Zoff um Interview auf EnglischCem Özdemirs Frau hat Verständnis für Sprach-Anfeindungen

Auf einer Landesgartenschau gibt Flavia Zaka ein Interview. Anschließend regen sich in den sozialen Medien einzelne Nutzer auf - nicht über den Inhalt: Die gebürtige Albanerin und Kanadierin spricht Englisch, nicht wie Ehemann Cem Özdemir Schwäbisch.
Die Frau von Baden-Württembergs Regierungschef Cem Özdemir, Flavia Zaka, hat mit Verständnis auf die Aufregung nach einem Interview auf Englisch reagiert. "Ich kann verstehen, dass viele Menschen denken, dass ich Deutsch sprechen sollte", sagte sie der "Schwäbischen Zeitung". In den sozialen Medien hatten sich Menschen darüber empört, dass sie auf Englisch geantwortet hatte.
"Natürlich möchten diejenigen, für die Schwäbisch ihre vertrauteste Sprache ist, diese Sprache gepflegt, geschützt und von Menschen in repräsentativen Positionen vertreten sehen", sagte Zaka. Es gebe regelmäßig Aufregung darüber, dass sie in Interviews kein Deutsch spreche, obwohl sie die Sprache gut beherrsche.
Sie wisse, "wie es sich anfühlt, wenn man nicht das Gefühl hat, dass die eigene Sprache mit Stolz getragen und repräsentiert wird", führt die 40-Jährige aus. Gleichzeitig brauche auch sie Zeit, um ihren eigenen Zugang zu der Sprache und zum Dialekt zu finden. "Es geht um Fragen dazu, wie ich mich in die deutsche Kultur, die schwäbische Kultur und das politische Leben einfinde. Und das alles zusätzlich vor dem Hintergrund meiner Migrationsgeschichte."
Zaka ist gebürtige Albanerin. Im Alter von zwölf Jahren wanderte ihre Familie 1998 mit ihr nach Kanada aus. In der kanadischen Millionenstadt Toronto arbeitete die Juristin laut den "Stuttgarter Nachrichten" zuletzt bei einer Nichtregierungsorganisation gegen Menschenhandel.
Seit 2025 lebt Zaka mit Cem Özdemir in Baden-Württemberg. Das Paar hatte seine Beziehung im August 2024 öffentlich gemacht und dieses Jahr im Februar geheiratet. Standesbeamter war Boris Palmer. Einer Sprecherin zufolge ist Tübingens Oberbürgermeister ein langjähriger Freund der Familie. Im Mai 2026 wurde Özdemir vom Stuttgarter Landtag zum baden-württembergischen Ministerpräsidenten ernannt.