"Offene Beine, offenes Ohr?Explosiver Dschungel-Quickie an Tag 3
Von Verena Maria Dittrich
Samira rechnet ab, Eva verteidigt sich halbgar und Ariel mimt wieder unsere Insta-Psychologin. Ein Kissen, eine Nachricht und irgendwo dazwischen die Frage warum Satire-Videos offenbar schneller gepostet wurden als ein ehrliches Sorry.
"Du hast ihm die offenen Beine angeboten und für mich gibt es danach dann die offenen Ohren?", knallt Samira Eva vor den Latz - und damit willkommen zum Dschungel-Quickie an Tag 3.
Die "Kissenbombe" platzt. Und vielleicht sollte man es einfach so sagen: Samira rechnet endlich mit Eva ab, konfrontiert sie mit ihrer eigenen Instagram-Nachricht, die sie sich extra auf ihr Schlafkissen drucken ließ. Jetzt also die Aussprache. Es ist nachvollziehbar, dass Samira Eva die Entschuldigung dafür, mit ihrem Ex-Mann im Bett gelandet zu sein, nicht abkauft. "Du hast neun Monate gebraucht, dich zu entschuldigen", sagt sie. Im Social-Media-Zeitalter ist das eine ganze Ewigkeit - vor allem, wenn in dieser Zeit nicht einfach geschwiegen, sondern öffentlich weiter Posts zu diesem Thema produziert werden.
Eva wiederum kommt kaum zu Wort. Sie sagt leise: "Klar ist das unangenehm", und man glaubt ihr das sogar. Man glaubt ihr auch, dass sie sich nicht getraut hat, bei Samira in die Offensive zu gehen. Und trotzdem bleibt diese offene Flanke: Wenn es wirklich so peinlich und belastend war, warum veröffentlichte die 33-Jährige dann zur Eva-Serkan-Samira-Causa "Satire-Videos"?
Warum das Weiterdrehen einer Geschichte, von der sie jetzt sagt, sie interessiere sie eigentlich gar nicht mehr? Dazu ihre fast rechtfertigenden Fragen, ob nicht auch Samira von der Geschichte profitiert habe - mit ihrem "Podcast" und wachsender Reichweite -, während diese sich von Eva schlicht eine ehrliche und vor allem frühere Entschuldigung gewünscht hätte. Schließlich war Samira es, deren Familie durch das Fremdgehen ihres Ex-Mannes zerbrach. Interessant ist dabei, dass die 32-Jährige selbst einräumt, dass die Ehe mit Serkan schon vorher Risse hatte, dass er sie auch mit anderen betrogen hat.
Ein zynisches Angebot
Und genau hier, Freunde der guten Unterhaltung, müssen wir sie stellen, die Frage aller Fragen: Warum wird der Mann, um den sich alles dreht, fast unsichtbar, während zwei Frauen moralisch seziert werden? Warum konzentriert sich die gesamte emotionale Wucht auf Schuld und Einsicht zwischen Samira und Eva - während Serkan, der eigentliche Auslöser all dessen, nur noch als Randnotiz auftaucht?
Vielleicht hätte man sich an diesem Punkt annähern können, wenn nicht dieser Kissenmoment alles überlagert hätte. Denn dieses "offene Ohr"-Angebot wirkt in der Rückschau fast zynisch - vor allem, wenn man es laut vorgelesen bekommt, während man der Frau gegenüber sitzt, deren Mann man "mit offenen Beinen" empfangen hat, wie Samira es brutal aber klar formuliert.
Und dann wäre da noch Ariel, unsere Insta-Psychologin, die gefühlt alles zuverlässig mit einem selbstgebastelten moralischen Etikett versieht. "Ohne Einsicht kann man eine Entschuldigung nicht ernst nehmen", sagt sie - nur um im nächsten Atemzug Eva zu unterstellen, sie wolle das Thema absichtlich am Köcheln halten, weil sie sonst "nicht mehr im Gespräch" sei. Auch wieder eine dieser herrlichen Social-Media-Analysen auf Küchentischniveau. Sie passt perfekt in diese neue Lust am Moralisieren, bei der jeder sofort weiß, wie andere sich korrekt zu verhalten hätten.
Der Dschungel vergisst nichts
Patrick versucht später auch noch, mit Eva zu reden. Innerlich hat sie da aber schon längst resigniert. "Es war ihre Ehe, nicht meine", sagt sie. Sie habe einen kleinen Teil dazu beigetragen, ja, aber sie sei nicht der Grund für die Trennung. Und man kann ihr in diesem Punkt kaum widersprechen, auch wenn das den moralischen Hunger der Öffentlichkeit nicht stillt, die längst entschieden hat, wer hier "das Arschloch" zu sein hat.
Selbst die Dschungelprüfung wird an Tag 3 zur Randnotiz. Deswegen hier in aller Kürze: Ariel muss in einer engen Grube nach Kabeln tasten, während Schaben und Mehlwürmer über sie krabbeln. Erst sagt sie noch, sie wolle nicht aufgeben und sich ihren Ängsten stellen. Ruft dann aber nach etwa 60 Sekunden pausenlosem Gekreische: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!"
So rauscht dieser moralisch aufgeladene Dschungel-Quickie an uns vorbei. Und während Samira mit ihrem Kissen den emotionalen Endpunkt setzt, Eva genug hat von "Hass und Beleidigungen", die sie über Monate erhalten habe, steht am Ende schon die nächste Prüfung fest: Ariel, Eva und Gil Ofarim müssen wieder ran. Der Dschungel vergisst nichts. Das Internet schon gar nicht.