Job, Kind und CoronaIsabell Horn erläutert Auslöser ihrer Depressionen

Schon früher hat Isabell Horn öffentlich gemacht, an Depressionen gelitten zu haben. In einem Podcast führt sie das nun genauer aus und kann sogar benennen, was die jeweiligen Auslöser dafür waren. Heute sieht sie sich aber "auf einem guten Weg".
Schauspielerin Isabell Horn kämpft seit Jahren gegen Depressionen. In einer neuen Folge des Podcast "Raus aus der Depression" von ARD Gesund und der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention blickt sie auf drei depressive Phasen in ihrem Leben und deren Auslöser zurück.
Wie Horn, die ihren Durchbruch mit "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" feierte, im Gespräch mit Entertainer Harald Schmidt und Psychiater Prof. Ulrich Hegerl erzählt, seien die Episoden durch berufliche Umbrüche, die Geburt ihrer Tochter sowie die Corona-Pandemie ausgelöst worden. Den ersten Tiefpunkt erlebte sie, als ihr Vertrag bei GZSZ nicht verlängert wurde. "In den schlimmsten Phasen, da hab' ich nicht mal geschafft, mir irgendwie die Haare zu waschen oder einkaufen zu gehen", erzählte die zweifache Mutter offen. "Ich lag nur im Bett, ich konnte auch nichts essen. Ich hatte so düstere Gedanken und dann hat mir tatsächlich mein Ex-Freund trotz Trennung geholfen." Denn er verschaffte ihr eine Behandlung in einer psychotherapeutischen Praxis.
Vier Jahre später, mit der Geburt ihrer Tochter 2017, traf sie eine Wochenbett-Depression, worüber sie in einem anderen Podcast im August vergangenen Jahres schon einmal sprach. Während der Corona-Pandemie folgte dann die dritte depressive Phase. "Ich war sehr dankbar, meinen Mann an meiner Seite zu haben. Der hat das mit den Kindern und dem Haushalt gewuppt", betonte Horn. Keine leichte Zeit für die Familie, zu der inzwischen auch noch ein Sohn hinzugekommen war. Zu der Zeit waren auch die Kindergärten geschlossen, ihr Partner musste arbeiten. "Wir haben den Kindern erklärt 'Mama geht es gerade nicht so gut, sie ist krank und braucht viel Ruhe'. Aber es hat die ganze Familie schon sehr belastet."
"Ich möchte funktionieren"
Es sei für sie "wahnsinnig schwierig" gewesen, sich "so zu zeigen". Denn eigentlich sei sie eine Frohnatur. "Ich bin eine Macherfrau und ich möchte funktionieren. Und da habe ich wirklich gemerkt, es geht nichts mehr."
Derzeit gehe es ihr aber gut. "Ich habe das Gefühl, ich bin auf einem guten Weg. Sollte es so sein, dass ich mal wieder in eine depressive Phase rutsche, weiß ich jetzt, es gibt einen Weg da raus und ich habe keine Scheu, mir Hilfe zu holen." Damit möchte sie auch anderen Betroffenen Mut machen. Ihr selbst sei es zunächst auch "wahnsinnig schwer" gefallen, Hilfe anzunehmen. Sie habe sich schlecht gefühlt, weil vermeintlich alle anderen um sie herum funktionieren könnten, nur sie nicht. Doch es sei wichtig, sich Hilfe zu holen. Dafür müsse man sich nicht schämen.
Einmal Schweden und zurück
Isabell Horn hat über ihre Erfahrungen mit der Krankheit bereits ein Buch geschrieben. "Bleibt das jetzt so? Die Depression, mein unperfektes Leben und ich" erschien im September 2022. Bekannt wurde sie durch ihre Rolle der Pia Koch in "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (2009-2014 sowie 2015). Auch in der RTL-Serie "Alles was zählt" (2015-2016) war sie zu sehen. Von 2020 bis Anfang 2024 war sie dann Teil der ZDF-Serie "Bettys Diagnose". Auf ihrem Instagram-Account gibt sie inzwischen mehr als 230.000 Followern Einblicke in ihr Leben.
Zuletzt machte sie auch privat wechselreiche Zeiten durch. Im Sommer 2023 zog sie mit ihrem Partner Jens Ackermann und den beiden gemeinsamen Kindern nach Schweden. Nach eineinhalb Jahren kehrte die Familie dann wieder nach Berlin zurück, um wieder näher bei Verwandten und Freunden zu sein.