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"Opfer" zieht Anzeige zurück Gzuz verspricht lebenslang Gästeliste

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Während Gzuz zu Beginn des Prozesses noch scherzte, zeigte er sich jetzt vor Gericht reumütig.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gzuz von der Rap-Crew 187 Strassenbande soll einer jungen Frau ins Gesicht geschlagen haben. Dafür steht er gerade in Hamburg vor Gericht. Nun hat die Zeugin ihren Strafantrag zurückgezogen - für 500 Euro vom Künstler sowie freien Eintritt zu all seinen Konzerten.

Kristoffer Jonas Klauß alias Gzuz von der Hamburger Rap-Kombo 187 Strassenbande gerät immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. 2010 musste er wegen eines Überfalls auf einen Handyladen sogar für drei Jahre ins Gefängnis. Nun wird ihm vor dem Hamburger Amtsgericht der Prozess gemacht, unter anderem, weil er einer jungen Frau die Nase blutig schlug.

Der Rapper Gzuz in einem provisorischen Gerichtssaal im Hamburger Strafjustizgebäude. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

Am ersten Prozesstag provozierte Gzuz den Richter noch durch Gesten.

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild)

Ereignet hat sich das Ganze am frühen Morgen des 8. März auf der Hamburger Reeperbahn. Eigenen Angaben nach war die Zeugin "gut angetrunken" mit Freunden unterwegs, als sie den Rapper entdeckte und um ein Foto mit ihm bat. Ein Bild wurde geschossen, doch ließ sie auch danach nicht locker. "Es kann sein, dass ich etwas aufdringlich war", räumte sie laut "Hamburger Morgenpost" vor Gericht nun ein. Auch wäre es möglich, dass Klauß nur das Handy wegschlagen wollte, sie also versehentlich im Gesicht traf. "Ich hatte Nasenbluten und war unter Schock", wird die 19-Jährige weiter zitiert.

Klauß habe ihr daraufhin ein Taschentuch gereicht, sich entschuldigt und ihr zehn Euro geben wollen, was sie ablehnte. Die Ärzte im Krankenhaus diagnostizierten bei der Frau eine Nasenbeinprellung. Gemeinsam mit ihrer Mutter stellte sie Strafantrag gegen den vorbestraften Musiker.

"Besser als nichts"

Im Gerichtssaal nun aber zog sie ihre Anschuldigung zurück. So hätten sich sie und der Angeklagte kurz vor der Verhandlung rein zufällig an einem Kiosk getroffen, berichtet die "Morgenpost" weiter. "Der Anwalt fragte meine Tante und mich, ob wir uns zu ihnen setzen wollten", soll die junge Frau nun erklärt haben. "Dann haben wir eine Abmachung getroffen." Für 500 Euro Schmerzensgeld habe sie sich einverstanden erklärt, die Anzeige zurückzuziehen. Es sei "besser als nichts". Zudem habe ihr Gzuz lebenslang freien Eintritt bei seinen Konzerten zugesichert. Ein Selfie gab es noch dazu.

Gzuz selbst sagte vor Gericht noch einmal: "Das war eine scheiß Situation, ich wollte dir nicht ins Gesicht schlagen. Ich dachte, du filmst mich, das mag ich nicht, darum wollte ich das Handy treffen." Trotz der Entschuldigung und der Versöhnung hat der Staatsanwalt eine Einstellung des Verfahrens abgelehnt, denn dem 32-jährigen Rapper werden auch noch Verstöße gegen das Waffengesetz, Besitz von Betäubungsmitteln und versuchter Diebstahl vorgeworfen.

Prominenter Anwalt

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Unter anderem hatte Klauß in der Silvesternacht 2018 mit einer Schreckschusspistole um sich geschossen. Bei einer späteren Hausdurchsuchung entdeckten die Beamten mehrere Waffen, die er nicht hätte besitzen dürfen, da gegen ihn bereits richterlich ein Waffenbesitzverbot verhängt wurde. Außerdem soll er im vergangenen Februar versucht haben, aus einem Krankenwagen eine Sauerstoffflasche zu entwenden.

"Mein Mandant war schwer alkoholisiert. Das war Blödsinn. Er wollte sich der Gasflasche nicht bemächtigen", lautet die Begründung seines Anwalts Christopher Posch, selbst bekannt aus TV-Formaten wie "Staatsanwalt Posch ermittelt", "Christopher Posch. Ich kämpfe für Ihr Recht!" und "Das Jugendgericht". Bei einer Verurteilung seines Mandanten Gzuz drohen diesem bis zu fünf Jahre Haft.

Quelle: ntv.de, nan