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Sieger von "Promi Big Brother" Hansch wegen Betruges angeklagt

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Zum Zeitpunkt der Anklageerhebung Anfang August sei Hansch seinen Gläubigern noch 34.500 Euro schuldig gewesen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Gerade hat er bei "Promi Big Brother" gewonnen, nun droht juristischer Ärger: Sportreporter Werner Hansch ist wegen mehrerer Betrugsfälle angeklagt. Aufgrund seiner Spielsucht soll er sich Geld erschlichen haben - auch von einem bekannten CDU-Politiker.

Dem frisch zum Sieger der Sat.1-Show "Promi Big Brother" gekürten Sportreporter Werner Hansch droht ein Gerichtsverfahren wegen Betruges. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den 82-Jährigen erhoben, weil er sich in sechs Fällen Darlehen von Bekannten erschlichen haben soll, wie Henner Kruse, Sprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, mitteilte. Dabei soll er vorgetäuscht haben, das Geld zurückzahlen zu wollen - in dem Wissen, es gar nicht zu können. Unter anderem habe er sich von dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach 5000 Euro geliehen.

Unter dem Druck des Ermittlungsverfahrens und der Berichterstattung in den Medien hat Hansch laut Anklage bereits Teile des geliehenen Geldes zurückgezahlt, sagte Kruse. Zum Zeitpunkt der Anklageerhebung Anfang August sei der 82-Jährige seinen Gläubigern noch insgesamt 34.500 Euro schuldig gewesen. Bosbach habe er da bereits die Hälfte der bei ihm offenen Summe erstattet.

In den Ermittlungen gehe es um einen Zeitraum zwischen August 2017 und April 2019. Von einem Bekannten soll er demnach schon vor drei Jahren 30.000 Euro erschlichen haben, in weiteren Fällen waren es Summen zwischen wenigen Hundert Euro und den 5000 Euro, die ihm Wolfgang Bosbach geliehen haben soll.

"Ich gestehe nahezu alles ein"

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Wolfgang Bosbach hatte Hansch 5000 Euro geliehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hanschs Anwalt Alfons Becker sagte, die Taten seien in einem hohen Maße auf die "Krankheit Spielsucht" zurückzuführen. "Wir wollen eine Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen erreichen", sagte Becker. Dazu zähle etwa eine Therapie und die Rückzahlung des Geldes. Im Dezember 2019 hatte der CDU-Mann Bosbach öffentlich gemacht, den Fall zur Anzeige gebracht zu haben. Seinen damaligen Angaben zufolge soll Hansch ihm bei einer Veranstaltung "unter Tränen" von einem Unfall berichtet haben, den er ohne Polizei regeln wolle - wofür er 20.000 Euro brauche. Bosbach hatte ihm nach eigenen Angaben dann 5000 Euro geliehen, die Hansch nicht fristgerecht zurückgezahlt haben soll. Auf die Frage, ob er sein Geld zurückbekommen habe, antwortete Bosbach nun: "Aktuell wären noch gut 2000 Euro an Verfahrenskosten zu zahlen, die allerdings habe ich Herrn Hansch schon vor Monaten bis Anfang 2021 gestundet. Dabei bleibt es auch, trotz seines Gewinnes."

Hanschs Anwalt betonte: "Er will den Schaden, den er angerichtet hat, auf jeden Fall wieder gut machen." Der "Bild"-Zeitung sagte Hansch: "Ich gestehe nahezu alles ein. Mein Anwalt wird die Einsetzung eines Gutachters beantragen. Aus meiner Sicht kann er zu keinem anderen Ergebnis kommen, als dass ich durch diese Sucht vollkommen paralysiert und fremdbestimmt war." Der Zeitung sagte Hansch, er habe bereits fünf von sechs Darlehen zurückgezahlt.

Am Freitagabend hatte der Fußball-Kommentator die meisten Stimmen der Zuschauer der Reality-Show "Promi Big Brother" beim Fernsehsender Sat.1 bekommen und war zum Sieger des Finales erklärt worden. Damit gewinnt er 100.000 Euro. In der Show hatte Hansch offenbart, unter Spielsucht gelitten zu haben. "Ich habe weit über eine halbe Million verzockt", hatte er erklärt.

Quelle: ntv.de, chf/dpa