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Hansch im Glück Werner gewinnt "Promi Big Brother 2020"

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Hansch im Glück.

(Foto: Sat.1)

Es war einmal ein alter Mann, der hatte Haus und Hof verspielt. Mit Kummer im Herzen lief er in einen dunklen Wald. 22 Tage kämpfte er gegen Trolle und Prinzessinnen. Dann traf er "Holly, die Waldfee" und alles wurde gut. Hoch lebe unser Hansch im Glück!

"Ich kann nicht triumphieren", sagt Werner Hansch, der älteste Märchenländler und Trash-TV-Teilnehmer aller Zeiten und ergänzt, "das wäre die absolut falsche Reaktion auf meine letzte Lebensphase." Da steht er nun, der Gewinner von "Promi Big Brother 2020" und verneigt sich als König vor seinem Volke. Allein in dieser Geste steckt so viel Dankbarkeit, Demut und Freude zugleich, dass einem dieses Finale dann doch plötzlich sehr sehr nahe geht. In einer der emotionalsten Reden, der man in einem Trash-TV-Format je beigewohnt hat, bedankt sich Werner beim Publikum, seinem Agenten, seinen Anwälten und - seinem Steuerberater.

Diese wunderbare Rede, in der er sich und seine Krankheit noch einmal reflektiert und zugibt, sich gefragt zu haben: "Kann der Alte das schaffen", wird in die deutsche (Trash)-TV-Geschichte eingehen. Ja, er kann! Und er zeigt damit vielen älteren Menschen, dass man auch mit 82 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehören muss. Dieser "One Moment in Time" verzeiht auch, dass die Geduld des Zuschauers zuvor in einem vierstündigen Finale sehr strapaziert wurde.

Obschon viele, die Autorin mit eingeschlossen, in den vergangenen Tagen vor allem ob Werners ständigen Emmy-Belehrungen gemosert hatten: Der 82-Jährige ist ein würdiger Gewinner und beweist, wie gut TV-Formaten eine kräftige Altersdurchmischung bekommt.

"Heul doch noch 'ne Runde!"

Während man den Finalisten dabei zuschaut, wie sie im Schloss feiern und ein paar Spielchen spielen, begrüßen "Marlenchen" und "Joschi" die ehemaligen Kandidaten im Studio. Alle sind fein herausgeputzt. Man schwatzt ein wenig über dies und das, aber Moment: Wo sind Senay, Jenny und Elene? Die Antwort von Sat.1 lautet in etwa wie folgt: Wer freiwillig reinhaut, hat kein Anrecht auf das Finale und die After-Show-Party. Dabei wäre es gut und richtig gewesen, wenn Elene - die arme Katy-Gemobbte - die Chance bekommen hätte, der Brunnenvergifterin die Meinung zu geigen.

Apropos Katy: Marlene startet den Versuch einer Aussprache zwischen Simone und Katy, jener Person, mit der die Hetzerei im Märchenland Einzug hielt. Simone hatte ja, erst als sie draußen war, von den ganzen Gehässigkeiten gegen sie erfahren. Auf die Frage, ob es Katy im Nachhinein leidtäte, flötet diese uneinsichtig, die Situation habe sich halt "hochgeschaukelt". Während die ebenfalls anwesende Herren-Tochter Alessia sich für ihren "F*****gelaber"-Ausspruch entschuldigt und dafür tosenden Applaus erntet, schüttelt Katy nur immer mit dem Kopf. Schließlich pfeffert sie in Simones Richtung: "Willst du nochmal heulen, Schatz! Heul doch noch 'ne Runde!" Peinliche Nummer von Katy Bähm, aber leider zu erwarten.

Schade, dass diese Mini-Konfro zwischen den beiden so schnell vorbei ist. Mehr Aussprache-Momente hätten dem Abend sicherlich mehr Kurzweil beschert. Stattdessen: viele Wiederholungen von Szenen, die wir in den letzten Wochen zigfach gesehen haben. Bei so manchem reichten die Rückblicke nicht einmal aus. Da waren die schönsten Szenen gleichzeitig die, in denen auch am meisten gestritten wurde.

Ein wirklich schönes Märchenende

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Man könnte ausführlich darüber schreiben, dass die Finalisten nochmal bei Penny waren, Ikke Bier wie Wasser pichelt oder dieser Udo schon wieder irgendwas von "Ständer" seiert, aber lassen Sie uns abschließend lieber einen Blick auf diese Staffel werfen. War "Promi Big Brother 2020" unterhaltsam? Manchmal. Sind dem Zuschauer die meisten Teilnehmer in den vergangenen Wochen ans Herz gewachsen? Eher nicht.

Faszinierend sind nach wie vor die Entwicklungen der Leutchen in so einem Format: Prinzessinnen wie Katy, die erst begeistern und dann auf ganzer Linie enttäuschen oder Blondinen wie Emmy, die sich von einer schönen Raupe in einen Schmetterling verwandeln. Gewiss wird man darüber reden, was in dieser Staffel hätte alles besser laufen können, am Ende aber ist man erstmal einfach nur froh, dass es vorbei ist.

Was bleibt, ist diese ergreifende Dankbarkeit in den tränenerfüllten Augen eines Mannes, dem das Glück in den letzten Jahren nicht hold war. Und das ist dann doch ein wirklich schönes Märchenende.

Quelle: ntv.de

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