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"Oh Mann, er wird sauer sein"Comedians teilen bei Oscar-Verleihung gegen Trump aus

16.03.2026, 08:15 Uhr
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Conan O'Brien moderierte die Veranstaltung in Los Angeles bereits das zweite Mal in Folge. (Foto: REUTERS)

Neben vielen goldenen Preisen werden bei den Oscars auch etliche Spitzen verteilt. Jimmy Kimmel und Conan O'Brien witzeln über US-Präsident Trump. Dabei gerät auch die "Melania"-Doku in die Schusslinie der Comedians.

Bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles ist US-Präsident Donald Trump vom Moderator und mehreren Laudatoren mit Spott überzogen worden. Moderator Conan O'Brien nutzte die Bühne für ironisch politische Kommentare. Er spielte auf US-Präsident Donald Trump an und griff den Skandal um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf.

O'Brien sagte im Laufe der Gala in Anspielung auf die Umbenennung des Kennedy Center in Washington in "Trump Kennedy Center": "Wir melden uns live aus dem Hat-einen-kleinen-Penis-Theater. Mal sehen, ob er da seinen Namen davor setzt." Die Verleihung fand im Dolby Theatre in Hollywood statt.

Auch Talkshow-Moderator Jimmy Kimmel teilte gegen Trump aus, ohne den Präsidenten namentlich zu nennen. Als er die Dokumentarfilmkategorien auf der Bühne präsentierte, sagte er: "Oh Mann, er wird sauer sein, seine Frau wurde dafür nicht nominiert." Damit spielte er auf den Amazon-Film "Melania" an, der die First Lady vor dem Machtwechsel im Weißen Haus begleitet.

Zuvor hatte Kimmel über Filmemacher gesprochen, die sich der Aufgabe verschrieben hätten, die Wahrheit zu erzählen, Ungerechtigkeit anprangerten und zum Handeln inspirierten. Dann fügte er hinzu: "Und es gibt auch Dokumentarfilme, in denen man im Weißen Haus herumläuft und Schuhe anprobiert."

Die USA stellte er später in einem überspitzten Witz in eine Reihe mit Nordkorea: "Wie Sie wissen, gibt es einige Länder, deren Führung die Meinungsfreiheit nicht unterstützt. Es steht mir nicht frei zu sagen, um welche es sich handelt. Belassen wir es einfach bei Nordkorea und CBS." Der Paramount-Sender CBS schlägt seit der Übernahme durch die Familie des als Trump-Unterstützer geltenden Tech-Milliardärs Larry Ellison zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.

Auch andere Künstler nutzten ihre Auftritte für politische Statements. Schauspieler Javier Bardem sagte: "No to war - and free Palestine". Jubel brandete auf. Und der norwegische Regisseur Joachim Trier verwies bei seiner Dankesrede für "Sentimental Value" auf den Schriftsteller James Baldwin und sagte: Alle Erwachsenen seien für alle Kinder verantwortlich - und man solle keine Politiker wählen, die das nicht ernst nähmen.

Er selbst habe zwei kleine Kinder, sagte Trier backstage vor Reportern. Das Leid von Kindern in Krisen- und Kriegsgebieten bringe ihn und viele seiner Freunde zum Weinen. Es gebe viele Diktaturen. "Wir befinden uns wieder in einer Zeit von starken Männern", sagte der Regisseur.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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