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"Ich fiel zu Boden" Herzogin Meghan erlitt eine Fehlgeburt

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"Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie wir wieder heilen", erinnert sich Meghan zurück.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Die Verluste, die wir teilen", heißt der Gastartikel in der "New York Times", den Meghan verfasst hat. Darin beschreibt die Herzogin, welchen Verlust sie im vergangenen Sommer erleiden musste: Sie hat ihr zweites Baby bei einer Fehlgeburt verloren.

Herzogin Meghan musste in den vergangenen Jahren einiges wegstecken. Seit sie Prinz Harry geheiratet hat, hat sich ihr Leben enorm verändert: Sie wurde Teil des britischen Königshauses, Mutter eines kleinen Sohnes, liebstes Mobbingopfer einiger Angehöriger und das Hassobjekt der britischen Boulevardpresse und Öffentlichkeit.

Seit ihrem und Harrys Bruch mit den Royals und ihrem Umzug in die USA konnten sie zwar dem Trubel um ihre Person entkommen - jedoch nicht gewissen Schicksalsschlägen, die alle Menschen auf der Welt treffen können. In einem Gastartikel für die "New York Times" berichtet die 39-Jährige nun, im vergangenen Sommer eine Fehlgeburt erlitten zu haben.

"Die Verluste, die wir teilen" heißt der Text, in dem die Herzogin von besagtem Tag im Juli erzählt, der angefangen habe, wie jeder andere auch: "Frühstück machen. Hunde füttern. Vitamine nehmen. Die verloren gegangene Socke finden. Den Stift aufheben, der unter den Tisch gerollt ist." Als sie im Anschluss ihrem Sohn Archie die Windeln wechselte, habe sie plötzlich einen starken Krampf im Unterleib gespürt, schreibt Meghan. In welchem Schwangerschaftsmonat sie sich befand, verrät sie nicht.

"Geht es dir gut?"

"Ich fiel zu Boden mit ihm in den Armen und murmelte ein Schlaflied, um uns beide zu beruhigen", erinnert sich die Herzogin von Sussex zurück. "Ich wusste, als ich mich an mein erstgeborenes Kind klammerte, dass ich mein zweites gerade verlor."

Als sie Stunden später im Krankenhaus gelegen habe, hätten sie und Harry viel geweint, schreibt Meghan weiter. "Ich habe versucht, mir vorzustellen, wie wir wieder heilen." Ihrer beider Herzen waren gebrochen und da "realisierte ich, dass der erste Schritt zur Heilung die Frage ist 'Geht es dir gut?'" Diese harmlos klingende Frage hatte ihr ein britischer Journalist am Ende ihrer Südafrikareise mit Harry im Jahr 2019 gestellt. Meghans Antwort schlug damals hohe Wellen: "Danke, dass Sie mich fragen. Mich haben nicht viele Menschen gefragt, ob es mir gut geht."

An diese Frage habe sie auch im Krankenhaus denken müssen, schreibt Meghan in der "New York Times" weiter. Das Jahr 2020 sei geprägt von Verlusten und Schmerz, von der Corona-Pandemie über die tragischen Tode der Afroamerikaner Breonna Taylor, George Floyd bis hin zu der tiefen Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft. Die Herzogin appelliert deshalb an die Leser, in der Weihnachtszeit anderen Menschen die gleiche Frage zu stellen.

"So sehr wir unterschiedlicher Meinung sind, so sehr wir räumlich voneinander getrennt sind, die Wahrheit ist, dass wir aufgrund dessen, was wir dieses Jahr individuell und gemeinsam erlebt haben, mehr denn je verbunden sind", schreibt die 39-Jährige. "Geht es uns gut?", fragt sie am Ende. "Das wird es."

Was wusste die Queen?

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In sozialen Medien wird Meghan für ihre Offenheit als "mutig" und "brillant" zelebriert. Es herrscht Einigkeit darüber, dass sie mit ihrem Artikel das Tabu, das noch immer beim Thema Fehlgeburten besteht, brechen und andere Frauen ermutigen kann, nicht weiter im Stillen zu leiden. Viele beschäftigt aber auch die Frage, ob Harrys Familie, genauer gesagt die Queen, von dem schweren Schicksalsschlag wusste.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll das britische Königshaus tatsächlich von der Fehlgeburt gewusst haben. Mitarbeiter waren angeblich auch vorab über den Artikel in der "New York Times" informiert worden. Der Palast wollte laut "Daily Mail" aber keine Stellungnahme abgeben. Ein Sprecher nannte es eine "zutiefst persönliche Angelegenheit". Die "Mail Online" berichtet zudem, Harry habe den gesamten Sommer über mit seiner Familie in Kontakt gestanden. Von London aus sollen sie das Ehepaar unterstützt haben.

Quelle: ntv.de, lri