"Ich komme wieder"Gil Ofarim sieht "große Chance" auf ein gutes Ende
Er hat seinen Kindern versprochen, dass "alles wieder gut wird". Warum Gil Ofarim denkt, dieses Versprechen nun tatsächlich einlösen zu können, verrät der amtierende Dschungelkönig im Interview mit Frauke Ludowig.
Hat Gil Ofarim nach seiner Antisemitismus-Lüge den Sieg bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" und das damit verbundene Preisgeld von 100.000 Euro verdient? Diese Frage wird seit dem Finale des RTL-Dschungelcamps immer noch kontrovers diskutiert. Kein Dschungelkönig zuvor hat je so polarisiert wie der Musiker.
Während sich Ofarim im Dschungel konsequent zum Davidstern-Skandal, dem nachfolgenden Prozess und etwaigen Gefühlen von Reue ausschwieg und nicht nur Mitcamperin Ariel eine Entschuldigung für seine Antisemitismus-Lüge verweigerte, zeigt er sich nun zurück in Deutschland zumindest etwas gesprächsbereiter.
Kaum zurück aus Australien, gastierte Ofarim im RTL-Magazin "Punkt 12". Auf die Frage von Moderatorin Katja Burkard, ob ihm denn leidtue, was dem Hotelmitarbeiter Markus W. nach seinem Lügenvideo widerfahren sei, erklärte er zumindest: "Ich kann mich nur wiederholen: Alles, was da passierte und im Nachgang alles: Es tut mir leid!"
Etwas konkreter wird der Sänger nun in einem Interview mit Frauke Ludowig. Die "Exclusiv"-Moderatorin, die wegen eines Eingriffs am Auge eine Augenklappe trägt, will von Ofarim wissen, ob er inzwischen das aktuelle Interview mit Markus W. gelesen habe. Darin beklagt der Hotelangestellte unter anderem, dass sich Ofarim im Dschungel als Opfer inszeniert habe, wo doch eigentlich er der Leidtragende der Davidstern-Lüge gewesen sei. "Ich kann nicht zurückgehen in die Zeit, ich kann es nicht ungeschehen machen, das weiß ich. Aber ich denke, dass Herr W., genauso wie ich, dass wir weiterleben wollen", antwortet Ofarim. Ludowig gegenüber betont er, dass er nun auch das noch ausstehende Schmerzensgeld von 20.000 Euro an W. zahlen werde. Die Frist dafür endet im Dezember 2026.
Bitte um zweite Chance
"Wenn du den Dschungel nicht gewonnen hättest, hättest du das Geld überhaupt gehabt?", will die RTL-Moderatorin daraufhin von Ofarim wissen. Er hätte sich gekümmert, beteuert der Musiker. "Auf irgendeine Art und Weise" hätte er die ausstehende Summe gezahlt, "genau wie alle anderen Rechnungen auch".
Der Verleumdungsprozess gegen Gil Ofarim endete mit einem Vergleich. Der Musiker gab seine Lüge zu, entschuldigte sich beim Hotelmitarbeiter, löschte das Video und zahlte 10.000 Euro Geldauflage. Jetzt fehlt noch der Schadenersatz an Marcus W.
Finanziell "komme er jetzt zurecht", so der Sänger und lässt durchblicken, dass die "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!"-Gage daran maßgeblich beteiligt sei: "Ich kriege, glaube ich, in ein paar Tagen etwas überwiesen. Es gab ja eine Antrittsgage." Mit der Siegprämie von 100.000 Euro habe er aber "überhaupt nicht gerechnet".
Der Prozess damals habe "alles" in seinem Leben verändert. Auf Ludowigs Frage, ob er am Morgen nach der Davidstern-Lüge nicht aufgewacht sei und gedacht habe: "Was war ich eigentlich für ein Idiot?", antwortet Ofarim: "Bei mir war es eher: 'Hätte ich das Video nicht gepostet. Egal, was da war, ohne darauf wieder eingehen zu müssen, man hätte das anders lösen können - und das weiß ich. Das Einzige, was ich machen kann, ist das, was ich zuvor auch getan habe. Und die Bitte um eine zweite Chance." Taten seien für ihn ohnehin wichtiger als Worte, betont Ofarim. Er habe viel über sich nachgedacht in den letzten Jahren. "Ich war acht Monate in einer Tagesklinik und habe sehr viel über mich selbst gelernt und über das Leben an sich."
Ofarims Kinder sind die "wahren Verlierer"
Ofarim habe seinen Kindern und seiner zweiten Frau ein Versprechen gegeben, offenbart er im RTL-Interview: "Ich komme wieder. Alles wird wieder gut." Im Moment der Krönung zum Dschungelkönig habe er realisiert, dass er sein Versprechen tatsächlich halten könne. Mit dem Preisgeld wolle er sich nun eine Wohnung in München kaufen, um seinen Sohn und seine Tochter, die aus seiner ersten Ehe stammen, wieder regelmäßig zu sehen. Seine Kinder seien "die wahren Verlierer" der ganzen Angelegenheit gewesen.
Ob er wirklich glaube, dass nun alles wieder gut sei, möchte Ludowig schließlich von ihm wissen. Ofarim antwortet darauf: "Nein. Aber ich habe das Gefühl, dass es eine große Chance gibt." Entsprechend positiv fällt sein Blick in die Zukunft aus. Heute in einem Jahr sähe er sich bei den Hausaufgaben mit seinen Kindern. Und wieder auf Tour mit neuer Musik.
Das ganze Interview von Frauke Ludowig mit Gil Ofarim ist in der Dokumentation "Der Fall Gil Ofarim" auf RTL+ zu sehen.
