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Lachnummer wird Oscar-AnwärterBryan Cranston startet im Alter durch

07.03.2016, 16:44 Uhr
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In "Trumbo" spielt Bryan Cranston die Hauptrolle. (Foto: Paramount Pictures/dpa)

Mit seinem komödiantischen Talent erlangt Bryan Cranston in "Malcom mittendrin" Popularität. In der Mitte seines Lebens gelingt ihm dann der Absprung. Seine Rolle in "Breaking Bad" verschafft ihm ernsthafte Rollen - inklusive Oscar-Nominierung.

Wer hätte Anfang des neuen Jahrtausends gedacht, dass der hyperaktive und trottelige Vater Hal aus der Sitcom "Malcom mittendrin" eines Tages zum Oscar-Anwärter aufsteigen würde? Zwar schnappte ihm Leonardo DiCaprio den Goldjungen bei den diesjährigen Oscars letztendlich weg. Für Schauspieler Bryan Cranston muss sich der kometenhafte Aufstieg in die Riege der Topstars von Hollywood dennoch wie ein Traum anfühlen. Nun erreicht der Mime den nächsten Meilenstein: seinen 60. Geburtstag.

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Beinahe hätte es mit dem Oscar geklappt. Stattdessen gibt es einen Plausch mit Cate Blanchett. (Foto: REUTERS)

Andere Schauspieler brauchten lange, ehe sie ihre Bestimmung vor der Kamera entdeckten. Cranston wusste dagegen sofort, wo seine Zukunft lag und begann nach dem College seine Schauspielkarriere an verschiedenen Theatern. An ein ordentliches Einkommen war damit aber nicht zu denken, also verdiente er sich nebenbei etwas dazu. So synchronisierte er etwa japanische Anime-Serien und machte sich als Synchronsprecher - unter anderen für die Cartoon-Serie "American Dad" - einen Namen.

Den ersten Job als Schauspieler bekam er mit 24 Jahren im Fernsehfilm "To Race the Wind". Wo andere schnell den Sprung vom TV- zum Kino-Darsteller schafften, verbrachte Cranston eine halbe Ewigkeit als Fernsehschauspieler. Fast 20 Jahre lang kam er nicht über vereinzelte Serien-Auftritte und Fernsehfilme hinaus, musste sein Talent ein ums andere Mal unter Wert verkaufen.

Zum ewigen Komödianten verdammt

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Seine Paraderolle an der Seite von Aaron Paul in "Breaking Bad". (Foto: Twitter/BreakingBad_AMC)

Das änderte sich nur bedingt 1998, als er in Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan" eine kleine Rolle ergatterte. Cranston schien in der Folgezeit den Part als Randfigur, bestenfalls Sidekick gepachtet zu haben, etwa in "Little Miss Sunshine" oder "Contagion". Bei Letzterem war der gebürtige Kalifornier zudem schon 55 Jahre alt. Welcher Schauspieler, lässt man den ebenfalls spät erfolgreichen Morgan Freeman außen vor, schaffte in diesem Alter noch den ganz großen Wurf in Hollywood?

Dass er es lange Zeit schwer in Hollywood hatte, könnte ausgerechnet an seinem bis dahin größten Erfolg gelegen haben. Denn den verplanten Vater Hal in der Kult-Serie "Malcom mittendrin" mimte er von 2000 bis 2006 derart überzeugend, dass an ein Engagement für eine ernste Produktion zumindest aus Sicht der Verantwortlichen anscheinend nicht zu denken war. Wie man sich doch täuschen kann.

Wende dank "Breaking Bad"

Wohl täglich dankt Cranston dem Fernsehproduzenten und Regisseur Vince Gilligan. Schließlich war es der "Breaking Bad"-Erfinder, der Cranstons Talent für die Tragik erkannte und ihn zur Hauptfigur einer Serie machte, die Geschichte schreiben sollte. Die Story über den krebskranken Chemielehrer Walter White, der über fünf Staffeln zum Drogenbaron aufsteigt und für das Wohl seiner Familie über Leichen geht, war wie für Cranston gemacht. Und siehe da: Plötzlich merkte man auch in Hollywood, dass er für Hauptrollen tauglich ist.

Auf Anhieb sollte das allerdings nicht klappen. Im Monster-Film "Godzilla" durfte sich Cranston 2014 zwar als tragende Figur zu Beginn des Streifens beweisen, doch nicht einmal sein solides Spiel konnte die vielen Unzulänglichkeiten des Remakes kaschieren. Ganz anders im Oscar-nominierten Streifen "Trumbo" nur ein Jahr später. Cranston bekam endlich seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm und dankte es den Verantwortlichen prompt mit einer derart eindringlichen Leistung, die für viele Kritiker preisverdächtig war.

Möglicherweise hätte Bryan Cranston seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm mit 59 Jahren gleich vergolden können, hätte einer der Oscar-Anwärter in diesem Jahr nicht Leonardo DiCaprio geheißen. Aber was jahrelang für DiCaprio galt, gilt natürlich auch für Cranston: Die nächste Chance kommt bestimmt.

Quelle: ntv.de, lsc/spot

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