Unheilbare AugenkrankheitJudi Dench kann keine Filme mehr drehen

Judi Dench leidet seit Jahren an einer fortschreitenden Augenerkrankung. Trotzdem wollte die Oscar-Preisträgerin weiterarbeiten. Nun muss sich die 91-Jährige eingestehen, dass sie nie mehr vor der Kamera stehen wird.
Für Judi Dench sind Auftritte auf der Theaterbühne und vor der Filmkamera inzwischen unmöglich geworden. Die britische Schauspiellegende hat in einem Interview mit dem Sender BBC offen über die Folgen ihrer fortschreitenden Sehbehinderung gesprochen. "Ich kann nicht mehr auf der Bühne stehen. Ich kann keine Theaterstücke mehr spielen, keine Filme mehr drehen und auch nicht mehr lesen", erklärte die Oscar-Preisträgerin in der Sendung "Today".
Dench leidet an altersbedingter Makuladegeneration (AMD), einer Augenerkrankung, die bei ihr bereits 2012 diagnostiziert wurde. Dabei wird das zentrale Sehvermögen zunehmend beeinträchtigt. Mittlerweile fällt es der Schauspielerin, die unter anderem als "M" in den James-Bond-Filmen mit Daniel Craig Kinoerfolge feierte, sogar schwer, Gesichter zu erkennen, wie sie erklärt. Das führe gelegentlich zu unangenehmen Verwechslungen, erzählte sie BBC-Moderatorin Emma Barnett. So gehe sie manchmal auf die falschen Menschen zu und wolle diese umarmen, bevor sie ihren Irrtum bemerke.
Wie stark die Einschränkungen inzwischen sind, verdeutlichte Dench auch mit einem Beispiel aus ihrem Alltag: Im vergangenen Sommer hätten andere von der außergewöhnlichen Pracht ihrer blühenden Hasenglöckchen geschwärmt. Sie selbst habe jedoch keine einzige Blume mehr erkennen können. Nur die Erinnerung helfe ihr dabei, sich ihre Umgebung weiterhin vorzustellen.
Lieber Rollschuhlaufen als Älterwerden
Bereits in den vergangenen Jahren hatte Dench mehrfach öffentlich über ihre Sehprobleme gesprochen. Noch 2023 erklärte sie, dass sie auf Filmsets kaum mehr etwas erkennen und Drehbücher nicht mehr selbst lesen könne. Freunde halfen ihr damals, ihre Texte auswendig zu lernen. Trotz der Schwierigkeiten betonte sie, so lange wie möglich weiterarbeiten zu wollen.
Im November 2025 berichtete die Schauspielerin in einem Interview mit dem Sender ITV, dass sie selbst vertraute Gesichter nun nicht mehr erkennen könne. Ihr langjähriger Kollege Ian McKellen, der damals an ihrer Seite saß, versuchte die Situation mit humorvollen Bemerkungen aufzulockern.
Ihren Humor hat Dench selbst auch offenbar nicht verloren. Auf die Frage, was sie vom Älterwerden halte, antwortete sie im aktuellen BBC-Gespräch knapp, dass es "Quatsch" sei. Man solle nicht zu viel darüber nachdenken und einfach weiterhin versuchen, Dinge wie Rollschuhlaufen zu machen.