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Zu Gewalt angestiftet? Joaquin Phoenix bricht "Joker"-Interview ab

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Der Cast des "Joker"-Films muss sich aufgrund seiner Gewaltdarstellungen unangenehme Fragen gefallen lassen.

(Foto: imago images / Prod.DB)

Die Figur des Jokers ist legendär - und sie hat eine düstere Seite, die bis ins echte Leben hineinreicht. Viele Gewalttäter zitierten den traurigen Clown als Inspirationsquelle. Darüber aber will Joker-Darsteller Joaquin Phoenix nicht reden.

Angeblich gibt es ja keine dummen Fragen - darüber lässt sich streiten. Es gibt aber definitiv solche, die niemand hören will oder jedenfalls bestimmte Leute nicht. Joaquin Phoenix zum Beispiel ist dieser Tage auf Pressetour für den Film "Joker", dessen legendären Titelhelden er spielt. In der Vergangenheit hat die Comic-Figur verschiedene Mörder zu ihren Taten inspiriert - zuletzt James Holmes, der mit einer Schusswaffe eine Kinovorstellung des Batman-Films "The Dark Knight Rises" stürmte und dabei 12 Menschen tötete und 70 andere verletzte. Mit Phoenix hat das nichts zu tun. Darauf angesprochen wird der Schauspieler trotzdem wütend.

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Joaquin Phoenix spielt den Joker.

(Foto: imago images / UPI Photo)

Im Gespräch mit der britischen Zeitung "The Telegraph" wurde Phoenix gefragt, ob sein Film "Joker" Menschen dazu ermutigen könnte, gewalttätig zu werden. "Könnte 'Joker' perverserweise genau die Menschen, um die es in dem Film geht, inspirieren - mit möglicherweise tragischem Ergebnis?", lautete die Frage des Journalisten. Phoenix reagierte konsterniert. "Wieso? Wieso würden Sie ...? Nein, nein", antwortete er. Dann stand er auf und verließ den Raum.

Zu viel Empathie für das Böse

Doch das war nicht das Ende der Geschichte. Nach etwa einer Stunde sei Phoenix zurückgekehrt, schreibt das Branchenportal "Indie Wire". Er habe mit der Presseabteilung des Filmverleihers Warner Bros. gesprochen. Dem Journalisten von "The Telegraph" habe Phoenix erklärt, er sei auf die Frage schlicht nicht vorbereitet gewesen und deswegen in Panik ausgebrochen.

Tatsächlich kam die Frage, ob der "Joker"-Film Gewalt verherrlichen oder zu Gewalttaten animieren könnte, in den vergangenen Wochen bereits mehrfach auf. Phoenix Co-Stars wurden in Interviews bereits mit ähnlichen Fragen wie Phoenix konfrontiert. So wollte das US-Branchenmagazin "Variety" etwa von Zazie Beetz wissen, ob der Film zu viel Empathie für seine Hauptfigur aufbringe. Fans müssen sich noch etwas gedulden, bis sie sich eine eigene Meinung bilden können. "Joker" startet am 10. Oktober in den deutschen Kinos.

Quelle: ntv.de, ame