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Veranstalter distanziert sich Darf Xavier Naidoo weiter in Berlin auftreten?

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Vor allem bei Querdenkern beliebt: Xavier Naidoo

(Foto: picture alliance/dpa)

Immer wieder fällt Xavier Naidoo durch volksverhetzende Videos, Posts und Songtexte auf, die ihn bei den Querdenkern stets beliebter werden lassen. Bei anderen fällt er deswegen eher in Ungnade, Konzerte werden abgesagt. Der Berliner Veranstalter hält erst an seinem Auftritt fest. - dann folgt eine Distanzierung.

Vor Kurzem veröffentlicht Xavier Naidoo gemeinsam mit der Rap-Kombo Rapbellions einen neuen Song samt Video, das alsbald von Youtube gelöscht wird. Schließlich geht es im Text und auch den Bildern darum, die Corona-Impfungen zu verweigern. "Ich mach da nicht mit, es kann gar nicht sein, euer Gift kommt in unsere Körper nicht rein. Die Geschwister und ich, wir wagen den Schritt, wir machen nicht mit", heißt es dort unter anderem. Im Clip geht sogar ein Impfzentrum in Flammen auf.

Es ist nicht das erste Mal, dass Xavier Naidoo mit äußerst fragwürdigen Aussagen auffällt. Bei Telegram verbreitet er volksverhetzende Inhalte und nennt den Zentralrat der Juden den "Zentralrat der Lügen" und "Lügenbande". Und als Mitglied der Verschwörer-Gruppe "Die Konferenz" macht er sich aktuell mit Rechtsextremisten gemein. Er nennt sie "Menschen, die mutig nach vorn gehen". Ihnen ginge es um das "Freisetzen der Wahrheit", behauptet er.

In Rostock hat sich die Bürgerschaft deswegen kürzlich gegen einen Auftritt des Musikers ausgesprochen, wogegen der Bürgermeister der Stadt daran festhalten möchte. Noch im Laufe des heutigen Tages soll bei der Bürgerschaftssitzung im Rostocker Rathaus darüber entschieden werden, wie der NDR berichtet.

Und auch in Naidoos Heimatort Mannheim ist er längst in Ungnade gefallen. Ein dort geplantes Konzert mit ihm soll ebenfalls nicht stattfinden, wenn es nach seinen Kritikern geht. In Berlin hatte die Zitadelle Spandau für den 1. August 2021 einen Auftritt des Musikers im Kalender, der zwar aufgrund von Corona ausfallen muss, für den nun aber nach einem Ersatztermin im kommenden Jahr gesucht wird.

"Erbärmliche Recherche"

Der "Tagesspiegel" hat beim verantwortlichen Veranstalter Trinity Music nachgefragt und wollte wissen, ob dessen Geschäftsführer, Thomas Spindler, das Verbreiten der Holocaustleugnung und die fortwährende Beschimpfung von Juden durch Naidoo bekannt seien. Dazu wollte sich Spindler dem Bericht zufolge jedoch nicht äußern. Allerdings sei er beleidigend geworden, habe sich über eine "erbärmliche Recherche" beschwert, heißt es dort weiter. "Alleine, dass Sie mir in der Corona-Zeit mit so einem Text kommen, ist ein schlechter Witz", wird er zitiert. Man solle aufhören, ihn zu belästigen, denn er arbeite nur mit Profis.

Stephanie Lipka, Bookerin bei Trinity Music, wurde ebenfalls vom "Tagesspiegel" befragt. Demnach findet sie, es gebe "definitiv relevantere Dinge, über die eine Berichterstattung erfolgen sollte". Der verantwortliche Redakteur habe nicht "fundamentiert recherchiert" und wisse offensichtlich nicht, "wie das Geschäft in der Konzertbranche läuft, was alles dahintersteckt und dazu gehört". Abschließend habe sie ihm den Rat gegeben, man solle sich lieber auf "interessantere Themen im Weltgeschehen" konzentrieren, schreibt er in seinem Artikel weiter.

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Später meldete sich Trinity Music über Instagram zu Wort. "Wir, der Geschäftsführer Thomas Spindler und alle Mitarbeiter der Trinity Music GmbH, distanzieren uns ausdrücklich von den andauernden und erschreckenden Aussagen des Herrn Naidoo", heißt es in dem Statement. Als engagierte und liberale Veranstaltungsfirma teile man auf keinen Fall das Weltbild des Künstlers. "Wir würden lieber heute als morgen von den Verträgen zurücktreten und arbeiten gerade daran."

Wann und ob Naidoo nun im kommenden Jahr in der Zitadelle auf der Bühne stehen wird, ist unklar. Bereits für 2021 gekaufte Karten sollen aber ihre Gültigkeit behalten.

Quelle: ntv.de, nan

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