eclipse of the Heart" und "It’s A Heartache" wurde sie weltberühmt, ihre Reibeisenstimme gehört zu den unverwechselbaren Stimmen der Achtziger. Aber hinter all den Hymnen und der Bühnenfigur steht eben auch ein älter werdender Mensch. Und dann kommt das nächste KI-Programm, das genau solche Stimmen künstlich nachbaut. Wir können inzwischen fast alles kopieren, aber eben noch immer keinen echten Menschen. Noch vor wenigen Tagen war geplant, dass Bonnie Tyler bald wieder auf europäischen Bühnen steht. Inzwischen ist offen, ob die geplanten Auftritte überhaupt stattfinden können. In den sozialen Netzwerken sorgen sich derzeit Tausende Fans um die Sängerin und senden ihr Genesungswünsche aus aller Welt.

Auch Cameron Diaz machte in dieser Woche von sich reden. Die 53-Jährige ist zum dritten Mal Mutter geworden. Bereits ihre erste Tochter Raddix Wildflower soll die Schauspielerin mithilfe einer Leihmutter bekommen haben. Auch ihre beiden Söhne Cardinal und der erst vor wenigen Tagen geborene Nautas sollen durch eine Leihschwangerschaft zur Welt gekommen sein.

Natürlich kann jeder leben, wie er möchte. Dennoch spüre ich bei solchen Meldungen immer ein Unbehagen, weil Schwangerschaften inzwischen teilweise wie ausgelagerte Dienstleistungen behandelt werden. Man muss das nicht komplett verdammen, aber ein bisschen dystopisch fühlt es sich trotzdem an.

Parallel dazu liefern sich Blake Lively und Justin Baldoni Teil 105 ihrer vollkommen erschöpfenden Hollywood-Schlammschlacht, bei der vermutlich niemand mehr genau weiß, wer jetzt wen beleidigt, verletzt oder zuerst verklagt haben soll. Alles wird öffentlich breitgetreten und moralisch aufgeladen und natürlich auch sofort wieder zur ultimativen gesellschaftlichen Debatte hochgejazzt. Die Sache ist nur die: Nächste Woche interessiert nur noch das nächste Drama. Ich frage mich ja manchmal, was das für ein Lebensgefühl unserer Zeit sein soll, wenn alles immer aufgeblasener und künstlicher wird, während gleichzeitig die Sehnsucht nach Echtem immer mehr wächst. Und natürlich auch nach einem Job, der nicht schon bald automatisiert wird.

Und vielleicht sitzt deshalb gerade irgendwo ein Literaturstudent und denkt sich leise, dass es am Ende womöglich gar nicht die schlechteste Idee war, doch nicht BWL studiert zu haben.

Quelle: ntv.de

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